Diskussion um ein professionelles Citymanagement im Wirtschaftsförderungsausschuss
Künftig sogar in Doppelbesetzung?

Steinfurt -

Der Ruf nach Einstellung eines professionellen Citymanagers wird in Steinfurt immer größer: Am Mittwoch beschäftigte sich der Wirtschaftsförderungsausschuss mit dem Thema. Nach umfassender Diskussion kristallisierte sich heraus, dass es sogar Bedarf für zwei Stellen gibt. Der Rat wird in der kommenden Woche eine Entscheidung fällen – noch vor der Sommerpause.

Donnerstag, 18.06.2020, 16:24 Uhr aktualisiert: 19.06.2020, 17:16 Uhr

Sich zunehmend auftuende Defizite bei den Handlungsfeldern vom Leerstandsmanagement bis zur langfristigen Strategieentwicklung, eine stockende Entwicklung bei der Eta­blierung eines Wirtschaftsforums als Nachfolgeorganisation der Werbegemeinschaften und nicht zuletzt eine sich zuspitzende wirtschaftliche Krise im Einzelhandel bedingt durch die Corona-Pandemie – der Ruf nach der Einstellung eines professionellen Citymanagers für Steinfurt wurde zuletzt immer lauter. Nach einem Antrag der SPD-Fraktion, den derzeit noch bestehenden Sperrvermerk im Haushalt 2020 für die Stelle aufzuheben und kurzfristig eine Ausschreibung auf den Weg zu bringen, beschäftigte sich am Mittwoch auch der Aussschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung mit dem Thema.

Nach einem Vortrag von SMarT-Geschäftsführerin Marion Niebel (Foto), die die aktuelle Situation aus Sicht des Stadtmarketingvereins beleuchtete, sowie umfassender Diskussion kristallisierte sich letztlich heraus, dass es grundsätzlich Bedarf sogar für zwei neue Akteure gibt: Eine – möglichst kurzfristig verfügbare – Fachkraft für Projekt- und Eventmanagement, die SMarT unter anderem bei der Organisation und Durchführung von Veranstaltungen entlasten kann, sowie ein professioneller Citymanager mit entsprechendem Hochschulabschluss, der sich übergreifend und mit strategischer Ausrichtung dem Thema widmen soll. Da sich gegenüber dem SPD-Antrag eine neue Situation auftat, beauftragte das Gremium die Verwaltung, für die Ratssitzung in der kommenden Woche die Vorlage dahingehend zu überarbeiten. Das Kommunalparlament könnte so noch vor der Sommerpause über das weitere Vorgehen bei der Besetzung der Stelle(n) entscheiden.

Zuvor hatte Marion Niebel nochmals die Notwendigkeit einer weiteren Professionalisierung des Stadtmarketings deutlich gemacht. Dabei könne auf ein solides Fundament aufgebaut werden. Als Beispiele nannte sie das Vorhandensein eines funktionierenden Netzwerkes mit Handel und Gewerbe sowie die auf hohem Niveau stehende Organisation von Events und Märkten in der Stadt.

Letzteres habe indes auch viele Ressourcen bei SMarT gebunden, was dazu geführt habe, dass andere Felder, zum Beispiel die Tourismusförderung, hintangestellt werden mussten. Gleiches galt auch für das so dringend notwendige professionelle Leerstandsmanagement. Niebel: „Dazu fehlten uns bis dato einfach die zeitlichen und personellen Ressourcen.“

Günther Schwarte (CDU) betonte die Notwendigkeit des schnellen Handelns. Es gelte, die Ausschreibung jetzt auf den Weg zu bringen. Fragen wie die Ansiedlung der Stelle bei der Stadt oder bei SMarT sowie die Eingrenzung der genauen Aufgabenfelder des Citymanagers könnten später beantwortet werden.

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