MOVERO-Projekt geht nach drei Jahren Forschung in der Steinfurter FH zu Ende
Oberflächen-Forschung am Puls der Zeit

Mittwoch, 12.02.2020, 08:00 Uhr
Oberflächen sind verschieden beschaffen und haben deshalb unterschiedliche Eigenschaften. Wie man sie gezielt verändern kann, darum ging es im Projekt MOVERO.
Oberflächen sind verschieden beschaffen und haben deshalb unterschiedliche Eigenschaften. Wie man sie gezielt verändern kann, darum ging es im Projekt MOVERO. Foto: FH Münster/Smarra/Hildenhagen

„Funktionalisiert bedeutet, dass wir Oberflächeneigenschaften gezielt verändern“, erklärt Jürgen Gröninger , wissenschaftlicher Mitarbeiter des Laserzentrums an der FH in Steinfurt. Und da es heutzutage massig Oberflächen mit vielen Potenzialen gibt, läuft auch die Forschung, wie und mit welchen Technologien sich Oberflächen verändern lassen, weltweit auf Hochtouren. Auch auf dem Steinfurter Campus.

Dort ist jetzt das deutsch-niederländische INTERREG-geförderte Projekt MOVERO zu Ende gegangen. Das steht für die „Nutzung und Weiterentwicklung von modernen Verfahren der Oberflächenstrukturierung für interdisziplinäre Anwendungen in der regionalen Industrie“. Konkret: Über mehr als drei Jahre haben zehn Unternehmen aus verschiedenen Branchen sowie Forscher der FH und der Uni Twente Ideen zur Flächenbearbeitung und vor allem zur Funktionalisierung weiterentwickelt. „Wir haben daran geforscht, wie wir Oberflächen mit verschiedenen Technologien, vor allem mit Lasern und Prägeverfahren, bearbeiten können, damit sie bestimmte Eigenschaften haben. Dass Folien zum Beispiel Licht führen können, dass sie schmutz- und wasserabweisend sind, dass Implantate Bakterien abwehren oder anziehen“, erklärt Gröninger. Entstanden sind unter anderem Reflektorfolien: Sie können einfach auf die Solarmodule geklebt werden und steigern so die Effizienz der Anlage, weil die Lichtausbeute erhöht wird. Weitere Arbeitsschwerpunkte waren optische Mikro- oder Soft-Touch-Strukturen – da ging es darum, die Haptik anzupassen, beispielsweise dafür zu sorgen, dass sich Holzoptik auch wie Holz anfühlt –, antibakterielle Oberflächenstrukturen, strukturierte Metalloberflächen zur Generierung biomedizinischer Effekte und strukturierte Polymeroberflächen mit Selbstreinigungsfunktion.

„Das Projekt ist genau am Puls der Zeit“, sagt Marco Smarra, ebenfalls wissenschaftlicher Mitarbeiter am Laserzentrum. „Die Firmen haben reihenweise Kundenanfragen, und es geht immer um Oberflächen. Mit MOVERO haben wir unsere Kompetenzen gebündelt und potenzielle Anwendungen erschlossen.“ Es sei aber auch darum gegangen, in der Region bekannter zu machen, welche Potenziale in der Funktionalisierung von Flächen schlummern.

Die Projektpartner waren: FH Münster, TAFH Münster GmbH, DLR-Institut für Vernetzte Energiesysteme e.V., Schepers GmbH & Co. KG, SAUERESSIG GmbH & Co. KG, Universiteit Twente, Irmato, Kamp Coating Apeldoorn BV, Materiomics, Morphotonics B.V., Duropanel BV, FMI Industrial Automation B.V. und ECM Technologies BV.

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