Garage am alten Sportplatz Haselstiege steht für Graffiti-Kunst zur Verfügung
Freies Sprühen an der „Wall of Fame“

Steinfurt -

Auch wenn das Thema immer wieder kontrovers diskutiert wird – in Steinfurt hat sich die Sprayer-Szene ihre Anerkennung in vielen Teilen der Bevölkerung mittlerweile verdient. Dazu hat unter anderem die Mobile Jugendarbeit der Stadt Steinfurt in Kooperation mit dem AWO-Jugendzentrum „Talentschuppen“ beigetragen.

Donnerstag, 09.07.2020, 17:08 Uhr aktualisiert: 10.07.2020, 16:50 Uhr
Die Garage am alten Sportplatz Haselstiege ist die neue „Wall of Fame“ und steht Jugendlichen zur freien Verfügung, dort Graffitis zu sprühen. Am Mittwochabend ist das Projekt vorgestellt worden.
Die Garage am alten Sportplatz Haselstiege ist die neue „Wall of Fame“ und steht Jugendlichen zur freien Verfügung, dort Graffitis zu sprühen. Am Mittwochabend ist das Projekt vorgestellt worden. Foto: Drunkenmölle

Auch wenn das Thema immer wieder kontrovers diskutiert wird – in Steinfurt hat sich die Sprayer-Szene ihre Anerkennung in vielen Teilen der Bevölkerung mittlerweile verdient. Dazu hat unter anderem die Mobile Jugendarbeit der Stadt Steinfurt in Kooperation mit dem AWO-Jugendzentrum „Talentschuppen“ beigetragen. Am Mittwochabend ist ein neuer Standort für die jungen Graffiti-Künstler in Borghorst freigegeben worden.

In Zusammenarbeit mit dem Graffiti-Künstler Jan Fietz („360grad-art“) war im Sommer 2019 die Aktion „Colored Station“ ins Leben gerufen worden, um Jugendlichen freie Sprühflächen zur Verfügung zu stellen, damit sie sich mit professioneller Unterstützung in Formen und Farben ausdrücken können. Das Angebot von „Colored Station“ stieß bei rund 50 jungen Leuten auf Interesse. Unter anderem wurde die Unterführung am Bahnhof in Burgsteinfurt und ein Brückenbauwerk der B 54 im Bagno gestaltet.

Angespornt durch die positiven Reaktionen ist jetzt ein Folgeprojekt in Borghorst geschaffen und an der Haselstiege die „Wall of Fame“ freigegeben worden. Die Garage am Rand des alten Sportgeländes soll, so erklärt Hannah Deitert von der Mobilen Jugendarbeit der Stadt Steinfurt, Jugendlichen eine Chance geben, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen, ohne Sanktionen fürchten zu müssen. Deitert: „So können sie Borghorst aktiv mitgestalten. Die Identifikation mit dem eigenen Stadtteil wird gefördert.“ Ziel ist es dabei auch, dass die Jugendlichen Verantwortung für den Standort übernehmen und ihre Aktivitäten in eigener Regie organisieren.

Das Konzept sieht vor, dass Jan Fietz die künstlerische und die Jugendarbeiter der Stadt und des „Talentschuppens“ die pädagogische Betreuung übernehmen. Um dem Infektionsschutz nachzukommen, wird die Zielgruppe zunächst klein gehalten. Zu Beginn wird daher mit einer festen Gruppen von fünf Jugendlichen (17 bis 19 Jahre) aus dem Vorgängerprojekt „Colored Station“ gearbeitet. Später sollen die Sprühflächen dann allen Jugendlichen zur Verfügung gestellt werden.

Das ursprünglich geplante Grillfest zur Eröffnung der Freifläche musste aufgrund der Corona-Beschränkungen am Mittwoch zwar abgesagt werden, dennoch waren Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer, Jugendliche und Träger gekommen, um das Projekt der Öffentlichkeit vorzustellen. Unter den Gästen war auch Center-Leiter Stefan Kreft von der Kreissparkasse. Die hat dem Projekt mit 2500 Euro eine wesentliche Starthilfe gegeben.

Bögel-Hoyer ermutigte die Beteiligten, ihre Arbeit fortzusetzen. Und die Bürgermeisterin hatte schon einen Entwurf für ein weiteres Projekt in der Hand: Die Brücke an der B 54-Auffahrt in Höhe des Bagnos könnte ihrer Meinung nach ein idealer Ort sein, ein „Willkommen in Steinfurt“ an die Wände zu sprühen.

Alle weiteren Fragen zur „Wall of Fame“ beantwortet Rathaus-Mitarbeiterin Hannah Deitert vom Fachdienst Jugend, Bildung und Sport, Telefon 0 25 52/92 54 11, E-Mail deitert@Stadt-Steinfurt.de. An der Garage ist auch ein QR-Code hinterlegt.

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