Ausstellung im Stadtmuseum
Steinfurter Aa gibt alte Kriegswaffe frei

Burgsteinfurt -

Seit Anfang September 2019 werden im Stadtmuseum gegenüber der Hohen Schule in Burgsteinfurt zahlreiche Fotos, Dokumente, Gegenstände oder Zeitungsausschnitte über „Burgsteinfurt im II. Weltkrieg“ ausgestellt. Hans Knöpker, der den Museumskreis des Heimatvereins Burgsteinfurt leitet, ist erstaunt und überrascht, auf welche Resonanz diese Ausstellung mittlerweile in der Bevölkerung gestoßen ist.

Freitag, 14.02.2020, 17:45 Uhr aktualisiert: 16.02.2020, 17:56 Uhr
Hans Knöpker, Renate Buntz und Norbert Schröder (r.) vom Museumskreis des Heimatvereins begutachten das stark verrostete Maschinengewehr, das beim Bau der Fischtreppe im Jahr 2005 von einem Bagger wieder ans Tageslicht befördert wurde.
Hans Knöpker, Renate Buntz und Norbert Schröder (r.) vom Museumskreis des Heimatvereins begutachten das stark verrostete Maschinengewehr, das beim Bau der Fischtreppe im Jahr 2005 von einem Bagger wieder ans Tageslicht befördert wurde. Foto: Günther Hilgemann

„Es vergeht kaum ein Tag, wo wir nicht neue Materialien zum Thema angeboten bekommen. Wir sind ständig damit beschäftigt, die Ausstellung zu ergänzen und neu zu gestalten.“ Deswegen hat sich der Verein auch entschlossen, das Thema weiter zu verfolgen.

Ein besonderes Fundstück ist jetzt in die Ausstellung integriert worden. Im Jahr 2005 wurde am Schloss die Straße aufgerissen, um die Fischtreppe zu bauen. Damals hat der Bagger aus dem Geröll und Schutt im Untergrund ein stark verrostetes Maschinengewehr ans Tageslicht befördert. Das Relikt des Zweiten Weltkrieges wurde einem Heimatfreund übergeben. 15 Jahren sind seitdem vergangen. Und jetzt ist die Idee entstanden, das alte MG aus dem Lagerplatz in einem Gartenschöppken in die aktuelle Ausstellung zu integrieren. Wie das Maschinengewehr in das Flussbett der Steinfurter Aa geriet, dazu gibt es spannende Vermutungen. Heimatfreund und -forscher Günther Hilgemann sieht einen Zusammenhang mit einer Naturkatastrophe im Februar 1946, als Burgsteinfurt vom stärksten Hochwasser aller Zeiten heimgesucht worden war. Hilgemann dazu: „Der Hochwasserspiegel reichte bis auf die Wasserstraße. Die Schlossmühle war komplett vom Wasser eingeschlossen. Die unbändigen Fluten rissen am 6. Februar die Straße am Eingang zum Bagno komplett weg.“ Zu allem Unglück sei in der Nacht ein Jeep der damaligen britischen Besatzungstruppen, die im Steinfurter Schloss Quartier bezogen hatten, in dieses Straßenloch gerissen worden. Zwei Soldaten waren in den Fluten ertrunken. „Ob das geborgene MG ein Relikt dieses Unfalls ist, wird sich wohl nicht klären lassen“, fügt Hilgemann an. Dennoch ist die Geschichte so interessant, dass sich der Museumkreis entschlossen hat, zu diesem Ereignis Bilder auszustellen – und natürlich auch das Maschinengewehr zu zeigen. Nach Recherchen ist sich Norbert Schröder vom Museumskreis mittlerweile sicher, dass es sich bei der Waffe nicht um ein deutsches Modell handelt. Demnach sei die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Waffe aus britischen Beständen tatsächlich beim Unglück 1946 in die Aa gelangt ist.

Die Öffnungszeiten des Museums sind sonntags von 14.30 bis 17 Uhr sowie dienstags bis freitags von 10 bis 12 Uhr oder nach Vereinbarung.

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