Solo-Kontrabassist Ödön Rácz tritt mit „l‘arte del mondo“ in der Bagnogalerie auf
Ein wahrer Meister seines Fachs

Steinfurt -

Er ist einer der Solo-Kontrabassisten der Wiener Philharmoniker und zeigte in der Bagnogalerie seine ganze Klasse: Ödön Rácz trat gemeinsam mit dem Bagno-Hausorchesters „l‘arte del mondo“ auf.

Sonntag, 16.02.2020, 17:56 Uhr
Zeigte beim Konzertabend sein ganzes Können: Ödön Rácz, einer der Solo-Kontrabassisten der Wiener Philharmoniker. Er war für ein gemeinsames Konzert mit dem Hausorchesters „l‘arte del mondo“ in der Bagnogalerie (kl. Bild.).
Zeigte beim Konzertabend sein ganzes Können: Ödön Rácz, einer der Solo-Kontrabassisten der Wiener Philharmoniker. Er war für ein gemeinsames Konzert mit dem Hausorchesters „l‘arte del mondo“ in der Bagnogalerie (kl. Bild.). Foto: Martin Fahlbusch

Das war mal ein richtig außergewöhnlicher Konzertabend in dem wahrlich nicht an musikalischen Glanzlichtern armen Programm der Bagnogalerie im Steinfurter Wald. Die Veranstalter und Werner Erhardt, der Chef des Bagno-Hausorchesters „l‘arte del mondo“, hatten am Samstagabend mit Ödön Rácz einen der Solo-Kontrabassisten der Wiener Philharmoniker für einen gemeinsamen Auftritt gewonnen.

Und der zeigte schon bei den ersten Takten des Konzertes für Kontrabass und Orchester Nr. 2 h-moll von Giovanni Bottesini , dass er auf diesem Instrument „der langen Wege“ ein wirklich außerordentlicher Könner ist. Wie weggeblasen waren die mitunter üblichen Eindrücke, dieses Instrument könne nicht solistisch brillieren. Und wie, wenn es nur mit so viel Können, Einfühlungsvermögen gepaart mit einer wunderbaren Werkauffassung wie bei dem 39-jährigen in Budapest geborenen Musiker gespielt und vor allem beherrscht wird.

Tief über sein warm klingendes Instrument des Wiener Instrumentenbauers Ignatius Stadlmann von 1781 gebeugt, war Ödön Rácz ganz in die Musik versunken. Mit seinen kräftigen Händen, einer ganz außergewöhnlichen Grifftechnik und ausgestattet mit einer stupenden Streich- und Bogentechnik ließ er nicht den Hauch von Verhaltenheit oder gar Unsicherheit erkennen.

Jeder Ton saß sofort, wurde gestaltet und auch die sogenannten Flageolett-Töne – ganz nah am Steg gespielt – stellten keine wirklichen Ansprüche an diesen Könner. „Ja ein Kontrabass kann singen“, war man nach diesem Werk überzeugt, das mit Kadenzen ausgeschmückt alle Qualitäten eines aufhorchen lassenden Werks besaß.

Nach der Pause drehte der „Bass-Mann“ noch einmal mehr an der spieltechnischen Überraschungsschraube, als er die Bravour-Variationen auf der G-Saite hervorzauberte, die Nicolo Paganini nach einem Opernthema von Gioacchino Rossini geschrieben hatte. Mit gleich zwei enthusiastisch erklatschten Zugaben – wieder mit einer Preziose von Bottesini und einem italienischer Walzer gespielt von einen Wiener Philharmoniker (!) – verabschiedete sich dieser wahre Meister.

Nicht unterschlagen darf man aber an diesem Abend die ebenso begeisterten Auftritte von „l’arte del mondo“, die dem Kontrabassisten nicht nur wunderbare musikalische Dialogpartner waren. Quasi als Klammer für das Kontrabass-Programm zelebrierten sie eingangs eine frische, rheinisch-kölnische Überraschungssinfonie von Joseph Aloys Schmittbaur. Und absolut stimmig war dann der Abschluss mit der klug und nachgerade schmissig musizierten Sinfonie Nr. 33, B-Dur KV 319 von Wolfgang Amadeus Mozart. Hier spielten von ganz hervorragenden Bläsern begleitet die Streicher ihre satte, trockene und ungemein gelenkige Spielweise höchst hörgefällig aus.

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