Diskussion über die Gründung einer weiterführenden Sekundarschule
Dampf im Kessel

Steinfurt -

Der Entwurf des Schulentwicklungsplan ist noch gar nicht fertig und veröffentlicht, da wird ein Thema daraus offenbar schon heftig hinter den Kulissen diskutiert: die Gründung einer Sekundarschule. Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer vermutet, dass der Punkt zu einem Wahlkampfthema gemacht werden soll. Sie widersprach heftig Gerüchten und Vermutungen, die ganze Sache sei bereits in trockenen Tüchern.

Montag, 29.06.2020, 19:00 Uhr aktualisiert: 06.07.2020, 15:44 Uhr

Die Ausarbeitung eines neuen Schulentwicklungsplanes (SEP) liegt noch gar nicht auf dem Tisch, da gerät der über 200 Seiten starke Entwurf bereits in die öffentliche Diskussion. Konkret geht es um einen Vorschlag, in Steinfurt eine Sekundarschule zu gründen. Gegner und Befürworter sind offenbar dabei, sich zu formieren und in Stellung zu bringen.

Dass Dampf im Kessel ist, hat bereits die Bürgerfragestunde im Vorfeld der Ratssitzung am Donnerstag erahnen lassen. Vorwürfe, wonach die Gründung der weiterführenden Schulform für die Bürgermeisterin und die Koalition der Parteien, die sie im Wahlkampf unterstützen, bereits beschlossene Sache sei, wies Claudia Bögel-Hoyer gestern auf Nachfrage dieser Zeitung noch einmal vehement zurück. „Ich bin schon am Donnerstag beinahe vom Stuhl gefallen“, vermutet die Verwaltungschefin, dass mit diesem Thema Wahlkampf gemacht werden soll. „Ich habe nie gesagt, dass ich eine Sekundarschule haben will und wehre mich entschieden und mit aller Macht dagegen, jetzt einen Streit auf dem Rücken von Eltern und Kindern auszutragen“, war die Bürgermeisterin am Telefon hörbar sauer über das, was sich da möglicherweise hinter ihrem Rücken zusammenbraut. Gleichwohl bestätigte Bögel-Hoyer, dass im SEP-Entwurf unter anderem auch Vor- und Nachteile einer Sekundarschule im Zusammenhang mit der Bewertung der zukünftigen Entwicklungsmöglichkeiten der Schullandschaft eingeflossen sind. Sie fügte aber auch an: „Ich sehe im Moment keinen Grund, aus funktionierenden Schulen etwas anderes zu machen.“ Der SEP sei eine Diskussionsgrundlage. Beschlossen sei da noch gar nichts.

Bereits im Schulausschuss am Mittwoch ist über die Fortschreibung des Schulentwicklungsplanes geredet worden. Wann die Mitglieder, die ja schließlich der Verwaltung dazu den Auftrag gegeben hatten, den Entwurf bekommen, wollte Ausschussvorsitzender Günther Gromotka (CDU) wissen. Erster Beigeordneter Michael Schell bat noch um Geduld. Der zuständige Dezernent will den Politikern den Plan nicht unkommentiert aushändigen. Ohne fachliche Erläuterungen könne es da schnell zu Missverständnissen kommen. Außerdem soll der Entwurf nach den Ferien zunächst noch mit den Leitern der Steinfurter Schulen erörtert werden, um deren Anregungen und Bedenken einfließen zu lassen. Erst dann könne in die politischen und anschließend öffentlichen Beratungen eingestiegen werden. Ein Verfahrensvorschlag, dem sich der Schulausschuss mit großer Mehrheit anschloss. Claudia Bögel-Hoyer und Günther Gromotka gehen nicht davon aus, dass ein endgültiger Beschluss noch in dieser Rats­periode gefasst wird.

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