Tobias Jürgens hat Leitung der offenen Kinder- und Jugendarbeit im Burgsteinfurter Kindertreff „Kiste“ übernommen
Der „Neue“ hat jede Menge Ideen

BurgSteinfurt -

Tobias Jürgens heißt der neue Leiter des Kindertreffs Kiste. Anfang März hat der Erzieher die Aufgabe von seiner Vorgängerin Tina Kern übernommen. Der „Neue“ hat viele Ideen, aber auch Wünsche.

Freitag, 13.03.2020, 15:58 Uhr aktualisiert: 15.03.2020, 15:36 Uhr
Tobias Jürgens (r.) hat Anfang März die Leitung des Kindertreffs „Kiste“ von seiner Vorgängerin Tina Kern übernommen. Unterstützt wird er in der Betreuung der Kinder und Jugendlichen im Alter von sechs bis zwölf Jahren von FSJler Gregor und FOS-Praktikantin Kim.
Tobias Jürgens (r.) hat Anfang März die Leitung des Kindertreffs „Kiste“ von seiner Vorgängerin Tina Kern übernommen. Unterstützt wird er in der Betreuung der Kinder und Jugendlichen im Alter von sechs bis zwölf Jahren von FSJler Gregor und FOS-Praktikantin Kim. Foto: rs

Die „Kiste“ hat in Burgsteinfurt Tradition: Seit Jahrzehnten ist der von der Kirchengemeinde St. Nikomedes angebotene Treff im Souterrain des Ludwigshauses Anlaufpunkt für Kinder und Jugendliche im Grundschul- und darüber hinaus bis zum Teeniealter. 16 Jahre lang hat zuletzt Tina Kern die Einrichtung geleitet, bevor es jetzt zum 1. März einen Wechsel gab. Tobias Jürgens heißt der „Neue“, der zugleich aber auch ein alter Bekannter ist. Ist er doch schon seit 2006 in der offenen Kinder- und Jugendarbeit des OT-Heims St. Nikomedes tätig, dem Borghorster Pendant der „Kiste“, das analog zum von der Arbeiterwohlfahrt betriebenen „Talentschuppen“ am Bahnhof in Burgsteinfurt auf eine ältere Klientel abzielt.

Der 34-jährige Erzieher bringt jede Menge frischen Wind ins Ludwigshaus mit, hat viele Ideen, aber auch Wünsche, was die Räumlichkeiten als auch die Ausstattung der Einrichtung angeht. Unterstützt wird der dreifache Familienvater dabei von einem FSJler und einer FOS-Praktikantin des Hermann-Emanuel-Berufskollegs. Zudem entlasten Jürgens bei der Durchführung der diversen Angebote noch ein halbes Dutzend Honorarkräfte.

Apropos: Ziel des neuen Leiters ist es, täglich wechselnde Angebote im Kindertreff zu etablieren „Vom Billardturnier bis zum Bastelkurs ist alles möglich“, sagt der Neuenkirchener. Übrigens auch am Montag, an dem die Einrichtung bis dato immer geschlossen hatte. So soll an diesem Tag eine Mädchengruppe installiert werden.

Einen Schwerpunkt will der neue Leiter auf Projekte legen: So plant er unter anderem im Sommer eine viertägige Radtour für acht- bis zwölfjährige Jungen mit Übernachtung in Jugendherbergen/-zentren sowie ein Graffiti-Projekt mit professioneller Unterstützung, bei dem eine Wand des Hauptraums der „Kiste“ neu gestaltet werden soll. Als Kooperation mit dem Dampfross ist ein Hörspiel geplant, das zusammen mit Autor Klaus Uhlenbrock aufgenommen werden soll.

Um den natürlichen Bewegungsdrang der Zielgruppe gerecht zu werden, soll es regelmäßige Tanzangebote geben. Dafür steht neuestes Equipment wie eine entsprechende Spielekonsole, eine Nintendo Switch samt Beamer bereit. Überhaupt sei das Thema „Neue Medien“ sehr angesagt bei den Kindern.

„Die technische Ausstattung des Kindertreffs ist gut“, hat Jürgens in diesem Zusammenhang erfreut festgestellt. Die vorhandenen Spielecomputer seien sehr gefragt. Das Team achte jedoch darauf, dass spätestens nach einer halben Stunde eine Pause eingelegt wird.

Defizite und Verbesserungsmöglichkeiten sieht der Erzieher in der aktuell täglich von rund 20 Kindern und Jugendlichen besuchten Einrichtung aber auch: Das betrifft zum einen die Ausstattung zum Beispiel mit Küchenutensilien für den Kiosk, aber auch bei Gruppenspielen. Mehr noch meint Jürgens aber die – von der Stadt angemieteten – Räumlichkeiten selbst. Dass einiges an Sanierungsbedarf vorhanden ist, sieht schon der Laie auf den ersten Blick. Offene Heizungsleitungen und veraltete Anstriche verbreiten vor allem im Flur und im Nebenraum den Charme eines Bunkers. Das gilt auch für den fensterlosen Arbeitsraum mit PC-Platz für Verwaltungsarbeiten, der anderswo wohl höchstens als Abstellkammer genutzt werden würde. Insgesamt stehen zwar rund 250 Quadratmeter an Fläche zur Verfügung, berichtet Jürgens. Diese seien aber „ziemlich verbaut“.

Die „Kinderkiste“ ist bis Ostern mittwochs bis freitags von 14 bis 18 Uhr geöffnet, ab dann auch dienstags zu den genannten Zeiten. Zudem gibt das schon erwähnte Montagsangebot für Mädchen sowie einen regelmäßig jedes zweite und vierte Wochenende im Monat angebotenen Kindersamstag (10 bis 12 Uhr, mit Mittagessen).

Sämtliche Angebote sollen künftig auf vielen Kanälen verstärkt nach außen kommuniziert werden, kündigte Jürgens an. Sponsorenhilfe ist bei der „Kiste“ ebenfalls immer gerne gesehen, Jürgens hofft auch da auf Unterstützung. Er hat viele Ideen. Kein Zweifel, es weht ein frischer Wind durch den Kindertreff.

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