„Welbergener Kreis“ stellt in der Großen Kirche aus
Moderne Kunst, sakrales Umfeld

Burgsteinfurt -

Moderne Kunst trifft auf ein sakrales Umfeld: Erstmals seit 2006 stellt die Künstlervereinigung „Welbergener Kreis“ wieder in Steinfurt aus. Ab Ende kommender Woche sind 14 Kunstwerke von Mitgliedern des Kunstkreises in der Evangelischen Großen Kirche zu sehen. Die Anregung dazu kam von Seiten der Kirchengemeinde, der man gerne gefolgt ist, wie Mitglied Heinrich von den Driesch im WN-Gespräch erklärte.

Mittwoch, 15.07.2020, 17:20 Uhr
„Locus genii“ ist der Beitrag von Heinrich von den Driesch betitelt. Es handelt sich um eine aus Steckholzelementen bestehende Installation, die optisch eine Lesesaalatmosphäre erzeugen soll.
„Locus genii“ ist der Beitrag von Heinrich von den Driesch betitelt. Es handelt sich um eine aus Steckholzelementen bestehende Installation, die optisch eine Lesesaalatmosphäre erzeugen soll. Foto: H. von den Driesch

Wann der „Welbergener Kreis“ letztmalig in Steinfurt ausgestellt hat? Heinrich von den Driesch muss überlegen. „2006 ist das wohl gewesen“, erinnert sich der 77-jährige Künstler, der bis 2015 Vorsitzender der regionalen Vereinigung von Kunstschaffenden war und bis heute reges Mitglied geblieben ist. Nach der „Petit Gala“, die seinerzeit im Kommunikationszentrum der Kreissparkasse stattfand, gibt es nun erstmals wieder eine größere Präsentation der rührigen Vereinigung: Werke von 14 Künstlern sind ab dem 26. Juli (Sonntag) in der Burgsteinfurter Großen Kirche zu sehen.

Ein eher ungewöhnlicher Ort für eine Kunstausstellung, doch von den Driesch kann dem viel abgewinnen. „Aus Künstlersicht ist es durchaus reizvoll, in einem Kirchenraum auszustellen, die sakrale Aura lässt eine ganz besondere Korrespondenz mit den gezeigten Werken entstehen“, ist der frühere Kunstlehrer am Gymnasium Borghorst überzeugt. Man sei der Anregung der Ev. Kirchengemeinde, diese Ausstellung in der Großen Kirche durchzuführen, daher gerne gefolgt.

Indes – und um es deutlich zu sagen: Sakrale Kunst wird es nicht sein, die der Besucher im Gotteshaus an der Kirchstraße zu sehen bekommt. Es ist vielmehr die moderne, zeitgenössische Variante – und das in ganz vielfältiger Form von der Objektkunst über Fotografien bis hin zu Installation. Von den Driesch, in Steinfurt vor allem bekannt als Erschaffer des Bagno-Elysium vor der Konzertgalerie, gehört mit seiner Holz-Installation „Locus genii“ nicht nur zu den Ausstellenden, sondern bereitet das Ereignis auch zusammen mit Freimut Kiewisch und den Eheleuten Claudia und Hans-Christoph Mertins von der Kirchengemeinde federführend vor. Aus Steinfurt beteiligen sich zudem Elke Fülling und Michael Lohmann mit eigenen Beiträgen. Sie zeigen das Objekt „Himmelsleiter“ bzw. ein fotografisches Triptychon. Und auch Reinhard Dasenbrock, langjähriger Kunstlehrer am Hermann-Emanuel-Berufskolleg, gehört zum Kreis der Ausstellenden. Er hat figürliche Darstellungen geschaffen, die in Korrespondenz zu den Epitaphen im Bereich hinter dem Lettner der Kirche stehen.

Die gezeigten Kunstwerke sind teilweise auch schon in der Jubiläumsausstellung „zwanzigzwanzig“ des Welbergener Kreises im Frühjahr im Kunsthaus Kloster Gravenhorst zu sehen gewesen. Diese konnte wegen der Corona-Pandemie indes nur eingeschränkt stattfinden. Jetzt besteht insbesondere für das Steinfurter Publikum die Gelegenheit, sich die Werke noch einmal näher anzuschauen.

Aufgrund der aktuellen Corona-Lage findet die Eröffnung am Sonntag (26. Juli) gleitend in der Zeit von 15 bis 18 Uhr statt. Die Künstler sind anwesend und stehen für die Beantwortung von Fragen zur Verfügung. Die Präsentation wird anschließend bis zum 6. September (Sonntag) dienstags, mittwochs, donnerstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr zugänglich sein (Ausnahme: 23. und 30. August wegen kirchlicher Feste).

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