Stundung der Gewerbesteuer
„Anträge stapeln sich bei uns“

Steinfurt -

Wie gewonnen, so zerronnen? Die Freude über einen ausgeglichenen Etat, den Ausstieg aus dem Haushaltssicherungskonzept und zurückgezahlte Kassenkredite währte nicht lange. Corona lässt auch aus den Tiefen der Stadtkasse grüßen. Kämmerer Andreas Meyer kann zwar noch nicht sagen in welchem Ausmaß, aber dass die Krise auch die städtischen Finanzen beeinflussen wird, das liegt auf der Hand.

Freitag, 27.03.2020, 17:46 Uhr aktualisiert: 29.03.2020, 14:00 Uhr

 

So geht der Finanzwart fest davon aus, dass die angepeilten 14 Millionen Euro Gewerbesteuern für dieses Jahr nicht zusammenkommen werden. Wie auch, wenn viele Unternehmen schon jetzt um ihr Überleben kämpfen. „Die Anträge stapeln sich bei uns“, weist Meyer auf die Möglichkeit hin, die Gewerbe- und Vergnügungssteuern stunden zu lassen. Und auch die Vorauszahlungen an das Finanzamt könnten aus- oder herabgesetzt werden, erläuterte der Kämmerer auf Anfrage. Wie gesagt, viele Betriebe in der Stadt machen von diesen Möglichkeiten, die Ausgaben zu senken, schon rege Gebrauch. „Hilfen gibt es dazu von unserer Wirtschaftsförderung“, erläutert Andreas Meyer. Das Rathaus verschicke dazu auch per E-Mail Informationen und Kontakte.

Auf welche Beträge die Stadt am Ende erst einmal verzichten muss? „Das ist noch überhaupt nicht abzuschätzen“, so der Fachdienstleiter. Bislang geht er davon aus, dass die jährlichen Zahlungen von Bund und Land nicht nennenswert sinken werden.

Sollte die Krise länger andauern, wird die Stadt wohl wieder Kassenkredite aufnehmen müssen, um weiter flüssig zu bleiben. Sie hatte sie erst gerade wegen der allgemein guten Finanzlage zurückzahlen können. Meyer: „Bis vor vier Wochen war unsere größte Sorge, bei den Banken Verwahrgelder zu vermeiden.“ Zumindest von diesem Problem wird sich die Stadt ganz schnell verabschieden können.

Andreas Meyer geht es wie vielen seiner Kollegen. Unter den sich täglich wechselnden Rahmenbedingungen in der Corona-Krise kann man derzeit nur auf Sicht fahren. „Wir schauen von Monat zu Monat und entscheiden dann wieder neu“, beschreibt der Kämmerer die noch nie dagewesene Situation.

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