Jan Röschenkämper folgt Günter Marquard als neuer Vorsitzender
Verjüngungskur für die Steinfurter CDU

Steinfurt -

Die CDU Steinfurt hat mit der Vorstandswahl vom Freitag eine Verjüngungskur auf der Leitungsebene eingeleitet. Der 32-jährige Jan Röschenkämper löst den 70 Jahre alten Günter Marquard ab, der aus gesundheitlichen Gründen sein Amt zur Verfügung gestellt hatte.

Sonntag, 09.02.2020, 15:06 Uhr aktualisiert: 09.02.2020, 15:56 Uhr
Neuer Vorstand CDU Steinfurt: Stellvertretender Vorsitzender Rolf Diekmann, Schriftführer Hagen Libeau, Schatzmeister Michael Freitag, Vorsitzender Jan Röschenkemper, CDU-Kreisstagskandidat Tim Soller, CDU-Kreisvorsitzende Christina Schulze Föcking (v.l.)
Neuer Vorstand CDU Steinfurt: Stellvertretender Vorsitzender Rolf Diekmann, Schriftführer Hagen Libeau, Schatzmeister Michael Freitag, Vorsitzender Jan Röschenkemper, CDU-Kreisstagskandidat Tim Soller, CDU-Kreisvorsitzende Christina Schulze Föcking (v.l.) Foto: Axel Roll

Blau, rot, gelb, grau, apricot, weiß, grün – für die 50 Steinfurter CDU-Mitglieder war es ein bunter Freitagabend. Zumindest was die Farbe der Stimmzettel anbelangt, die sie im Saal der „Schlossmühle“ da in einem wahren Wahlmarathon nacheinander mal mit einem, manchmal aber auch mit bis zu vier oder fünf Kreuzchen für die Stimmenauszähler kennzeichneten. Die Christdemokraten leiteten damit acht Monate vor der Kommunalwahl einen personellen Neuanfang ein – angestoßen durch den vorzeitigen, gesundheitlich bedingten Rücktritt des Vorsitzenden Günter Marquard . Die Steinfurter Union setzt dabei auf ein junges Führungspersonal: Mit Jan Röschenkämper steht seit Freitag ein 32 Jahre junger Verwaltungsbeamter an der Spitze. Seine beiden neuen Stellvertreter Jörg Nimbach mit 39 und Daniel Breilmann mit 43 Jahren sind dabei nur unwesentlich älter. Rolf Diekmann, bereits im vorangegangenen Vorstand Stellvertreter, komplettiert das neue Führungsgespann.

Röschenkämper, Sachbearbeiter für Digitalisierung beim Kreis Steinfurt, will die Stadt „nachhaltig und zukunftsorientiert weiterentwickeln“. Dazu möchte er für die vorrangigen Themen innerhalb der Partei-Arbeitskreise etablieren. Den Mitgliedern kündigte der Borghorster eine Neuformation der Ortsunion an, in der Eigenverantwortung, Teamarbeit, aber auch Einigkeit nach außen und Bürgernähe wichtige Ziele sein sollen. „Ich will die CDU nicht verwalten, sondern gestalten“, schloss Röschenkämper seine Bewerbungsrede, die offensichtlich zündete: 52 von 58 Mitglieder gaben ihm ihre Stimme.

Der scheidende Vorsitzende Günter Marquard betonte, dass er bis zur Kommunalwahl weiter in der Fraktion mitarbeiten werde. Die acht Monate bis zur Wahl reichten für den neuformierten Vorstand aus, die richtigen Weichen zu stellen. Kreisvorsitzende Christina Schulze Föcking lobte die Arbeit Marquards: „Du hast nicht nur die Partei geführt, Dein Herz ist darin aufgegangen.“

Wo im kommunalpolitischen Tagesgeschäft aus Sicht der Ratsfraktion der Finger in die Wunde gelegt werden muss, machte der stellvertretende Vorsitzende Rolf Diekmann deutlich: „Sozialer Wohnungsbau wird nur zögerlich umgesetzt.“ Außerdem müsse die Stadt erheblich in neuen Schulraum investieren – und nicht nur in die Sanierung der Gebäude. Bei den Bädern sollten die eingestielten Einsparungen dazu führen, dass es keine weiteren Zuschüsse aus der Stadtkasse geben wird. Grundsätzlich sei die Fraktion mit der Arbeit der Bürgermeisterin „nicht immer einverstanden“. Das Thema Bürgermeisterkandidatur blendeten Vorstand wie Mitglieder am Freitag übrigens komplett aus. Dazu soll es im März weitere Versammlungen geben.

CDU-Landtagsabgeordnete und Kreisvorsitzende Christina Schulze Föcking streifte bei ihrem Bericht aus Düsseldorf natürlich auch das Desaster im Thüringer Landesparlament. Ihre feste Überzeugung: „Diese Situation hätte es in NRW nie gegeben.“ CDU und FDP arbeiteten „Hand in Hand“. Schulze Föcking wörtlich: „Wir haben noch nie gewackelt.“

Zurückgezogen hat sich Christina Schulze Föcking nach ihrem Rücktritt als Ministerin aus dem Bereich Landwirtschaft. Stattdessen ist sie jetzt Sprecherin der neu gegründeten Kinderschutzkommission, wie sie erläuterte. Dabei machte die Burgsteinfurterin unmissverständlich klar: „Wir wollen keine politischen Debatten, sondern Lösungen für die betroffenen Kinder.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7248822?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F186%2F
Nachrichten-Ticker