Holzeinschlag im Bagno
Große Gefahren durch kranken Baumbestand

Steinfurt -

Olaf Hoffmann muss nur ein paar Schritte vom Parkplatz Richtung Golfclub gehen, dann hat er auch schon einen armdicken und mannshohen Ast knochentrockenes Totholz vom Waldrand auf den Grünstreifen gezogen. Kaum jemand mag sich vorstellen, wenn so ein Exemplar aus heiterem Himmel wohlmöglich einem Spaziergänger auf den Kopf fällt. „Lebensgefährlich ist das“, lenkt der Revierförster im Steinfurter Bagno den Blick vom Boden in die Höhe.

Montag, 20.01.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 20.01.2020, 16:54 Uhr
Revierförster Olaf Hoffmann muss im Bagno nicht lange suchen, dann hat er schon einen abgebrochenen Ast gefunden. Kranke Bäume bilden eine immer größere Gefahr für die Waldbesucher. Aus diesem Grund werden schadhafte Pflanzen ab Ende Januar entfernt. Bäume die gefällt werden, sind bereits rot gekennzeichnet.
Revierförster Olaf Hoffmann muss im Bagno nicht lange suchen, dann hat er schon einen abgebrochenen Ast gefunden. Kranke Bäume bilden eine immer größere Gefahr für die Waldbesucher. Aus diesem Grund werden schadhafte Pflanzen ab Ende Januar entfernt. Bäume die gefällt werden, sind bereits rot gekennzeichnet. Foto: Drunkenmölle

Olaf Hoffmann muss nur ein paar Schritte vom Parkplatz Richtung Golfclub gehen, dann hat er auch schon einen armdicken und mannshohen Ast knochentrockenes Totholz vom Waldrand auf den Grünstreifen gezogen. Kaum jemand mag sich vorstellen, wenn so ein Exemplar aus heiterem Himmel wohlmöglich einem Spaziergänger auf den Kopf fällt. „Lebensgefährlich ist das“, lenkt der Revierförster im Steinfurter Bagno den Blick vom Boden in die Höhe. Äußerliche Warnsignale an kahlen Kronen, Feinreisig oder Verästelungen lassen darauf schließen, dass die Bäume leiden und in Folge von Dürreschäden immer mehr Flächen für Schädlinge und Pilze bieten, zum Angriff zu blasen. Stürme und anhaltende Trockenheit bringen nicht nur Nadelbäume (Hoffmann: „In zwei Jahren steht hier keine Fichte mehr“), sondern mittlerweile auch Buchen und Eschen gefährlich ins Wanken – und zwingen die Fürst zu Bentheimsche Forstverwaltung zu handeln.

Ab Ende Januar werden entlang der Bundesstraße 510 kranke Stämme aus den Beständen genommen, kündigt Hoffmann umfangreiche Waldarbeiten zwischen Burgsteinfurt und Borghorst an. Ziel ist es, die von den kranken Bäumen ausgehenden Gefahren zu mindern und die Verkehrssicherheit so gut es geht wieder herzustellen. Befürchtungen, dass ein Kahlschlag entstehen könnte, seien unbegründet, winkt Hoffmann ab. Immerhin gebe es im Bagno auch Parzellen, die noch weitgehend gesund seien. Wo aber von einzelnen Standorten erhöhte Risiken ausgehen (die betroffenen Bäume sind bereits rot gekennzeichnet), müsse die Säge angesetzt werden.

Den Auftrag dafür hat die Firma Stöppler bekommen. Das in Borghorst ansässige Forstunternehmen wird einen sogenannten Vollernter einsetzen, wie man ihn eigentlich nur beim Einschlag von Nadelholz kennt. „Das geschieht aus Sicherheitsgründen“, fügt Hoffmann an. Die Maschine wird auf Moorbändern bewegt. Damit soll der Druck auf den sensiblen Waldboden verringert werden. Das Team von Hoffmann wird die Arbeiten begleiten.

Hoffmann bittet in diesem Zusammenhang alle, die auf den Wegen durchs Bagno unterwegs sind, um Verständnis, dass die Bereiche, in denen in den nächsten Wochen Holz gerückt wird, abgesperrt werden müssen. „Das alles geschieht nicht, weil wir die Leute ärgern, sondern für ihre Sicherheit sorgen wollen“, fügt Hoffmann an. Absperrbänder sollten unbedingt beachtet werden, appelliert der Förster an alle Waldbesucher und -läufer, die Hinweise auch dann zu befolgen, wenn gerade einmal keine Waldarbeiten zu sehen und zu hören sind: „Einfach rüberklettern, das ist unverantwortlich.“ Jederzeit könnten Äste abbrechen und Bäume umfallen.

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