Schule am Bagno verzeichnet im Schuljahr 2019/20 deutlichen Anstieg der Schülerzahlen
Der gute Ruf der Hauptschule

Steinfurt -

Landesweit nimmt die Bedeutung der Hauptschulen weiter ab – die Zahl der Schüler, die diese weiterführende Schulform besuchen, sank im Schuljahr 2019/20 um neun Prozent oder 5625 gegenüber dem Schuljahr davor.

Montag, 23.03.2020, 17:30 Uhr
Die Schule am Bagno verzeichnet im aktuellen Schuljahr eine Steigerung der Schülerzahl um 4,4 Prozent – eine Besonderheit für eine Hauptschule.
Die Schule am Bagno verzeichnet im aktuellen Schuljahr eine Steigerung der Schülerzahl um 4,4 Prozent – eine Besonderheit für eine Hauptschule. Foto: rs

Das geht aus einer aktuellen Veröffentlichung des Landesamts IT.NRW hervor. Und auch im Kreis Steinfurt ist die Zahl stark rückläufig (-11,4 Prozent).

Umso bemerkenswerter ist, dass es in Steinfurt eine konträre Entwicklung gibt: In der Kreisstadt stieg, wie aus der Statistik ebenfalls hervorgeht, im gleichen Zeitraum die Zahl der Hauptschüler – konkret die der Hauptschule am Bagno in Burgsteinfurt – um 4,4 Prozent an. Noch vor fünf Jahren war die Entwicklung negativ: Im Schuljahr 2014/15 verzeichneten die Landesstatistiker für die einzige Hauptschule im Stadtgebiet noch ein Minus von 6,4 Prozent. Die Zahl der Schüler betrug seinerzeit 479.

Im Vergleich zu Beginn der 1980er-Jahre ist das wenig: Damals besuchten 1300 Schüler die weiterführende Schule, zehn Jahre später waren es 690 – ein Rückgang um fast die Hälfte. Insgesamt gehen im aktuellen Schuljahr 380 Schülerinnen und Schüler in die 15 Klassen der Hauptschule. Es waren in der Talsohle auch schon mal nur 250, wie Schulleiter Gerd Clancett weiß.

Warum aber hat seine Schule aber zuletzt ihre Beliebtheit offensichtlich steigern können? Clancett sieht gleich eine Reihe von Faktoren maßgebend: Zunächst einmal sei die Hauptschule am Bagno eine Hauptschule für beide Stadtteile mit einer vergleichsweise großen Bedeutung. Dafür sei die Schule gut aufgestellt: Man lege Wert darauf, die Schüler umfassend für eine spätere praktisch orientiere Berufsausbildung vorzubereiten. Das gelingt beispielsweise durch eine Schwerpunktsetzung auf Projektarbeit, aber auch durch Veranstaltungen wie die Berufswahlmesse.

Wichtig sei auch eine kompetente Begleitung der Schüler bei Problemen: Clancett ist stolz darauf, dass aktuell eine zweite Schulsozialarbeiterstelle geschaffen worden ist. Nicht nur auf die Vermittlung von Wissen, sondern ebenso von sozialer Kompetenz werde Wert gelegt.

Zusammen mit der Qualität des Unterrichts sei die Folge, dass die Schule am Bagno in der Stadt ein zunehmend positives Image gewinnt. „Ich denke, diese Mischung ist unser Erfolg“, sagt der Schulleiter.

Bei den weiteren Schulformen in der Kreisstadt stellt sich die Entwicklung der Schülerzahlen unterschiedlich dar. Während die Elisabethschule im Schuljahr 2019/20 einen Zuwachs der Schülerschaft um 5,2 Prozent auf 345 Schülerinnen und Schüler aufweist, verzeichneten die beiden Gymnasien ein Minus von fast sieben Prozent. Mit zusammen 1500 Schülern bleiben das Arnoldinum und das Gymbo aber mit Abstand die schülerstärksten Bildungseinrichtungen in der Stadt. Die sechs Grundschulen folgen mit zusammen 1215 Schülern. Die beiden Realschulen kommen in der Gesamtheit auf 990.

Die IT.NRW-Statistik gibt auch Auskunft über die Staatsangehörigkeit und das Geschlechterverhältnis innerhalb der Schülerschaft: So sind fast 26 Prozent der Hauptschüler Ausländer, bei den beiden Gymnasien sind es nur 3,7 Prozent. Bei der Hauptschule sind 56,6 Prozent der Schüler männlich, bei den Gymnasien sind die weiblichen Schüler mit 52,1 Prozent in der Überzahl.

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