Tafel bleibt vorerst geschlossen
„Es geht um den Schutz der ehrenamtlichen Helfer“

Steinfurt -

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Tafel gehören aufgrund ihres Alters zu einer Risikogruppe, falls sie sich mit dem Coronavirus infizieren. Deshalb wurde diese Hilfsangebot jetzt geschlossen. Jetzt werden Ideen gebraucht, um die Versorgung der Menschen wieder zu sichern.

Montag, 16.03.2020, 17:11 Uhr aktualisiert: 17.03.2020, 17:22 Uhr
Wie bei diesem Foto sind auch bei der Steinfurter Tafel genügend Lebensmittel vorhanden, die aber auch Sicherheitsgründen für die Mitarbeiter derzeit nicht verteilt werden.
Wie bei diesem Foto sind auch bei der Steinfurter Tafel genügend Lebensmittel vorhanden, die aber auch Sicherheitsgründen für die Mitarbeiter derzeit nicht verteilt werden. Foto: Jeschke

Die Steinfurter Tafel bleibt vorerst geschlossen. „Das Lenkungsteam hat diese Entscheidung schweren Herzens getroffen“, sagt Pfarrer Guido Meyer-Wirsching. Grund für diese Entscheidung ist der Schutz der Ehrenamtlichen, die bei der Tafel arbeiten, betont Meyer-Wirsching. Sie hätten ein Durchschnittsalter von 75 Jahren und gehörten damit im Falle eine Infektion mit dem Coronavirus sowohl wegen des Alters als auch aus gesundheitlichen Gründen zur Risikogruppe.

Zusätzliche Unterstützung

„Die Entscheidung tut uns unendlich leid für unsere Kunden“, sagt Harry Agethen , Mitarbeiter der Tafel. „Die Tafel ist eigentlich nicht für die Grundversorgung der Menschen verantwortlich“, betont Pfarrer Meyer-Wirsching. „Wir wissen aber, dass es Menschen gibt, die dennoch auf diese zusätzliche Unterstützung zum Lebensunterhalt angewiesen sind.“ Deshalb soll die Schließung keine Dauerlösung sein.

Am heutigen Dienstag tagen die Verantwortlichen der Tafel gemeinsam mit Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer. „Wir wollen die Hilfe weiter anbieten und unser Wissen und Können gerne zu einer möglichen Lösung beitragen“, sagt der Pfarrer. Erste Ideen habe das Team bereits gesammelt, berichtet Agethen. Denn an der Spendenbereitschaft für die Tafel mangelt es nicht. „Lebensmittel wären genug da.“ Wie die künftig an die Kunden verteilt werden können, das müsse neu geregelt werden. Agehten könnte sich eine Art Paket-Lieferdienst mit externen Unterstützern vorstellen. Wichtig ist den Verantwortlichen, dass auf keinen Fall die ehrenamtlich Engagierten in Gefahr gebracht werden.

Solidarität

Zu Tafel gehören 160 Ehrenamtliche aus Steinfurt, Horstmar, Laer und Altenberge, die mit viel Herz tätig sind, erklärt der Seelsorger. Die sozialen Kontakte bereicherten das Leben auf beiden Seiten. Es lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen, wie lange die Tafel geschlossen bleibt, berichtet Meyer-Wirschering. Das Leitungsteam, sowie die Verantwortlichen aus den Kirchengemeinden hoffen, dass die Kunden in den nächsten Wochen nicht allein gelassen bleiben. „Viele Alleinerziehende, Rentner, größere Familien und Menschen mit Migrationserfahrung werden unsere Solidarität brauchen. Wir benötigen gute Ideen, wie wir uns gegenseitig und den Schwächsten in der Gesellschaft zur Seite stehen“, so Pfarrer Meyer-Wirsching. „Wir wollen niemanden im Stich lassen.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7329762?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F186%2F
Nachrichten-Ticker