Nachstellen – Amtsgericht setzt Verfahren aus
Landgericht prüft weitere Anklage

Steinfurt -

Das Amtsgericht Steinfurt hat ein Verfahren gegen einen Angeklagten wegen „Nachstellens“ ausgesetzt. Dafür gibt es Gründe.

Donnerstag, 18.06.2020, 13:31 Uhr aktualisiert: 19.06.2020, 17:16 Uhr

Ausgesetzt hat das Amtsgericht Steinfurt ein Verfahren gegen einen 51 Jahre alten Mann aus Steinfurt, der aus dem Kosovo stammt. Noch ehe der Staatsanwalt die Vorwürfe des „Nachstellens“ erläutern konnte, war der Gerichtstermin am Donnerstag beendet.

Der Verteidiger hatte das Gericht darauf hingewiesen, dass Ende April gegen seinen Mandanten eine Anklage beim Landgericht Münster eingereicht worden sei.

Daraufhin tauschten sich der Vorsitzende, Staatsanwaltschaft und Verteidigung über den Fortgang des Prozesses aus. Überlegungen, das Verfahren beim Amtsgericht einzustellen, wollte der Staatsanwalt nicht mittragen.

Der Vorsitzende erläuterte im Gericht die Möglichkeiten. Den Angeklagten erwarte ein dem Vorwurf nach viel schwerere Verfahren vor dem Landgericht. Dort könnte eine hohe Strafe verhängt werden, sodass die beim Amtsgericht möglicherweise „fällige“ Strafe nicht mehr ins Gewicht falle.

Da das Landgericht aber noch nicht über die Annahme der Klage entschieden habe, werde das Verfahren vor dem Amtsgericht ausgesetzt. Sollte das Landgericht die Klage annehmen, könne es auch sein, dass der vor dem Amtsgericht angeklagte Vorwurf mitverhandelt würde.

Für den Fall, dass das Landgericht die Klage nicht zulasse, gebe es von Amts wegen einen neuen Termin beim Amtsgericht. Und für den Fall, dass das Landgericht nur die dort vorgelegte Anklage verhandele, könne hinterher entschieden werden, ob das Amtsgericht Steinfurt die eigene Anklage weiter verfolgen müsse.

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