StEin-Geschäftsführer Rolf Echelmeyer zur aktuellen (Corona-)Situation der Steinfurter Bäder
Gebremste Hoffnung

Steinfurt -

Rolf Echelmeyer muss allzu große Erwartung noch bremsen, dass nach der Öffnung des BagnoMare in Burgsteinfurt auch das Kombibad in Borghorst wieder seine Pforten öffnen kann. „Keine Chance“, bedauert der Stadtwerke- und StEin-Geschäftsführer mit Blick auf den aktuellen Pandemieplan der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen.

Dienstag, 09.06.2020, 16:14 Uhr aktualisiert: 10.06.2020, 16:58 Uhr
Rolf Echelmeyer (l.) schilderte der CDU-Fraktion am Montagabend im Rathaus die aktuelle Situation in den Steinfurter Bädern.
Rolf Echelmeyer (l.) schilderte der CDU-Fraktion am Montagabend im Rathaus die aktuelle Situation in den Steinfurter Bädern.

Rolf Echelmeyer muss allzu große Erwartung noch bremsen, dass nach der Öffnung des BagnoMare in Burgsteinfurt auch das Kombibad in Borghorst wieder seine Pforten öffnen kann. „Keine Chance“, bedauert der Stadtwerke- und StEin-Geschäftsführer mit Blick auf den aktuellen Pandemieplan der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen. Die strengen Vorgaben seien in Borghorst nur mit einem immensen finanziellen und personellen Einsatz zu bewältigen. Wirtschaftlich sei das nicht vertret- und verantwortbar, bittet der Bäder-Chef bei den Schwimmern um Verständnis. Echelmeyer erklärt dazu, dass nach aktuellem Stand lediglich 100 Badegäste gleichzeitig an der Gräfin-Bertha-Straße aufgenommen werden könnten. Eine zeitliche Beschränkung und Anmeldesysteme wären erforderlich. Ein Wechsel zwischen dem Frei- und Hallenbadbereichen sei mit zusätzlichen Kontrollen verbunden. Echelmeyer weiter: „Gerade unsere treuesten Badegäste, die Frühschwimmer, gehören zu einer besonderen Risikogruppe. Das Infektionsrisiko ist höher als im vergleichsweise gut zu organisierenden Freibad. Nicht umsonst öffnen Hallenbäder in Deutschland in der Regel nur für den Vereinssport und für Kurse.“ Konkret würden die zusätzlichen Aufwendungen bei Öffnung des Kombibades nach StEin-Berechnungen zu zusätzlichen Kosten von etwa 30 000 bis 40 000 Euro pro Monat bei gleichzeitig geringerem Besucheraufkommen führen. Aus diesen Gründen soll das Kombibad zunächst noch geschlossen bleiben. „Aber“, so schreibt Echelmeyer die Badesaison in Borghorst noch nicht ab, „wir warten auf die weitere Entwicklung der Auflagen. Wenn diese technisch-wirtschaftlich sinnvoll und gegenüber unseren Badegästen vertretbar sind, soll das Kombibad gegebenenfalls noch in den Sommerferien oder zum Schulbeginn wieder öffnen.“ Alle technischen Einrichtungen im Kombibad seien auf geringstmögliche Leistungs- und Temperaturstufe gestellt. Das Bad befindet sich quasi im Energie- oder Stand-by-Modus.

Diese Informationen hat Echelmeyer auch der CDU-Fraktion in ihrer Sitzung am Montagabend in Rathaus gegeben. Zugleich gab Echelmeyer den Politikern auch einen Bericht über die Situation des seit 20. Mai geöffneten Burgsteinfurter Freibads. Echelmeyer: „Neben dem Bergfreibad in Ochtrup sind wir derzeit das einzige Freibad im Kreis, das geöffnet hat.“ Trotz einiger Einschränkungen sei das Verhalten der Badegäste außerordentlich gut und kooperativ. Auch die Vereine könnten einen fast normalen Trainingsbetrieb durchführen. „Die Stimmung ist gut. Unsere Gäste und wir sind froh, dass endlich wieder geschwommen werden darf“, bedankt sich Echelmeyer bei allen, die helfen, die Situation zu meistern. Die Kapazitäten des BagnoMare seien mit 500 gleichzeitigen Badegästen ausreichend dimensioniert und bis dato noch nicht annähernd ausgeschöpft, fügte Echelmeyer an. Die Bällchenlösung für die Zugangskontrolle sei einfach und wohltuend pragmatisch.

Zu bedenken gab Echelmeyer, dass der wirtschaftliche Effekt „noch überschaubar“ sei: „Mit Stichtag 1. Juni hat sich das operative Ergebnis der Bäder um zirka 30 000 Euro verschlechtert.“ Fehlende Einnahmen stünden dabei geringeren Betriebskosten entgegen.

Ziel sei es, der Bevölkerung auch in den Sommerferien und bei steigenden Besucherzahlen ein ansprechendes Badevergnügen in Steinfurt anbieten zu können. Rolf Echelmeyer dazu abschließend: „Wir planen bei Bedarf die Öffnungszeiten zu verlängern und die maximale Anzahl der Besucher zu erhöhen. Zudem könnte ein Bäderbus zwischen den Stadtteilen eingerichtet werden.“

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