Schildbürgerstreich am Hollacker
Baugrube aufgemacht – und vergessen

Burgsteinfurt -

Ulrich Erdenberger ist ein geduldiger, besonnener Mensch. Doch was sich seit mittlerweile einem viertel Jahr vor seinem Haus am Hollacker abspielt, lässt ihn die Hutschnur hochgehen. „Ein von der Telekom beauftragtes Bauunternehmen hat im September eine Baugrube direkt vor unserer Garagenauffahrt ausgehoben, um dort Leitungsarbeiten durchzuführen – und seitdem hat sich nichts mehr getan“, klagte der Burgsteinfurter am Montag per Telefon der Redaktion sein Leid. Die Auffahrt sei seitdem nur noch sehr eingeschränkt nutzbar.

Dienstag, 03.12.2019, 16:02 Uhr
Die Garagenauffahrt der Erdenbergers am Hollacker wird seit einem viertel Jahr durch eine Baustelle blockiert. Erst nach einer Presseanfrage kommt jetzt Bewegung in die Situation.
Die Garagenauffahrt der Erdenbergers am Hollacker wird seit einem viertel Jahr durch eine Baustelle blockiert. Erst nach einer Presseanfrage kommt jetzt Bewegung in die Situation. Foto: Ralph Schippers

Mehrfach habe er sich bei der Telekom telefonisch über den für ihn unhaltbaren Zustand beschwert – ohne Erfolg. Auch schriftlich habe er nachgehakt. Auf seine Mail sei zunächst ein Ticket aufgemacht, dann aber wieder storniert worden. Bei der Stadt habe er ebenfalls angerufen. „Die konnten mir aber auch nicht weiterhelfen, haben wieder zurück an die Telekom verwiesen“, berichtet Erdenberger , der von einem Schildbürgerstreich spricht.

Die Redaktion hat noch am Montagnachmittag eine Mail an die Pressestelle der Deutschen Telekom in Bonn geschickt, in dem sie um Aufklärung zum „Fall Hollacker“ bat. Am Dienstag kam die Rückantwort aus der Firmenzentrale, in der inhaltlich bedauert wird, dass die „von uns beauftragte Firma nach Beendigung der Arbeiten die Baustelle nicht wieder beseitigt hat“. Man habe sich bereits bei Herrn Erdenberger entschuldigt und ihm versichert, dass der Missstand umgehend beseitigt wird, heißt es in der Mail weiter.

Er habe in der Tat bereits am Dienstagmorgen einen Anruf vom Bauleiter des mit den Tiefbauarbeiten beauftragten Unternehmens bekommen, der ihm versichert habe, dass die Baustelle noch am selben Tag beseitigt werde, bestätigte Ulrich Erdenberger auf Nachfrage. Gegenüber der Redaktion zeigte er sich ob der schnellen Reaktion überrascht und nachdenklich zugleich: „Es freut mich natürlich ungemein, dass jetzt so schnell Bewegung in die Sache hineingekommen ist. Aber das da erst etwas passiert, wenn die Presse eingeschaltet wird, stimmt mich doch traurig“, kommentierte er.

In der der Redaktion vorliegenden Mail kündigt die Telekom zudem an, dass an der Beseitigung der Großstörung, von der rund 800 Kunden im Areal rund um die Hauptmannstraße seit dem vergangenen Freitag betroffen sind, ebenfalls intensiv gearbeitet werde. Dort ist in eine Datenleitung eingedrungenes Wasser Ursache. Der Fehler sei lokalisiert. Die Instandsetzung gestaltete sich jedoch aufwendig, es müsse ein Ersatzstück in Handarbeit eingesetzt werden. „Wir rechnen damit, dass die Arbeiten spätestens am Freitagabend beendet sein werden“, so der Telekom-Sprecher abschließend.

Zum Thema

Die Deutsche Telekom weist darauf hin, dass von der Störung betroffene Kunden kostenlos eine Rufumleitung auf Mobilfunkgeräte einrichten können. Der Service ist an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr unter der kostenfreien Rufnummer 0800 330 1000 erreichbar.

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