Funkturm in Burgsteinfurt
Grauer Riese wird immer noch gebraucht

Burgsteinfurt -

Still und leise verrichtet er seit mittlerweile 32 Jahren seinen Dienst: Der Burgsteinfurter Funkturm, mit 90 Metern höchstes Bauwerk des Stadtteils. Der graue Riese wird noch immer gebraucht - trotz der rasanten Entwicklung auf dem Gebiet der Funktechnik. Richtfunk, Rundfunk für das UKW-Radio, Mobilfunk, ja sogar die Mobilfunkversorgung für Flugzeuge, das sogenannte European Aviation Network, hat auf dem langen Lulatsch eine Sendeeinrichtung.

Freitag, 10.01.2020, 13:42 Uhr
Der Funkturm ist bei Dunkelheit kaum auszumachen. Ihm fehlt jegliche Beleuchtung. Das heißt nicht, dass er nicht mehr benötigt wird.
Der Funkturm ist bei Dunkelheit kaum auszumachen. Ihm fehlt jegliche Beleuchtung. Das heißt nicht, dass er nicht mehr benötigt wird. Foto: ar

Durch seine architektonische Einzigartigkeit oder gar Schönheit ist er noch nie sonderlich in Erscheinung getreten. Er macht es durch schlichte Größe – schlanke Größe. Und er kann für sich in Anspruch nehmen, alle anderen von Menschenhand geschaffenen Bauten im Stadtteil Burgsteinfurt deutlich zu überragen, schließlich wurde er genau dafür gebaut: freie Sicht ins weite Umland. Die Rede ist vom Funkturm, der auf der Position 52°8‘59“N 7°19‘44“E seit vielen Jahren still und leise seinen Dienst versieht.

So leise, dass er seinen 30. Geburtstag vor zwei Jahren völlig unbemerkt von der Öffentlichkeit gefeiert hat. Und er soll noch viele weitere Wiegenfeste feiern, wie Lea Borgers als Sprecherin der Deutschen Funkturm, einer Gesellschaft der Telekom mit Sitz in Münster, auf Nachfrage erklärt. Denn trotz der rasanten Entwicklung auf dem Gebiet der Funktechnik – der graue Betonspargel wird weiterhin gebraucht. „Wir planen auch in Zukunft mit dem Turm und werden ihn so lange betreiben, wie Bedarf an diesem Funkstandort besteht“, sagt Lea Borgers. Das Schicksal seines Kollegen im nahen Schöppingen, der vor einigen Jahren zu Schutt und Staub zerlegt wurde, bleibt ihm also erst einmal erspart.

Der Funkturm ist – wie gesagt – mit 90 Metern das höchste Gebäude in Burgsteinfurt. Am Turm, so erläutert die Pressesprecherin, befinden sich zwei Antennen-Plattformen, eine auf 60, die andere sieben Meter höher. Der Riesen-Zahnstocher selbst hat einen Durchmesser von 3,50 Meter. Die Techniker, die auf die Spitze müssen, sollten sportlich sein: Es gibt keinen Aufzug, drinnen wie draußen nur jeweils eine Steigleiter.

Gebaut wurde der Turm, weiß die Öffentlichkeitsarbeiterin, 1988 von der Deutschen Bundespost, um das analoge Fernsehsignal in die Region zu schicken. Heute vermietet die Deutsche Funkturm die Immobilie mit dem phänomenalen Rundumblick gleich an eine Handvoll von Antennenbetreibern. Lea Borgers nennt da Richtfunk, Rundfunk für das UKW-Radio, Mobilfunk, ja sogar die Mobilfunkversorgung für Flugzeuge, das sogenannte European Aviation Network, hat auf dem langen Lulatsch eine Sendeeinrichtung.

Dass er mittlerweile trotz dieser intensiven Nutzung so einen verwaisten Eindruck macht, erklärt Lea Borgers so: „Die Antennen und die dazugehörige Technik sind in den letzten Jahren zunehmend kleiner geworden und benötigen darum weniger Fläche.“ Der Wichtigkeit des lautlosen Riesen tut das keinen Abbruch. Die Pressesprecherin betont: „Der Turm ist nach wie vor ein wichtiger Funkstandort für Burgsteinfurt und Umgebung.“

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