„Herr Lars Möbelmanufaktur“
Newcomer mit jeder Menge Ehrgeiz

Steinfurt -

Individuell und stylisch soll sie sein. Vor allem aber gemütlich-heimelig und – immer wichtiger werdend – hochwertig und nachhaltig: Was die Möblierung des eigenen Heimes anbelangt, gehen die Deutschen keine Kompromisse ein. Um es neudeutsch „hygge“ in Anlehnung an das Lebensgefühl der Dänen zu haben, wird auch gerne mal tiefer in die Tasche gegriffen. Genau in diese Nische springen die beiden Unternehmer Lars Wilmer und Christian Brückner. Der 43-jährige Burgsteinfurter und sein drei Jahre jüngerer Kompagnon sind die Köpfe der „Herr Lars Möbelmanufaktur“.

Freitag, 10.01.2020, 21:00 Uhr aktualisiert: 12.01.2020, 13:34 Uhr
Freuen sich auf die Passagen in Köln: Lars Wilmer und sein Geselle Tom Kirst präsentieren einige der Möbelstücke und Accessoires, die sie auf dem Designer-Festival am Rheine zeigen werden.
Freuen sich auf die Passagen in Köln: Lars Wilmer und sein Geselle Tom Kirst präsentieren einige der Möbelstücke und Accessoires, die sie auf dem Designer-Festival am Rheine zeigen werden. Foto: rs

Gerade mal etwas mehr als ein Jahr ist das Unternehmen mit Sitz in Hollich unweit der B 54 alt. Und mischt mit seinen Produkten – hochwertige, von Hand aus nachhaltigem Holzanbau gefertigte Möbel – doch schon mit bei den Besten der Besten der Designerszene: In der kommenden Woche präsentiert sich „Herr Lars “ auf den „Passagen 2020“, des parallel zur Internationalen Möbelausstellung in Köln laufenden bedeutendsten deutschen Design-Festivals. Und nicht nur das: Die Steinfurter Möbelmacher sind mit 15 weiteren Kandidaten nominiert für den „Passagen-Prize“ des erfolgreichsten nationalen Newcomers der Branche.

„Die Nominierung hat uns förmlich umgehauen, das gibt uns einen Riesenschub“, sagt Lars Wilmer. Schon die Zusage der Gründerin und Hauptorganisatorin Sabine Voggenreiter, an der Ausstellung teilnehmen zu dürfen, sei eine große Ehre gewesen. Die Nominierung nun ein Sahnehäubchen, das noch oben drauf komme. „Wir lassen das jetzt mal auf uns zukommen, verstecken müssen wir uns jedenfalls mit unseren Produkten nicht“, gibt sich der studierte Möbelbauer selbstbewusst.

Noch bis vor rund anderthalb Jahren arbeitete Wilmer als Einzelkämpfer mit großer Produktpalette für einen räumlich eher überschaubaren Kundenkreis. „Mir war schon immer klar, dass ich in Richtung Online-Verkauf mehr machen müsste, aber dazu fehlte mir das Know-how“, berichtet der 43-Jährige. Die entscheidende Wende kam während eines Urlaubs mit seinem langjährigen Kumpel Christian Brückner . „Da Christian sich gut mit Marketing und Online-Handel auskennt, haben wir beschlossen, es gemeinsam zu versuchen“, erinnert sich Wilmer. Die Idee der „Herr Lars Möbelmanufaktur“ war geboren.

Mit sehr viel persönlichem Engagement und zusätzlicher professioneller Hilfe, unter anderem für die Anfertigung von Videos, gelang es, bereits im Frühjahr 2019 den Online-Shop zu eröffnen. Schnell entwickelte sich das Geschäft positiv. „Ob Facebook, Instagram oder Twitter – wir sind auf allen Kanälen aktiv“, verrät Wilmer das Erfolgsrezept. Hinzu kommt die Kooperation mit Influencern, also von Vermarktungsträgern in sozialen Netzwerken. Das alles trug dazu bei, dass die Zahl der Aufträge stetig stieg.

Indes: „Herr Lars“ setzt nicht nur auf das Online-Geschäft allein. „Uns ist die Bedienung des regionalen Markts und der Face-to-Face-Kontakt mit unseren Kunden ebenso wichtig“, sagt Wilmer. Der Möbelexperte bietet gerne eine Vor-Ort-Beratung an und liefert seine individuell gestalteten Möbel auch persönlich an die Kunden aus.

Keine Frage, die Burgsteinfurter Manufaktur verlässt dabei alles andere als Massenware. Ob Tische, Sideboards, Beistelltische, Lampen oder Messerblöcke – alles wird individuell nach Kundenwunsch angefertigt. Das verwendete Holz, nach Aussage von Wilmer zu mehr als 90 Prozent Eiche, stammt ausschließlich aus Deutschland sowie aus nachhaltiger Produktion. „Wir suchen die Stämme, die wir verarbeiten, selbst aus und können sogar sagen, aus welchem Wald diese stammen“, betont er nicht ohne Stolz.

Kurzfristig steht den Jungunternehmern nun das Abenteuer „Passagen 2020“ in Köln bevor. Am heutigen Samstag geht es mit rund einem Dutzend Möbeln aus dem Portfolio und drei Bullis los in Richtung Rheinmetropole. Am Sonntag erfolgt die Aufstellung – im Geschäft eines Herrenausstatters in der Innenstadt. Auch das alles andere als gewöhnlich. Am Montag dann wird‘s ernst: Eine Experten-Jury kommt und bewertet – nicht nur die handwerkliche Qualität der Möbel, sondern auch deren Inszenierung. Man darf gespannt sein, wie sich die „Underdogs“ aus der Provinz schlagen werden . . .

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