„Meister Lampe“ ist zu Ostern geliebtes Symbol – sein Bestand ist in der hiesigen Region nicht gefährdet
„Münsterland ist Hasenland“

Donnerstag, 09.04.2020, 14:52 Uhr aktualisiert: 11.04.2020, 12:14 Uhr
Vertrautes Bild auf Feld und Flur im Münsterland: Der Feldhase hat gerade in diesen Tagen große Aufmerksamkeit.
Vertrautes Bild auf Feld und Flur im Münsterland: Der Feldhase hat gerade in diesen Tagen große Aufmerksamkeit. Foto: H. Schwarthoff

Das entstandene Foto des Waidmanns, stilecht mit Jagdhündin, gibt die Situation der Hasenjagd jedoch gut wieder. „Genau beobachten muss man – und Geduld haben“, sagt der Hegeringleiter. Denn er weiß: Der Feldhase ist ein Fluchttier mit extrem hoher Aufmerksamkeit für das, was in seiner Umgebung passiert. Bei akuter Gefahr wächst er über sich hinaus: Mit bis zu 70 Stundenkilometer rennt Meister Lampe dann über die Äcker und Wiesen, schlägt wilde Haken und springt bis zu zwei Meter hoch.

Und doch hat er es gegen seine Feinde schwer, wird daher in freier Natur kaum mehr als vier oder fünf Jahre alt. Da ist nicht nur der Klassiker Fuchs, für den das Langohr ins Beuteschema passt. „Es sind auch die Einwanderer wie Waschbär, Nerz oder auch der Marderhund, die ihm das Leben im wahrsten Sinne des Wortes schwer machen“, berichtet Mikolaiski. Gefahr droht zudem aus der Luft: Habicht, Bussard oder Reiher gehören zu den natürlichen Feinden, ebenso Krähen. Da Hasen – anders als Kaninchen – ihren Nachwuchs nicht unter der Erde zur Welt bringen, sondern in flachen Mulden, in der Fachsprache Sassen genannt, sind die Jungtiere extrem gefährdet. Schließlich hat die Intensivlandwirtschaft Einfluss auf die Hasenpopulation: Vor allem die Feldbestellung mit grellem Licht fordert Opfer. Und als ob das alles noch nicht genug wäre, ist da noch der Autoverkehr: Viele der scheuen Langohren kommen auf dem immer dichter werdenden Straßennetz im wahrsten Sinne des Wortes unter die Räder.

All das hat dazu geführt, dass der Feldhase auf der Roten Liste und damit als in seinem Bestand gefährdet eingestuft wird. „Das mag, wenn man die gesamte Republik im Auge hat, richtig sein“, räumt Dietmar Mikolaiski ein. In der hiesigen Region sei die Population jedoch nicht gefährdet. „Münsterland ist Hasenland“, sagt der Hegeringleiter – und kann diese Aussage mit Zahlen, die allerdings auf die 23 Reviere in Steinfurt beschränken, auch belegen. Grundlage sei eine Zählung, die zwei Mal pro Jahr durchgeführt wird – seit jüngstem sogar mit einer Wärmebildkamera, mit der sich die Zahl sehr genau bestimmen lasse. Das Ergebnis: Die Bestände steigen seit rund zwei Jahren wieder, erreichen aber dennoch noch bei weitem nicht das Niveau sie noch vor 20 Jahren.

Dass hat Folgen auch für die von Oktober bis Ende Dezember angesetzte Hasenjagd, die Dietmar Mikolaiski auch als „Herzstück der Niederwildjagd“ bezeichnet. „Wir entnehmen nur sehr zurückhaltend, damit nicht wieder eine negative Tendenz auftritt“, sagt Mikolaiski, der auch Mitglieder Jägerprüfungskommission für den Kreis Steinfurt im Fach „Waffen“ ist. Selbstverständlich ist für den passionierten Jäger auch, dass jeder geschossene Hase anschließend unter Beachtung der von der EU vorgegebenen Hygienevorschriften verwertet wird und in der heimischen Kühltruhe und später dann auf dem Teller landet.

Aber noch hat Meister Lampe in diesem Jahr Schonzeit. Schließlich ist er nicht nur in Sachen Nachwuchszeugung schon sehr rege. In diesem Tagen ist er bekanntlich auch in Sachen bunter Ostereier wieder unterwegs ...

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