Wahlversammlung der Freien Wähler
„Wieder drittstärkste Kraft werden“

Steinfurt -

Das Ziel für die Kommunalwahl ist klar definiert: Die FWS hat während der Versammlung zur Wahlkreiskandidatenaufstellung am Montagabend noch einmal deutlich gemacht, dass sie wieder drittstärkste Kraft im Stadtparlament werden will. Bei der letzten Wahl war die FWS erstmalig hinter den Grünen nur viertstärkste Fraktion geworden.

Dienstag, 19.05.2020, 16:04 Uhr aktualisiert: 20.05.2020, 15:16 Uhr
In großer Einstimmigkeit wählten die FWS-Mitglieder unter Regie von Dr. Reinhold Dankel ihre Kandidaten für die Kommunalwahl im September.
In großer Einstimmigkeit wählten die FWS-Mitglieder unter Regie von Dr. Reinhold Dankel ihre Kandidaten für die Kommunalwahl im September. Foto: Axel Roll

Große Einigkeit über das Personaltableau sowie die politischen Ziele für die Kommunalwahl im September, wenig Neues aus dem Rathaus sowie die Corona-Vorgabe, nicht länger als unbedingt notwendig zusammenzusitzen: Nach nicht einmal einer Stunde hatten die Mitglieder der Freien Wähler die Formalien für den 13. September abgehakt. Vorsitzender Dr. Reinhold Dankel gab sich dabei am Montagabend im Vereinsheim des ehemaligen SV Wilmsberg kämpferisch: „Wir wollen wieder dritte Kraft im Rat werden.“ Bei der letzten Wahl war die FWS erstmalig hinter den Grünen nur viertstärkste Fraktion geworden.

Die Freien Wähler setzen auf eine stark verjüngte Mannschaft, die im Zusammenspiel mit einigen alten Hasen ein nach den Worten von Reinhold Dankel „ausgewogenes Team“ darstellt. Die 20 stimmberechtigten FWSler sehen das offensichtlich genauso. Sowohl die Direktkandidaten für die 19 Wahlbezirke als auch die Reserveliste wurden ohne auch nur eine Gegenstimme abgesegnet.

Die Freien Wähler werden Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer für eine Wiederwahl unterstützen. „Wir haben uns begründet für sie entschieden“, so der Vorsitzende. Ob sie auch von GAL und Grünen favorisiert wird, ist noch unklar, so Dankel. Bögel-Hoyer sei aber von den beiden Fraktionen zu Gesprächen eingeladen worden.

Trotz der Entscheidung pro Bögel-Hoyer kritisierte der FWS-Chef die Verwaltung im Rathaus. Es könne nicht angehen, dass die Corona-Krise dazu genutzt werde, bereits abgelehnte zusätzliche Stellen doch noch zu bekommen. Dankel spielte dabei auf die unlängst vom Hauptausschuss verwehrten zwei Stellen für das Ordnungsamt an.

Zum Thema Corona führe Reinhold Dankel an, dass die Verwaltung erst im Sommer einigermaßen verlässlich beziffern könne, was die Pandemie die Stadt koste. Bislang fehlten schon einmal rund 1,3 Millionen an Gewerbesteuern.

Eine inhaltliche Diskussion zu den Zielen der Freien Wähler fand nicht statt. Der Vorstand will Anregungen aus der Mitgliederschaft noch bis zum Wochenende sammeln und dann in die Auflistung aufnehmen. Ratsmitglied Kurt Lewandowski erläuterte den Mitgliedern zwei Schwerpunkte für die kommende Ratsperiode: So soll nach dem Willen der Freien Wähler für die Wirtschaftsförderung im Rathaus eine Stabsstelle eingerichtet werden. „Bislang wird das von SMarT erledigt, das kann aber nicht richtig sein“, so Lewandowski. Außerdem benötige die Stadt eine Grundstücksentwicklungsgesellschaft. Steinfurt müsse in die Lage versetzt werden, Bauland selbst zu vermarkten. „Wir dürfen das nicht länger den Investoren überlassen“, so der Ratsherr.

An ihren Grundsätzen halten die Freien Wähler fest: „Sie stellen nicht Prinzipien, sondern die Interessen der Steinfurter in den Mittelpunkt ihrer Entscheidungen“, wie es im aktuellen Wahlpapier dazu heißt. Darüber hinaus will die FWS keine Partei, sondern eine politische Kraft in der Stadt sein: „Die Freien Wähler sind die Alternative zur Parteienlandschaft in Steinfurt.“

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