Marlies Döking startet Draußen-Aktion
Kunst macht Hoffnung

Steinfurt/Horstmar -

Mit Kunst gegen Corona: Vor knapp einer Woche hatte Marlies Döking den Geistesblitz, ihre Bilder und Skulpturen vor die Haustür zu holen, um ihre Mitmenschen in diesen trüben Zeiten ein bisschen aufzumuntern. Nach einer WhatsApp-Nachricht an ihre Künstlerkollegen im Münsterland zieht die Aktion unter dem Namen „Kunst als Hoffnung“ mittlerweile Kreise bis ins Sauerland.

Donnerstag, 02.04.2020, 18:31 Uhr aktualisiert: 03.04.2020, 18:50 Uhr
Marlies Döking malt gegen Corona – und will damit Spaziergänger aufmuntern.
Marlies Döking malt gegen Corona – und will damit Spaziergänger aufmuntern. Foto: Axel Roll

Knalliges Orange, leuchtendes Ultramarinblau, dezentes Karminrot und Pink, mal schreiend, mal zurückhaltend fast weiß – und über allem zwei der fiesen Coronaviren, für die Marlies Döking ein hässliches Hellblau reserviert hat. Kein Zweifel, das hochformatige Bild, das wegen seiner majestätischen Ausmaße an keine Wohnzimmerwand passt, ist ein echter Hingucker, draußen auf dem roten Klinker. Soll es natürlich auch sein . . .

Das Bild, in dem die Viren keine Chance haben, den strahlenden Schutzschirm zu durchdringen, soll Mut machen. Und Spaziergängern ein bisschen Abwechslung und Aufheiterung bieten. Künstlerin Marlies Döking hatte vor knapp einer Woche den Geistesblitz, ihre Bilder und Skulpturen vor die Haustür zu holen, um ihre Mitmenschen in diesen trüben Zeiten ein bisschen aufzumuntern. Nach einer WhatsApp-Nachricht an ihre Kolleginnen und Kollegen im Münsterland zieht die Aktion unter dem Namen „Kunst als Hoffnung“ mittlerweile Kreise bis ins Sauerland.

„Natürlich machen wir da mit“, sagt auch Erika Leusbrock, die in Borghorst seit einigen Tagen „immer was draußen stehen hat“, wie sie selbst sagt. Wenn es das Wetter erfordert, auch mal was Wasserabweisendes.

Initiatorin Marlies Döking ist total überrascht, wie viele ihrer Kollegen bei der Aktion mitmachen. Der Erfolg gibt ihr noch auf andere Art und Weise recht. Wenn sie von ihrem Stuhl im Atelier durchs Fenster in den Vorgarten linst, sieht sie oft, wie die Fußgänger stehen bleiben, gucken und staunen. „Letztens abends bremste sogar ein Auto, um sich die Sachen anzugucken.“

Für die 57-Jährige ist das Malen und Arbeiten mit Holz das ideale Mittel um abzuschalten. Sie selbst hat im Betrieb Kurzarbeit, versucht es gelassen zu nehmen: „Dann habe ich eben mehr Zeit für meine Kunst.“

Ihre Nachbarn kennen ihr Hobby schon länger. Marlies Döking lacht: „Manchmal wird es laut. Für die Skulpturen muss ich auch mal die Motorsäge anschmeißen.“ Links und rechts ist man aber tolerant.

Auch wenn Marlies Döking hofft, mit ihrer Leidenschaft gut durch die Krise zu kommen, eines würde sie schon ärgern: „Ich hätte im August eigentlich eine Ausstellung in Darfeld. Ich hoffe nicht, dass die abgesagt wird.“

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