Verein „Wie wollen wir leben“ stellt Aktionsprogramm vor
Von der Utopie zu konkreten Projekten

Steinfurt -

Es wird jetzt konkret: Der im vergangenen August gegründete Verein „Wie wollen wir leben“ hat sein Aktionsprogramm vorgestellt. Der Bogen von der Utopie hin zu konkreten Projekten ist gespannt. Sechs von ihnen wurden erläutert.

Montag, 17.02.2020, 07:52 Uhr aktualisiert: 17.02.2020, 15:26 Uhr
Uli Ahlke und seine Mitstreiter, darunter der ehemalige Landrat Thomas Kubendorff, stießen zum Schluss auf ein gutes Gelingen der Projekte an.
Uli Ahlke und seine Mitstreiter, darunter der ehemalige Landrat Thomas Kubendorff, stießen zum Schluss auf ein gutes Gelingen der Projekte an. Foto: Rainer Nix

Der Verein „Wie wollen wir leben“ hat seine Ziele bis ins Detail formuliert. Am Samstag präsentierten Initiator Uli Ahlke und seine Mitstreiter im Café Kater das Aktionsprogramm des im vergangenen August gegründeten Vereins. „Die gemeinsame Arbeit daran war visionär und kreativ“, betonte Ahlke.

Mittlerweile 40 Vereinsmitglieder und viele Nichtorganisierte möchten, dass der Lauf der Welt nicht mehr hauptsächlich von rein finanziellen Interessen bestimmt wird, die der Umwelt schaden. Sie fordern, dass sich die Zivilgesellschaft viel stärker engagiert und Nachhaltigkeit sowie Klimaschutz voranbringt. Kernpunkte sind regionales Handeln, gutes Leben, Frieden, Ökologie und Bildung.

Jetzt wird es konkret: Die Vernetzung mit gleichgesinnten Gruppen, Einrichtungen und Organisationen ist bereits erfolgt oder zumindest auf den Weg gebracht. Der Bogen von der Utopie hin zu konkreten Projekten ist gespannt. Sechs von ihnen, in einer Broschüre zusammengefasst, wurden vorgestellt.

Für jedes Projekt gibt es Lotsen, die über besondere Kompetenz verfügen und als Ansprechpartner dienen. Beim „Foodsharing“ soll das Bewusstsein gegen Lebensmittelverschwendung geschärft werden. Dazu gehört das Aufzeigen von Vermeidungsstrategien. Thomas Kubendorff, ehemaliger Landrat, und Elke Schmitz betreuen dieses Projekt.

„Creative For Future“ ist ein neues, vielseitiges Veranstaltungsformat mit den Projektlotsinnen Lisa Ahlke und Claudia Mertins. Am 25. Oktober startet in der Stadtbücherei Steinfurt der erste „Creative For Future“-Tag. Kreatives Kochen am Markt 1, ein Schreibworkshop zum Thema „Wie wollen wir leben“, ein intergenerativer Kreativ-Malworkshop und vieles mehr gehören dazu.

Der „Steinfurter Sommer“, Lotse ist Uli Fischer vom Kreissportbund Steinfurt, fokussiert sich auf die Schwerpunkte Bewegung, Lebensfreude und Nachhaltigkeit. Aktionswochen dazu gibt es vom 27. Juni bis zum 7. August. Sie verbinden tägliche Bewegung mit dem Kennenlernen besonders nachhaltiger Lernorte rund um Steinfurt. Sport und Bildung sind Kernpunkte.

Hinter dem Projekt „Leih-Bar“ verbirgt sich eine „Bibliothek der Dinge“. Es geht nicht um Bücher, sondern um Dinge des alltäglichen und außeralltäglichen Bedarfs zum Verleih. „Wir wollen nachhaltigen Konsum in der Region etablieren“, so Lotsin Martina Stienemann, die mit Hendirk Homann federführend ist. Denn: „Tauschen und Leihen ist einfacher als kaufen.“

Das Projekt „Friedliche Dialogkultur“ meint die methodische Entwicklung einer respektvollen, friedlichen und wertschätzenden Dialogkultur für eine Voll-Wert-Region. Landwirtschaftliche Produzenten und Konsumenten leben heute in einem ökonomischen und ökologischen Spannungsfeld. Die Landwirtschaft sieht sich mit Vorwürfen in den Bereichen Tier-, Arten- sowie Umweltschutz und globale Verantwortung konfrontiert. Die Steinfurter „Initiative Zukunftsorientierte Landwirtschaft“ möchte den sachlichen Dialog anstoßen. „Miteinander reden und voneinander lernen sind wichtige Punkte“, sagt Lotsin Renate Waltermann, die mit Rolf Engels das Projekt begleitet.

„Die Rettung der Erde beginnt in deinem Garten“, heißt es im Kontext des Projektes „LebensraumGRÜN“. Förderung der Biodiversität, Sensibilisierung der Bürger und die Reduzierung des Eichenprozessionsspinners sind vornehmlich Ziele. Projektlotsen sind Anita Conen-Thien, Lilli Schröer, Laurenz Pieper, Norbert Heeke und Laurenz Wiggelinghoff.

In einer kurzen Talkrunde äußerten sich Vertreter der politischen Parteien positiv zu den Projekten und sagten wo möglich Unterstützung zu. Am 18. März spricht Professor Dr. Niko Paech im Haus der Bürger zum Thema „Wege aus der Wachstumsfalle“. Um „Gemeinwohl-Ökonomie“ geht es am 28. Mai mit Christian Felber. Weitere Mitstreiter sind im Verein gerngesehen.

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