HEBK
Ideen für die Quartiersentwicklung

Burgsteinfurt -

Wie es um die Busverbindungen bestellt, wie gut die Freifunkinfrastruktur ausgebaut ist, welche Ausgehmöglichkeiten die Stadt Steinfurt bietet oder auch wie sich die Innenstadt aufwerten lässt – mit diesen Fragen haben sich Schüler des Hermann- Emanuel-Berufskollegs des Kreises Steinfurt zwei Tage lang in der Projektwerkstatt „Mein Veedel, Mein Kiez, Mein Quartier“ auseinandergesetzt. Im Fokus stand die Kommunalpolitik.

Montag, 27.01.2020, 16:40 Uhr
Die Schülergruppe, die sich mit Fußgängerüberwegen beschäftigt hatte, stellte ihre Ergebnisse der Steinfurter Stadtjugendpflegerin Ute Kriens (r.) vor. Moderator Lucien Luckau (l.) von der Friedrich-Ebert-Stiftung mit Christian Nieder und Klaus Meiers, Ute Kriens, Norbert Maßmann, Lisa Overkamp und Marita Büchter.
Die Schülergruppe, die sich mit Fußgängerüberwegen beschäftigt hatte, stellte ihre Ergebnisse der Steinfurter Stadtjugendpflegerin Ute Kriens (r.) vor. Moderator Lucien Luckau (l.) von der Friedrich-Ebert-Stiftung mit Christian Nieder und Klaus Meiers, Ute Kriens, Norbert Maßmann, Lisa Overkamp und Marita Büchter. Foto: Rainer Nix

Am Freitag wurden die Vorgehensweisen und Ergebnisse dem stellvertretenden Bürgermeister Klaus Meiers , der Jugendpflegerin Ute Kriens, Lisa Overkamp von der Kinder- und Jugendförderung des Kreises, Norbert Maßmann vom Kreisjugendring sowie der stellvertretenden Schulleiterin Marita Büchter präsentiert. Die Friedrich-Ebert-Stiftung hatte das Projekt begleitet.

„Teilgenommen haben drei Klassen aus der zweijährigen Berufsfachschule“, erläuterte Büchter. Sie war beeindruckt. „Sie sind wissenschaftlich an die Themen herangegangen, haben Umfragen durchgeführt und ausgewertet“, so Büchter. „Innerhalb von nur zwei Stunden sammelte eine Gruppe 400 Unterschriften für die Anlage eines Zebrastreifens am Bahnhof“, sagte die stellvertretende Schulleiterin. „Wenn die Schule morgens beginnt, kommen Züge und Busse mit hunderten Schülern“, erklärte Politiklehrer Christian Nieder, Initiator des Projektes. Sie alle laufen dann zur nahe gelegenen Berufsschule und möchten sicherer als zuvor die Straße überqueren.

Den Freifunk in den Steinfurter Innenstädten haben die Kolleg-Schüler mit ihren Handys untersucht und Signalstärken getestet. Herausgefunden wurde, dass diese nicht überall ausreichend ist. Daher plädieren sie für den weiteren Ausbau.

Argumente, wie „ein touristischer Mehrwert“ entsteht oder „Flüchtlinge und sozial benachteiligte Personen die Chance zur digitalen Teilhabe bekommen“, formulierten die Projektteilnehmer schriftlich.

Zu „Busverbindungen“ befragten die Schüler 79 Passanten und entwickelten einen Faktenzettel, den sie unter anderem mit Meiers diskutierten. „Ochtrup brauchte morgens und mittags einen zweiten Bus“, „Bus nach Horstmar sollte ein paar Minuten später abfahren“ oder „Bus Reckenfeld sollte nachmittags mehr Haltestellen anfahren“ war dort zu lesen. Der Bürgermeister-Stellvertreter erläuterte die Faktoren, die bei der Einrichtung von Busrouten eine Rolle spielen. „Damit Busse rentabel fahren können, müssen entsprechende Bedarfe vorliegen“, sagte er. Es reiche nicht, wenn nur wenige Schüler eine bestimmte Verbindung wünschen, die Tickets müssten auch bezahlbar bleiben.

Autos mit Wasserstoffantrieb, die mögliche Einrichtung von mehr Kneipen, Clubs oder Diskotheken waren weitere Themen, mit denen sich die Projektteilnehmer engagiert auseinandersetzten. Zahlreiche Anregungen werden jetzt von den Vertretern der Stadt und des Kreises in ihre Ämter mitgenommen. Die Schüler hoffen, dass manche Idee auf fruchtbaren Boden fällt.

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