Maßnahmenpaket zur Kostenoptimierung bei den Steinfurter Bädern
Öffnungszeiten unverändert

Steinfurt -

Die beste Nachricht zu erst: Die Öffnungszeiten der beiden Steinfurter Bäder bleiben unverändert. „Nach aktuellem Stand“, wie Rolf Echelmeyer als Bäderchef am Donnerstag bei einer Pressekonferenz im Kombibad sagte. In der bei dieser Gelegenheit herausgegebenen schriftlichen Pressemitteilung ist von „zunächst“ zu lesen. Der Geschäftsführer der StEIn GmbH, in der der alte Bäderbetrieb zusammengefasst ist, stellte mit dem Vorsitzenden der Gesellschafterversammlung, Norbert Hageböck (FWS), der neuen kaufmännischen Leiterin der Stadtwerke, Claudia Vallböhmer, und dem Leitenden Schwimmmeister Markus Heerdt das Maßnahmenpaket vor, das der Gesellschafter in ihrer Dezemberversammlung beschlossen hatten, um die Kosten für Kombi- und Freibad in den Griff zu bekommen.

Donnerstag, 16.01.2020, 16:22 Uhr aktualisiert: 16.01.2020, 18:32 Uhr
Schwimmen wird in Steinfurt, wie schon im Dezember angekündigt, teurer: Die Eintrittskarte für Erwachsene soll ab Frühjahr vier anstatt 3,50 Euro kosten.
Schwimmen wird in Steinfurt, wie schon im Dezember angekündigt, teurer: Die Eintrittskarte für Erwachsene soll ab Frühjahr vier anstatt 3,50 Euro kosten. Foto: Drunkenmölle

Unterm Strich sollen jährlich rund 140 000 Euro mit einem ganzen Bündel von Maßnahmen eingespart werden, rechnete Rolf Echelmeyer vor. Die für die Besucher einschneidendste Maßnahme: Der Eintrittspreis für Erwachsene klettert, wie bereits berichtet, von 3,50 auf vier Euro. „Das ist die erste Anhebung seit 14 Jahren“, warb Norbert Hageböck für Verständnis. Außerdem wird die Jahres- zugunsten einer 100er-Karte abgeschafft. Die wird 200 Euro kosten und ermöglicht damit einen Rabatt von 50 Prozent auf den regulären Eintrittspreis. Wann die Tarifumstellung erfolgen wird, konnte Echelmeyer nicht genau sagen: „Frühestens zum 1. April.“

Um die Arbeitsbelastung des Schwimmmeister-Teams zu verringern, wurde eine zusätzliche Stelle eingerichtet. Markus Heerdt : „Wir schieben derzeit 1100 Überstunden vor uns her.“ Angesammelt im vergangenen Sommer. In der Hoch-Badezeit fährt die auf zehn Köpfe angewachsene Mannschaft in der Woche täglich eine Zehn-Stunden-Schicht. An eine Ausweitung der Badezeiten, zum Beispiel bis später in den Abend hinein, ist allerdings auch mit dem neuen Personalschlüssel nicht machbar.

Die Gesellschafterversammlung hat im Dezember außerdem die Mittel für die letzte Stufe der Freibadsanierung freigegeben. „Schon in der kommenden Woche findet ein erstes Gespräch mit dem Förderverein statt“, erläuterte Rolf Echelmeyer. Auf dessen tatkräftige Unterstützung hofft er natürlich auch weiterhin. Im nächsten Schritt sollen die sanitären Anlagen erneuert werden. „Das wird allerdings kaum vor der anstehenden Badesaison zu schaffen sein“, so der StEIn-Geschäftsführer.

Als weiteres Ziel haben sich die Verantwortlichen eine bessere Auslastung der Bäder vorgenommen. „Wir müssen versuchen, drei Interessengruppen unter einen Hut zu bekommen: Die Vereine, die Schulen und die Öffentlichkeit“, verdeutlichte Rolf Echelmeyer das Problem. Dazu sollen jetzt Gespräche mit allen Beteiligten geführt werden – wohl wissend, dass gerade bei den Schulen ein großer verwaltungstechnischer Apparat hinter den Schwimmzeiten steht. Eine Idee für das Vereinsschwimmen: Warum können nicht in Anlehnung an die Sporthallennutzung auch die Schwimmvereine nach ihrem Training das Bad selbstständig abschließen? Claudia Vallböhmer: „Dann könnten unsere Mitarbeiter früher nach Hause gehen und Arbeitsstunden einsparen.“ Markus Heerdt könnte sich weiterhin gut vorstellen, das Kursangebot in den Bädern zu erweitern. „Wir haben derzeit 22 Kurse im Kombibad laufen, die alle sehr gut ausgelastet sind. Da steckt noch Potenzial drin.“

Ist die einzige Aufgabe der StEIn GmbH derzeit das Betreiben der Bäder, sollen möglichst schnell neue Geschäftsfelder geschaffen werden. So könnte sich der Geschäftsführer Energieversorgung, Quartiersmanagement, Digitalisierung, und Glasfaserausbau vorstellen. Außerdem soll die Eigenkapitalquote der Stadtwerke auf Dauer gestärkt werden: Ein größerer Teil des erwirtschafteten Gewinns soll im Hause bleiben. Echelmeyer ist optimistisch, dass die 200 000 Euro, die die Stadt für 2018 zuschießen musste, die Ausnahme bleiben werden. „Wir sind sehr guter Hoffnung, dass die Bäder so auf Dauer finanziert werden können.“

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