DRK-Kreisverband Steinfurt: Maik Fedeler übernimmt ab Montag als Kreisgeschäftsführer das Ruder
Ära Heflik endet nach 27 Jahren

Steinfurt -

Seine Verabschiedung als Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands hatte sich Georg Heflik auch anders vorgestellt: Nicht mal eine kleine Feier im engeren Mitarbeiterkreis gibt es an seinem letzten Arbeitstag vor dem Ruhestand an diesem Freitag. Statt dessen ein schlichter, beinahe schon formeller Übergang zu seinem Nachfolger Maik Fedeler. „In Zeiten von Corona muss man nun mal Einschränkungen hinnehmen“, nimmt es der 65-Jährige mit Gelassenheit.

Donnerstag, 19.03.2020, 20:36 Uhr
Shakehands zur Übergabe der Geschäftsführung – nachdem beide den im Eingangsbereich der Kreisgeschäftsstelle aufgestellten Desinfektionsspender genutzt haben: Neu-Ruheständler Georg Heflik (l.) wünscht Nachfolger Maik Fedeler eine glückliche Hand.
Shakehands zur Übergabe der Geschäftsführung – nachdem beide den im Eingangsbereich der Kreisgeschäftsstelle aufgestellten Desinfektionsspender genutzt haben: Neu-Ruheständler Georg Heflik (l.) wünscht Nachfolger Maik Fedeler eine glückliche Hand. Foto: Schippers

Seine Verabschiedung als Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands hatte sich Georg Heflik auch anders vorgestellt: Nicht mal eine kleine Feier im engeren Mitarbeiterkreis gibt es an seinem letzten Arbeitstag vor dem Ruhestand an diesem Freitag. Statt dessen ein schlichter, beinahe schon formeller Übergang zu seinem Nachfolger Maik Fedeler . „In Zeiten von Corona muss man nun mal Einschränkungen hinnehmen“, nimmt es der 65-Jährige mit Gelassenheit.

Das kann er auch: Denn auch wenn ihm keine offizielle Abschiedsfeier vergönnt ist, Hochachtung davor, was er in 27 Jahren an der Spitze des DRK-Kreisverbands in die Wege geleitet und umgesetzt hat, ist dem diplomierten Sozialarbeiter zweifelsfrei sicher. Vom Arbeitslosenprojekt „Altkleidersammlung und -sortierung“, das 1995 in der früheren Marienschule in Ochtrup eingerichtet wurde, über den Bau der Seniorenresidenz Aa-Blick 2008 in Burgsteinfurt bis hin zur Vorbereitung der Errichtung eines Appartementhauses neben dem bereits seit 1997 bestehenden DRK-Autismushof in Ochtrup, die in diesem Jahr im ersten Spatenstich mündete – die Liste von Leuchtturmprojekten während seiner Ägide ist lang. „Ich bin im Rückblick selbst etwas erstaunt, wie viele es geworden sind“, resümiert Heflik – um sofort zu ergänzen: „Ohne die gute Zusammenarbeit mit dem Präsidium und der Mitarbeiterschaft wäre das so sicher nicht möglich gewesen.“ Auch der Vorstand, allen voran Heinz-Bernd Buss, habe ihm stets viel Vertrauen entgegengebracht.

Dass sein Nachfolger jetzt in große Fußstapfen tritt, ist diesem wohl bewusst. „Ich fühle mich nach den drei Monaten, in denen ich mit Georg Heflik im Übergang zusammenarbeiten durfte, aber sehr gut vorbereitet“, sagt Maik Fedeler, der sich gleich zu Beginn seiner Geschäftsführertätigkeit – Stichwort Corona-Krise – mit einer großen Herausforderung konfrontiert sieht. Das DRK sei Teil des vom Kreis Steinfurt eingerichteten Krisenstabs. Man sei also unmittelbar an möglichen Maßnahmen beteiligt. Als aktuelles Beispiel nennt Fedeler den Aufbau des „Fieberlazaretts“ im ehemaligen Marien-Hospital in Laer. Der Kreisverband und seine 14 angeschlossenen Ortsverbände, so betonen Fedeler und Heflik unisono, seien für den Kampf gegen das Virus gut aufgestellt.

Dass es nach wie vor zwei DRK-Verbände gibt – analog der Altkreise neben Steinfurt auch Tecklenburg – ist für Heflik kein Nachteil. Auch wenn eine Fusion Synergien mit der Aussicht erzeugen würde, den einen oder anderen Euro einzusparen: Das DRK verfolge diese Marschrichtung mitnichten. Es gehe um die Nähe zu den Ortsverbänden und nicht zuletzt um die Nähe zu den Menschen. „Mit zwei leistungsfähigen Kreisverbänden sind wir im Flächenkreis Steinfurt mit seinen 37 Ortsverbänden einfach besser aufgestellt“, bricht Heflik eine Lanze für die Bipolarität.

Fast drei Jahrzehnte hat Georg Heflik den DRK-Kreisverband geführt. Wie stürmisch die Entwicklung in diesem Zeitraum war, verdeutlichen einige Zahlen: Als der damals 37-Jährige 1993 die Nachfolge von Walter Bramink antrat, waren es gerade mal sechs Mitarbeiter und zwei Zivildienstleistende, die in der Kreisgeschäftsstelle ihren Dienst leisteten. Heute sind es rund 200 Frauen und Männer, die in Lohn und Brot stehen. Der Umsatz hat sich vervierfacht.

Ungleich größer als zur Anfangszeit sei aber auch der bürokratische Aufwand geworden, berichtet Heflik und nennt als Beispiel das letzte Projekt, das er als Geschäftsführer in Angriff genommen hat: den Bau eines Appartementhauses für intensiv-ambulant-betreutes Wohnen in Ochtrup. Über vier Jahre betrug der zeitliche Vorlauf, bevor jetzt der erste Spatenstich gesetzt werden konnte. Der dafür notwendige Schriftverkehr füllt ein ganzes Regal im Aktenschrank seines Büros.

Der Rückblick auf die Zeit der Tätigkeit als Kreisverbandsgeschäftsführer fällt unter dem Strich dennoch positiv aus. Heflik: „Mir hat der Job Spaß gemacht. Wenn es ihn nicht gegeben hätte, hätte man ihn für mich erfinden müssen.“

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