UKM Marienhospital behalten noch besser den Durchblick
Schutzmasken aus dem 3D-Drucker

Steinfurt -

Im Marienhospital kommt ein neuartiges Hilfsmittel zum Einsatz, um sich vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen.

Dienstag, 28.04.2020, 14:46 Uhr aktualisiert: 29.04.2020, 17:36 Uhr
Tatjana Brinken, ärztliche Leitung der Intensiv-Station (l.), und Thorsten Möllenkamp, Teamleiter der Intensivpflege am UKM Marienhospital Steinfurt, testen die neuen Schutz-Visiere aus dem 3D-Drucker. Sie sind begeistert: Die Visiere schützen das gesamte Gesicht des medizinischen und pflegerischen Personals während der Covid-Behandlung, ohne das Sichtfeld einzuschränken.
Tatjana Brinken, ärztliche Leitung der Intensiv-Station (l.), und Thorsten Möllenkamp, Teamleiter der Intensivpflege am UKM Marienhospital Steinfurt, testen die neuen Schutz-Visiere aus dem 3D-Drucker. Sie sind begeistert: Die Visiere schützen das gesamte Gesicht des medizinischen und pflegerischen Personals während der Covid-Behandlung, ohne das Sichtfeld einzuschränken. Foto: UKM Marienhospital

Tatjana Brinken kommt gerade aus dem Covid-19-Bereich. Sie ist die leitende Ärztin auf der Intensivstation des UKM Marienhospital Steinfurt. Seit Wochen ist sie mit ihren ärztlichen Kollegen und den Intensivpflegern im Dauereinsatz. Für die Behandlung der Covid-19-Patienten auf der Intensivstation gibt es nun neues Equipment – aus dem 3D-Drucker.

Es sind Schutz-Visiere mit Folien wie sie für einen Overhead-Projektor genutzt werden. „Bisher arbeiten wir mit Schutzbrillen. Die sehen so ähnlich aus wie Taucherbrillen. Bei intensiver Arbeit beschlagen diese aber schnell. Das gilt vor allem für Brillenträger“, erklärt Brinken den Nachteil der bisherigen Ausrüstung im Gegensatz zu den neuen Schutz-Visieren. „Außerdem hat man ein größeres Sichtfeld und kann so besser arbeiten.“

Hilfe aus dem Dentallabor

Die UKM Dentallabor GmbH hat maßgeblich geholfen, die Steinfurter Intensivstation mit den begehrten Schutz-Visieren auszustatten – denn auf dem Markt sind die derzeit kaum zu bekommen.

Karsten Tegtmeyer vom UKM Dentallabor hat die Halterungen designt. In der Innovationswerkstatt Fab­Lab Münster wurden die Exemplare nach seinem Entwurf anschließend in 3D ausgedruckt. Weil die Visier-Folien nach mehrmaligem Desinfizieren trüb werden, bietet das Modell aus dem Drucker einen praktischen Kniff: Die Folien lassen sich nach der Behandlung eines Patienten austauschen, und die Halterung kann nach der Desinfektion weiter genutzt werden.

Stimmung ist gut

Die Freude über die Arbeitserleichterung ist groß, denn die Behandlung der Covid-Kranken fordert Pflegende und Ärzte noch stärker, als das vor Corona der Fall war. „Und dennoch ist die Stimmung im Team wirklich gut“, betont Tatjana Brinken. „Der Anspruch an uns selbst und an das, was wir hier leisten, ist extrem hoch. Mit der Herausforderung der neuen Erkrankung mit sehr schweren Krankheitsverläufen machen wir die Erfahrung, als Team mit hohem medizinischen Standard über uns hinauszuwachsen“, sagt die Intensivmedizinerin.

Routine angeeignet

Wie ihre Kollegen studiert sie täglich die neusten medizinischen Entwicklungen und pathophysiologischen Erkenntnisse in der Covid-Behandlung und setzt diese zum Wohl der Patienten um.

Thorsten Möllenkamp, der die Pflege auf der Intensivstation leitet, bestätigt die gute Atmosphäre im Team. „Wir fühlen uns einfach sehr sicher, weil wir inzwischen eine zunehmende Routine bei der aufwendigen pflegerischen Versorgung von beatmeten Covid-Patienten haben. Außerdem bekommen wir viel Unterstützung und Personal aus den anderen Bereichen und Stationen. Das ist einfach toll.“

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