Stadt stellt sich bei Neuanpflanzungen auf den Klimawandel ein
Bäume können was wegstecken

Steinfurt -

Die vier Robinien, die seit Donnerstag vor und hinter dem Kreisel an der Emsdettener Straße stehen, sind erst der Anfang. „Wir müssen uns auf den Klimawandel einstellen“, sagt Technischer Beigeordneter Hans Schröder und begründet damit, warum an der Landstraße keine Linden, Buchen oder andere bekannten Baumarten angepflanzt wurden.

Freitag, 03.04.2020, 18:51 Uhr
Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer,
Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer, Foto: Axel Roll

Die Robinie ist nicht nur Baum des Jahres, sondern sie kann sehr viel mehr wegstecken als andere pflanzliche Artgenossen. Insbesondere Trockenheit. „Aber auch zum Beispiel Streusalz, das hier im Winter reichlich auf die Straße kommt“, wie Jürgen Feldkamp als städtischer Baumexperte erläuterte.

An anderen Stellen im Stadtgebiet, an denen Neuanpflanzungen notwendig werden, will das Team um den Baudezernenten künftig ähnlich verfahren. Das neue Grün muss robust sein – und der Boden entsprechend vorbereitet werden. So haben die Mitarbeiter des Bauhofs alte gegen neue Erde getauscht, mit einem Drainagerohr die Möglichkeit für einfaches Bewässern geschaffen und drumherum Bodendecker wie das Federborstengras gesetzt, die nett anzuschauen aber auch einfach in der Pflege sind. In den neuen Beeten haben die Wurzeln reichlich Platz, können sich frei entfalten und haben durch den frisch aufgefüllten Boden auch reichlich Luft.

Um die Grünpflege in der Stadt generell den modernen Anforderungen anzupassen, greifen die Mitarbeiter im Rathaus mittlerweile zunehmend auf Kollege Computer zurück. In dem elektronischen Grünflächenmanagement-System wird jeder Baum einzeln mit einer eigenen Nummer eingepflegt. Auf Knopfdruck erscheint dann seine „Krankenakte“, in der alle wichtigen Informationen gespeichert werden. So ist schnell ersichtlich, wann der Baum seine letzte Pflege bekommen oder wann er das letzte Mal begutachtet wurde.

Parallel wurde das „Baum-Team“ im Rathaus von zwei auf fünf Kollegen aufgestockt, die sich in zwei Teams um das Großgrün in der Stadt kümmern. Das ist übrigens nicht wenig: 16 000 Bäume, grob geschätzt.

Am Kreisverkehr wird in nächster Zeit noch im Zeichen der Verkehrssicherheit gearbeitet. Auf Anregung des Seniorenbeirates wird der Übergang vom Radweg auf die Straße neu gestaltet, um den Pedalrittern ein gefahrloses Einfädeln zu ermöglichen. Wie die Lösung aussehen soll, stellt Hans Schröder bald der Politik vor.

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