Städtischer Mobilitätsplan
Basis für den Verkehr von morgen

Steinfurt -

Keine Frage: Die Einsicht, umweltbewusste Mobilität in Form von vermehrtem Radverkehr zu fördern, ist in der Verwaltung angekommen. „Wir wollen in dieser Sache vorankommen“, sagt der Technische Beigeordnete Hans Schröder. Den Fokus alleinig auf den Radverkehr setzen möchte der Baudezernent indes nicht. Er verweist auf den Auftrag der Politik, einen städtischen Mobilitätsplan als umfassenderen Rahmen auszuarbeiten.

Dienstag, 18.02.2020, 18:22 Uhr aktualisiert: 19.02.2020, 09:03 Uhr
Für den motorisierten Individualverkehr stehen die Ampeln zunehmend auf Rot: Auch die Stadt Steinfurt sucht im Rahmen der Erstellung eines Mobilitätsplans nach Alternativen.
Für den motorisierten Individualverkehr stehen die Ampeln zunehmend auf Rot: Auch die Stadt Steinfurt sucht im Rahmen der Erstellung eines Mobilitätsplans nach Alternativen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Keine Frage: Die Einsicht, umweltbewusste Mobilität in Form von vermehrtem Radverkehr zu fördern, ist in der Verwaltung angekommen. „Wir wollen in dieser Sache vorankommen“, sagt der Technische Beigeordnete Hans Schröder . Den Fokus alleinig auf den Radverkehr setzen möchte der Baudezernent indes nicht. Er verweist auf den Auftrag der Politik, einen städtischen Mobilitätsplan als umfassenderen Rahmen auszuarbeiten.

Es geht um verbesserte Vernetzung der Verkehrsarten, alternative Verkehrskonzepte wie Car-Sharing oder räumlich begrenzte Lösungen zum Beispiel für Gewerbegebiete oder das Weberquartier, um ein konkretes Beispiel zu nennen. „Wir werden auf das Thema künftig eine Priorität setzen“, kündigt Schröder an.

Als personeller Dreh- und Angelpunkt des Aufbaus und der permanenten Fortschreibung des Mobilitätsplanes fungiert innerhalb der Verwaltung der neue Klimamanager Simon Möser . In Abstimmung mit dem Verwaltungsvorstand und einem externen Verkehrsplaner soll der Nachfolger von Lorenz Blume alle Projekte rund ums Thema inhaltlich begleiten und deren Abarbeitung koordinieren. Kleinere Dinge wie beispielsweise die Absackung einer Pflasterfläche können direkt vom Baubetriebshof behoben werden. Größere Vorhaben müssen von Firmen erledigt und ausgeschrieben werden. Eingebunden werden sollen dabei immer auch die Steinfurter selbst. „Wir sind für Anregungen offen und werden in unserem Handeln transparent sein“, verspricht Simon Möser.

Auf die Vorarbeit seines Vorgängers aufbauen will Möser bei der Vernetzung mit anderen Verwaltungen und Ämtern auf Bundes-, Landes- und Kreisebene. „Wir spüren Rückenwind, auf allen Ebenen bewegt sich etwas“, hat Hans Schröder festgestellt. Dies gelte es auf Kommunalebene zu nutzen.

Das Vorantreiben von Projekten in Zusammenarbeit mit Kreis oder Land ist ein Feld, welches die Verwaltung in Sachen Mobilität auf dem Schirm hat. Ein anderes sind eigene Projekte. Um die dafür trotz verbesserter Haushaltslage für die Umsetzung notwendigen Mittel zu generieren, hat sie seit diesem Jahr einen besonderen Trumpf im Ärmel: Mit Andreas Happe gibt es einen Mitarbeiter, der sich als Fördermittelmanager ausschließlich um die Akquirierung von Zuschüssen von Bund, Land und anderen öffentlichen Institutionen kümmern wird. Der bisherige Mitarbeiter im Fachdienst Stadtplanung und Bauordnung fuchst sich derzeit in die Materie ein, wird ausgiebig geschult. „Sie müssen sich das wie einen Dschungel vorstellen“, sagt Hans Schröder. Weitreichende Kenntnisse und eine gute Vernetzung seien die Voraussetzungen, um an die passenden Fördertöpfe zu gelangen. „Ich denke, dass der jetzt eingeschlagene Weg der richtige ist“, ist Schröder von dem Effekt, der von der neu geschaffenen Stelle ausgeht, überzeugt.

Der Baudezernent weist auf einen weiteren Weg hin, mit der moderne, umweltbewusste Mobilität gefördert werden kann, ohne das städtische Budget zu belasten: Die Integration von modernen Verkehrskonzepten in große, externe Bauprojekte. Dies soll bei der Bebauung des Websaal-Areals durch die IGP-Gruppe konkret so gehandhabt werden. Denkbar wäre dies indes auch beispielsweise bei einem Umbau des FH-Campus.

Und am Ende des Gesprächs kommt der Technische Beigeordnete auch noch einmal auf die Radverkehrsförderung – speziell auf die Anregungen der Leser dieser Zeitung im Rahmen einer Serie über den Jahreswechsel – zurück. „Wir haben alle Eingaben gelistet, deren Abarbeitung ist uns wichtig“, erklärt Schröder und ergänzt: „Die Hinweise sind allesamt berechtigt, es ist unser Job, darauf hinzuarbeiten, dass Missstände beseitigt werden.“

Ein Satz, der erahnen lässt, dass oftmals viele Akteure nicht nur mit im Boot sind, sondern dort das Ruder in der Hand haben. Beispielsweise beim Radweg entlang der Emsdettener Straße, bei „dem wir stark auf das Veloroutensystem des Kreises bauen“ oder beim Wirtschaftsweg am Seller See, bei dem sich unter Umständen in Kooperation mit der Nachbargemeinde Ochtrup sogar eine Asphaltlösung abzeichnet. Man darf gespannt sein, was noch kommt ...

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