Veranstalter und Sicherheitskräfte entscheiden kurzfristig
Umzug vom Winde verweht?

Borghorst -

Vom Winde verweht? Die Karnevalisten, an erster Stelle natürlich Prinz Frank und Prinzessin Anja, hoffen inständig darauf, dass Petrus ein Herz für die Narren hat. Bislang sieht es allerdings so aus, dass es am morgigen Rosensonntag dauerregnet. Und, was noch viel schlimmer ist: Der Wind könnte so stark wehen, dass eine Absage des Umzuges möglich ist.

Freitag, 21.02.2020, 15:36 Uhr aktualisiert: 23.02.2020, 11:06 Uhr
Jubelnde Narren, dicht gedrängt: So soll es beim Rosensonntagsumzug sein. Ob er morgen stattfindet, liegt am Wetter.
Jubelnde Narren, dicht gedrängt: So soll es beim Rosensonntagsumzug sein. Ob er morgen stattfindet, liegt am Wetter. Foto: Axel Roll

 

Kevin Smith, der ehrenamtlich die Facebook-Seite Wettergeschehen Kreis Steinfurt und Umgebung betreut, hat für die Narren am Freitag diverse Wettermodelle durchgerechnet und kommt zu dem Schluss: „Die wahrscheinlichste Variante sieht am Nachmittag Sturm bis 90 km/h vor.“ Gewittert es, sind sogar 100 km/h drin. „Schön geht anders“, bedauert der Hobby-Meteorologe, der einen sich langsam steigernden Sturm für Steinfurt prognostiziert. Ordnungsamt , Feuerwehr und Polizei werden zusammen mit dem Karnevalskomitee entscheiden, ob der Rosensonntagsumzug stattfinden kann oder nicht. „Zur Not, wenn es gar nicht anders geht, auch sehr kurzfristig“, erläuterte Susanne Laumann vom zuständigen Fachdienst im Rathaus. Wie Jochen Laschke , Pressesprecher der Polizei, betonte, sind die Verantwortlichen aber bemüht, möglichst frühzeitig eine Entscheidung zu treffen. „Schon alleine wegen der Anreise, die einige Teilnehmer auf sich nehmen.“

Die Sicherheit der Zugteilnehmer muss aber auch aus einem anderen Blickwinkel gewährleistet sein. Und darum haben die Stadt, das Komitee und auch die Gastronomen insgesamt über 70 Security-Mitarbeiter verpflichtet, die in den Zelten, Kneipen und entlang des Zuges eingesetzt werden. An erster Stelle gilt es dabei, das seit 2015 geltende Glasverbot in der Fußgängerzone beim Umzug zu überwachen. Dafür gibt es an den Zugangsstraßen wieder Schleusen, wo Kontrollen stattfinden werden – und recycelbare Becher gereicht werden, in die die Getränke umgefüllt werden können.

„Das Glasverbot zeigt Wirkung“, weiß Susanne Laumann aus den Erfahrungen der Vorjahre. Schnittverletzungen haben rapide abgenommen, im vergangenen Jahr wurde nur eine aktenkundig. Und auch der Müllberg ist geschrumpft.

Das Ordnungsamt wird in Kooperation mit der Polizei ein besonders waches Auge auf den Jugendschutz haben. Acht Ordnungsamt-Mitarbeiter sind entlang des Zuges unterwegs, um möglichst vorbeugend einzugreifen. „Ganz hervorragend“, so Susanne Laumann, funktioniere mittlerweile der präventive Jugendschutz. Die Streetworker seien unterwegs, für Jugendliche, die mal eine Pause benötigen, wird wieder das Chill-in-Zelt aufgebaut.

In die gleiche Richtung geht die Strategie der Polizei. „Wir möchten, dass die Steinfurter einen schönen und sicheren Rosensonntagsumzug feiern können“, nannte Behördensprecher Jochen Laschke das Ziel der polizeilichen Bemühungen. Darum sind wieder Beamte in zivil und uniformiert unterwegs. Das schon seit Jahren verfolgte Konzept zeige Erfolg: „Wir hatten im vergangenen Jahr nur drei Anzeigen und einen Platzverweis.“ Im Jahr zuvor waren es noch sechs Anzeigen und drei Verweise. „Wir hoffen, dass sich dieser positive Trend fortsetzt“, so der Polizeisprecher.

Darum ist für die Beamten auch noch lange nicht Einsatzende, wenn der Prinz oben auf seinem Wagen schon Feierabend hat. „Erfahrungsgemäß passiert nach dem eigentlichen Umzug am meisten“, weiß Laschke aus Erfahrung. Dann habe der Alkoholpegel einen gefährlichen Stand erreicht. Für den Umzug in Borghorst hat er zwei Wünsche: Dass er stattfindet und seine Kollegen keine Anzeigen schreiben müssen. . .

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