SPD stellt die personellen Weichen für den Kommunalwahlkampf
Frank Müller soll es richten

Steinfurt -

Die Steinfurter Sozialdemokraten haben sich eine Menge vorgenommen: Ihr Kandidat Frank Müller soll am 13. September Bürgermeister werden. Die Fraktion soll von der zweitstärksten zur größten aufsteigen. Und die Projekte, für die sich die SPD in Steinfurt stark machen möchte, reichen von der Gründung einer Wohnungsbaugesellschaft über ein Mobilitäts- und Stadtentwicklungskonzept, Sportpark, Klimaschutz, Bagno-Hotel, die Wiederbelebung einer Geburtenstation im örtlichen Krankenhaus bis hin zur Bewerbung für eine Landesgartenschau.

Samstag, 16.05.2020, 14:14 Uhr aktualisiert: 18.05.2020, 16:22 Uhr
Blumen für den Bürgermeister-Kandidaten: Frank Müller wurde erwartungsgemäß mit großer Mehrheit von den SPD-Mitgliedern gewählt.
Blumen für den Bürgermeister-Kandidaten: Frank Müller wurde erwartungsgemäß mit großer Mehrheit von den SPD-Mitgliedern gewählt. Foto: Axel Roll

Der Wahlkampf, der nach den Worten von Spitzenkandidat Frank Müller ein „anderer, aber ein guter“ werden soll, wird unter der Überschrift „Zusammen mehr erreichen, für Steinfurt Lebensqualität erhalten und schaffen“ die Wähler mobilisieren.

Am Freitagabend schufen die Mitglieder bei ihrer Wahlversammlung dafür die rechtlichen Voraussetzungen, bestätigten die 23 stimmberechtigten Genossen im Kulturhof Raestrup doch in großer Einheit die vorgeschlagenen Kandidaten für die Wahlbezirke, die Reserveliste, den Kreistag und natürlichen ihren Bewerber für das Bürgermeisteramt. Das alles natürlich unter dem Corona-Diktat von Mundschutz, Desinfektionsmittel, Mindestabstand und Spuckschutz für die Redner.

Frank Müller warb in einer den Umständen geschuldeten, stark eingedampften Bewerbungsrede besonders für zwei Projekte: ein Hotel für Burgsteinfurt und eine Geburtshilfestation für das Borghorster Krankenhaus.

„Steinfurt ist ein Geheimtipp für ganz NRW und weit darüber hinaus“, stellte Müller die touristischen Qualitäten der Kreisstadt in den Vordergrund. „Bislang leider nur für Durchreisende“, so der Bürgermeisterkandidat. Aber nicht nur für Touristen, sondern auch für Geschäftsleute, Gäste von Bildungseinrichtungen oder Festen müssten Unterbringungsmöglichkeiten geschaffen werden.

„Steinfurt braucht wieder eine Geburtshilfestation vor Ort“, ist Frank Müller weiterhin überzeugt. Die Einrichtungen in Rheine und Ibbenbüren seien häufig ausgelastet, so dass die Steinfurter nach Münster, Coesfeld oder Osnabrück ausweichen müssten.

Bei seinen persönlichen Stärken warf Frank Müller seine Teamfähigkeit und seine umfassenden Erfahrungen in seinem Berufsleben in die Waagschale. Handwerk, Einzelhandel, öffentlicher Dienst sowie Gremien- und Personalratsarbeit bis auf Landesebene – das alles kenne er aus nächster Nähe.

Fraktionschef Alfred Voges hatte zuvor einen weiten Themenbogen gespannt, den es in der kommenden Legislaturperiode zu bearbeiten gelte. Neben den eingangs aufgezählten Vorhaben halten es die Sozialdemokraten für wichtig, ein Baugebiet in Regie der Stadt zu entwickeln, um auch Geringverdienern ein eigenes Häuschen zu ermöglichen.

Die Steinfurter SPDler streiften natürlich auch die Kreispolitik. So bestätigten sie ihre Kreistagskandidaten Martina Furchert für Burgsteinfurt, Michael Hardebusch für Borghorst sowie Anneli Hegerfeld-Reckert für Nordwalde/Steinfurt. Und auch der eigene Kandidat für das Landratsamt, Matthias Himmelreich, schaute kurz vorbei. In seiner Rede forderte er „mehr Geld im Portemonnaie“ des kleinen Mannes. Dafür müsse die soziale Frage neu gestellt werden mit dem Ziel einer Umverteilung von oben nach unten. Im Augenblick vermisst er politischen Gestaltungswillen im Kreis.

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