Frank Schneider hat sich auf den Einbau von Bootselektronik und Zubehör spezialisiert
Yachtservice gibt’s auch in Stemmert

Burgsteinfurt -

Dass ein Schiffsausrüster in der eigentlich von Pedaltretern geprägten Radfahrer-Region sein Aus- und Einkommen hat, das würden selbst gestandene Münsterländer möglicherweise auf Anhieb nicht vermuten. Um so größer ist die Überraschung, dass in Steinfurt, wo die nächsten großen Flüsse, Seen, Meere und Häfen doch einige hundert Kilometer entfernt liegen, selbst für dieses Business ein Firmenstandort ist.

Freitag, 17.01.2020, 06:00 Uhr
Vergleichbare Yachten stattet Frank Schneider nach individuellen Wünschen der Eigner mit Extras aus. Insbesondere Navigationsgeräte sind gefragt. Ab morgen ist der Burgsteinfurter wieder auf der „boot“ in Düsseldorf auf einem Messestand vertreten.
Vergleichbare Yachten stattet Frank Schneider nach individuellen Wünschen der Eigner mit Extras aus. Insbesondere Navigationsgeräte sind gefragt. Ab morgen ist der Burgsteinfurter wieder auf der „boot“ in Düsseldorf auf einem Messestand vertreten. Foto: Frank Schneider

Dass ein Schiffsausrüster in der eigentlich von Pedaltretern geprägten Radfahrer-Region sein Aus- und Einkommen hat, das würden selbst gestandene Münsterländer möglicherweise auf Anhieb nicht vermuten. Um so größer ist die Überraschung, dass in Steinfurt, wo die nächsten großen Flüsse, Seen, Meere und Häfen doch einige hundert Kilometer entfernt liegen, selbst für dieses Business ein Firmenstandort ist. Frank Schneider ist in der Branche seit einigen Jahren mit seinem Boots- und Yachtservice erfolgreich unterwegs. „Der Unternehmenssitz“, so sagt der 58-Jährige, „spielt für mein Geschäft nicht die entscheidende Rolle.“ Wer gute Geschäfte machen will, müsse schnell erreichbar, ausreichend mobil, immer flexibel sein und gute Arbeit abliefern. Das schaffe Kundennähe.

Schneider hat sich diesen Ruf hart erarbeitet. Heute hat er Schiffseigner aus dem In- und Ausland in seiner Kundenkartei, ist soeben von seinem Vertragspartner Raymarine, einem der weltweit führenden Entwickler und Hersteller von Marineelektronik, als „Service Dealer 2019“ ausgezeichnet worden und mittlerweile auch auf vielen Messen vertreten. Die morgen (18. Januar) beginnende „boot“, die weltgrößte Bootsmesse in Düsseldorf, darf da in seinem Terminplaner nicht fehlen. Schneider ist schon auf dem Weg dorthin.

Seit 2002 ist der Burgsteinfurter selbstständig. Seine handwerklichen Wurzeln hat er in der Elektrotechnik und dem Kfz-Gewerbe. Bis 2005 hat er zusammen mit einem Kompagnon für einen bekannten Händler in Metelen neue Bootsschalen zu Motorsportbooten ausgebaut. 2006 folgte die Neuorientierung und Spezialisierung, als Schneider nunmehr in eigener Regie seinen mobilen Boots- und Yachtservice in Steinfurt aufbaut. Seitdem ist er sich auf den Einbau von Extras wie Navigations- und Bordelektronik, Autopiloten, Klima-, Radio- und TV-Anlagen, Gangways, Beleuchtung, Generatoren und Zubehör spezialisiert. Dabei arbeitet er mit renommierten Bootshändlern zusammen und kommt überall (auch ins Ausland) dorthin, wo seine Dienste und Angebote gefragt sind. Die Marina Ancora, der mit 1400 Liegeplätzen größte und modernste Yachthafen an der Ostsee, gehört zu Schneiders am häufigsten angesteuerten Zielen. Die Arbeit kann ihn, je nach Auftragsumfang, schon mal mehrere dort Tage binden.

Freizeitkapitäne von kleinen Motorbooten gehören genauso zu seinen Auftraggebern wie Eigner von luxuriös ausgestatteten Hochseeyachten. Ein kleines Elektrokabel ist bei Schneider genauso zu bekommen wie eine top ausgestattete Radaranlage. „Ob groß oder klein. Der Aufbau der Schiffe ist vom Prinzip her immer gleich. Das macht die Arbeit etwas einfacher“, fügt Schneider an.

„Wenn jemand im Hafen mein Auto mit ST-Kennzeichen sieht, werde ich oft angesprochen“, lebt Schneider auch von guter Mund-zu-Mund-Propaganda und Empfehlungen. „Persönliche Kontakte sind wichtig. Meine gute Menschenkenntnis hilft mir, mit meinen Kunden eine Sprache zu sprechen. Und wenn die Arbeit gut und der Eigner zufrieden ist, spricht sich das rum.“

Sowohl in der Bootsszene als auch in der Branche gut vernetzt zu sein, gehört für den 58-Jährigen darüber hinaus zu einer wichtigen Geschäftsgrundlage, stets „eine Handbreit Wasser unterm Kiel“ zu haben. Schneider verschweigt nicht, dass das zu Beginn seiner Selbstständigkeit als Start-Upper nicht immer so war. Der Mut habe ihn aber nie verlassen, auch, um im Bild zu bleiben, „schwere See“ zu überstehen. Heute steuere er seinen Betrieb durch vergleichbar ruhiges Fahrwasser – auch wenn die Waterkant ein ganz schönes Stück vom Steinfurter Binnenland entfernt ist . . .

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