Letzte Ratssitzung vor der Kommunalwahl
CDU bezieht Klassenkeile

Steinfurt -

Ring frei zur letzten Runde – vor der Wahl: Noch bevor die Ratssitzung am Donnerstag so richtig losging, gerieten sich die Wahlkämpfer an den Tischen in der Gymnasium-Mensa mächtig in die Haare. Nur verbal, glücklicherweise. In der grün-gelb-blau-orangenen Ecke: die Bürgermeisterin mit ihren Unterstützern, von denen sich die Grünen bei dieser Rangelei besonders hervortaten. In der schwarzen Ecke: die CDU mit ihrem Bürgermeisterkandidaten Norbert Kerkhoff. Die SPD, bekanntlich selbst mit Frank Müller mitten im Ringen um die Gunst der Wähler, nutzte die Gelegenheit, den Christdemokraten auch mal eben schnell vors Schienbein zu treten.

Freitag, 28.08.2020, 18:38 Uhr

 

Worum es bei der kontaktlosen Prügelei ging? Nun, es war der genau auf dieser Zeitungsseite vor zwei Tagen geäußerte Vorwurf aus der Mehrheitsfraktion, die Bürgermeisterin habe sich vor einem vom Kulturforum angezettelten Schlagabtausch aller drei Kandidaten auf offener Bühne gedrückt und ihren vollen Terminkalender nur vorgeschoben. Tatsächlich scheue sie die Auseinandersetzung mit Argumenten.

„Wenn jemand einen Termin aus welchen Gründen auch immer nicht wahrnehmen kann, hat dieses nichts, rein gar nichts mit mangelndem Demokratieverständnis zu tun“, eröffnete Grünen-Ratsherr Arnold Schumacher am Donnerstagabend mit einer Stellungnahme seiner Fraktion zum oben genannten Bericht dieser Zeitung die Balgerei. Die „ständigen persönlichen Attacken gegen die Bürgermeisterin begleiten uns leider schon viele Jahre“, bedauerte Schumacher. Die Grünen forderten einige Personen in der CDU auf, zur „sachlichen politischen Diskussion zurückzukehren“.

Danach legte Claudia Bögel-Hoyer nach. „Nun ist er da, der schmutzige Wahlkampf.“ Die CDU schade nicht nur ihrem Ansehen, sondern auch der Würde des Bürgermeisteramtes. Sie und Angst vor Auseinandersetzungen? „Lächerlich.“ Sie habe erst gerade dem Stadtjugendring die Zusage zur Teilnahme an einer Podiumsdiskussion gegeben, bei der auch ihre Mitbewerber anwesend seien. „Seit fünf Jahren sehe ich mich aggressiven und unfairen Attacken ausgesetzt, nur weil ich kein CDU-Parteibuch habe“, holte die Amtsinhaberin aus zu ihrem finalen Schwinger.

Und die Attackierten aus der schwarzen Ecke? Die machten es wie ehemals Henry Maske. Sie duckten sich schweigend weg. Ob das jetzt clever, feige oder ein Zeichen von Scham war? Ansichtssache, je nachdem aus welcher Ecke der Zuschauer auf den hinteren Plätzen den Wahlkampf-Fight betrachtete. . .

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7555583?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F186%2F
Nachrichten-Ticker