Berner Sennenhund Balu ist der Star des Bilderbuches von Uta Krebs
Überaus sensibler Türöffner

Burgsteinfurt -

Erstlingswerk mit besonderem Inhalt: Die Burgsteinfurterin Uta Krebs hat jetzt ein Bilderbuch verfasst, in dem ein Begleithund für tiergestützte Therapie eine herausragende Rolle spielt: „Mein Freund Balu“ soll emotional-geistig oder motorisch in ihrer Entwicklung verzögerte Kinder dabei helfen, ihre Defizite zu überwinden. Auch die Illustration stammt komplett von der 67-jährigen Erzieherin, die 26 Jahre in der Einzel- und Gruppentherapie gearbeitet hat.

Montag, 11.05.2020, 16:11 Uhr aktualisiert: 13.05.2020, 11:16 Uhr
Berner Sennenhund Balu mit Frauchen Uta Krebs (l.) und Buchhändlerin Andrea Brümmer. Unter anderem in der Burgsteinfurter Buchhandlung kann das druckfrisch vorliegende Bilderbuch ab sofort erworben werden.
Berner Sennenhund Balu mit Frauchen Uta Krebs (l.) und Buchhändlerin Andrea Brümmer. Unter anderem in der Burgsteinfurter Buchhandlung kann das druckfrisch vorliegende Bilderbuch ab sofort erworben werden. Foto: Ralph Schippers

26 Jahre hat Uta Krebs für den Caritasverband der Dekanate Ahaus und Vreden zusammen mit emotional-geistig und/oder motorisch auffälligen Kindern gearbeitet, bevor sie 2018 in den Ruhestand ging. Die meiste Zeit hat sie dies mit einem besonderen Begleiter getan. Der Berner Sennenhund Balu und sein Vorgänger Merlin halfen der gelernten Erzieherin und Motopädin, in der Gruppen- und Einzel-Therapie entscheidende Fortschritte zu erlangen.

Die 67-jährige Burgsteinfurterin kann viele Geschichten erzählen von Erfolgen, die vielleicht nur durch die Mithilfe eines so sensiblen Wesens wie einen Hund, dazu noch speziell ausgebildet, bei ihren Schützlingen in Kitas, in der Frühförderung oder in Beratungsstellen erzielt werden konnten. „Kinder mit Entwicklungsverzögerungen zeigen auf einmal Selbstbewusstsein, werden entspannt, kommen aus sich heraus, ja sprechen sogar, wo sie es zuvor nicht oder nur sehr eingeschränkt getan haben“, berichtet Uta Krebs aus ihrer Erfahrung.

Hunde wie der inzwischen zwölfjährige Balu fungierten für sie stets als Türöffner, worauf sie als Erzieherin mit tiergestützter Therapiebegleitung aufbaute. Erfahrungen, die sie nicht nur teilen, sondern mit denen sie anderen Erziehern, Eltern oder Mitarbeitern in Beratungsstellen unterstützen möchte. Daraus entstand die Idee eines Bilderbuches.

In einer Auflage von zunächst 800 Exemplaren ist der Band, den die Ehefrau des früheren Superintendenten des evangelischen Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken, Rolf Krebs, verfasst hat, jetzt im Reinhardt-Verlag erschienen. Das als „anregendes Vorlesebuch“ konzipierte Werk lässt die lauschenden und schauenden Kinder teilhaben am Leben von Balu – von seiner Geburt bis zum fertig ausgebildeten Begleithund. Das Besondere: Die Erlebnisse sind aus Tier-Perspektive geschrieben, „das ist ungewöhnlich und lustig zugleich“, weiß Uta Krebs um die öffnende Wirkung.

Hinzu kommt eine ansprechende Illustration, die in Aquarelltechnik gehalten ist und mit der die Autorin so manche Stunde in ihrem Atelier auf dem Dachboden des Hauses am Flögemanns Esch verbracht hat. Mit überzeugendem Ergebnis: Der Münchener Verlag hat ihn jetzt in sein Bilderbuch- Portfolio übernommen.

Uta Krebs hofft nun, dass das Bilderbuch einen guten öffentlichen Zuspruch erfährt. Dabei stützt sie sich auch auf ihre Enkelin Mali. Die durfte den Band in seiner Urform schon vor einiger Zeit „begutachten“ – und zeigte sich begeistert über die Geschichten, die der Berner Sennenhund erzählt. Einen Interessenten mit größerer Nachfrage gibt es auch schon: Ihr früherer Arbeitgeber Caritasverband hat bereits 50 Exemplare vorbestellt. Dass der zwölfjährige Balu, der vor zwei Jahren zusammen mit seinem Frauchen in Pension gegangen ist, noch mal so bekannt wird, hätte er wohl auch nicht gedacht ...

„Mein Freund Balu. Was ein Begleithund mit Kindern erlebt“, 41 Seiten, Reinhardt-Verlag, 14,90 Euro.

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