Niedermühle: Besitzer Mondorf kündigt dem Heimatverein Burgsteinfurt Pachtvertrag zu Ende 2021
„Das ist schon ein Schock für uns“

Burgsteinfurt -

Die Überraschung ist groß, der Schock sitzt tief – bei allen Heimatfreunden, besonders aber bei den Mitgliedern der Mühlengruppe: Besitzer Philipp Mondorf hat den Pachtvertrag für die Niedermühle, Heimstatt des Vereins seit 1996, zu Ende 2021 gekündigt. Das bestätigte die Vorsitzende Dr. Barbara Herrmann am Montag auf Anfrage.

Montag, 17.02.2020, 15:36 Uhr aktualisiert: 18.02.2020, 12:30 Uhr
Dunkle Wolken über der Niedermühle an der Aa, seit 1996 Heimstatt des Heimatvereins: Besitzer Philipp Mondorf hat den Pachtvertrag gekündigt.
Dunkle Wolken über der Niedermühle an der Aa, seit 1996 Heimstatt des Heimatvereins: Besitzer Philipp Mondorf hat den Pachtvertrag gekündigt. Foto: Schippers

Die Überraschung ist groß, der Schock sitzt tief – bei allen Heimatfreunden, besonders aber bei den Mitgliedern der Mühlengruppe: Besitzer Philipp Mondorf hat den Pachtvertrag für die Niedermühle, Heimstatt des Vereins seit 1996, zu Ende 2021 gekündigt. Das bestätigte die Vorsitzende Dr. Barbara Herrmann am Montag auf Anfrage.

„Wir kennen die konkreten Gründe für diesen Schritt von Herrn Mondorf nicht“, so die Vereinschefin zum aktuellen Stand der Dinge. Der Vorstand werde daher nunmehr das Gespräch mit dem Besitzer, der die Mühle vor rund zwei Jahren von seinem Vater übernommen hatte (wir berichteten), suchen. Ihre Hoffnung: Es möge sich eine Möglichkeit ergeben, ihn noch umzustimmen – und sei es nur in Form einer kurzfristigen Verlängerung.

Man kann die Burgsteinfurter Heimatfreunde in ihrem Bemühen verstehen: Nach der Schließung des auf 25 Jahre angelegten – und später nochmals um zwei Jahre verlängerten – Pachtvertrags 1995 hatten sie nicht nur viel Renovierungsarbeit in das im Ursprung aus dem 14. Jahrhundert stammende Bauwerk investiert, sondern mindestens ebenso viel Herzblut. Die Niedermühle dient nicht nur als Treffpunkt für die Heimatfreunde selbst, sondern ist auch Ort öffentlicher Veranstaltungen wie Lesungen und Vorträge. Regelmäßig werden auch Führungen angeboten, die die alte Mahltechnik – seit 2018 auch wieder mit funktionierendem Wasserrad – zeigen. Mit seiner funktionierenden historischen Wassermühle als Heimstatt hatte der Heimatverein im weiteren Umkreis so etwas wie ein Alleinstellungsmerkmal.

Auch Gottfried Bercks , Mann der ersten Stunde bei der Mühlensanierung, zeigte sich am Montag im Gespräch mit dieser Zeitung überrascht von der Kündigung. „Wir sind vom neuen Besitzer in der Frage zwar immer wieder hingehalten worden, dass er diesen Schritt jetzt tatsächlich macht, damit hätte ich jedoch nicht gerechnet“, so der Mühlenexperte. Natürlich sei er traurig über die Entscheidung, „aber dafür kann ich mir nichts kaufen“. Es gelte nun, die Zeit bis Ende 2021 zu nutzen und zweigleisig zu fahren. Sprich das Gespräch mit Mondorf zu suchen, aber auch einen Plan B für ein neues Domizil zu schmieden. „Es sollte innerhalb des historischen Ortskerns liegen, unter Umständen muss auch über eine Interimslösung nachgedacht werden“, erläutert Bercks.

Das Beiratsmitglied hält es auch für erforderlich, dass sich der Heimatverein rechtlichen Rat einholt hinsichtlich der Frage, wie bei einer Auflösung des Pachtvertrags mit dem Inventar der Niedermühle sowie mit der Eigenleistung hinsichtlich der Sanierung umzugehen ist.

Egal, ob es nun eine neue Bleibe für den Heimatverein hinausläuft oder doch noch eine Wende in Sachen Niedermühle herbeigeführt werden kann – einfach wird eine Lösung nicht werden. Barbara Hermann bezeichnet sie etwas ernüchtert als „Denksportaufgabe“.

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