„Obstretter“-Aktion von Familienbildungsstätte, Verein „Wie wollen wir leben“, Caritasverband und Hof Homann
Ressourcen nutzen, Gemeinschaft fördern

Borghorst -

„Obstretter“ heißt die Initiative für Nachhaltigkeit und Gemeinschaft, die sich zum Ziel gesetzt hat, dass in Erntezeiten überschüssige Früchte nicht in der Tonne landen, sondern verwertet werden. Erst im August an den Start gegangen, ziehen die Verantwortlichen bereits ein Fazit, das sehr positiv ausfällt. Weitere Mitstreiter, beispielsweise Obstwiesen- und Gartenbesitzer, werden gesucht.

Dienstag, 22.09.2020, 16:42 Uhr
Initiatoren der „Obstretter“-Aktion (v.l.): Jan-Philip Zimmermann (FBS), Anne Cleff (ehrenamtliche Koordinatorin), Elisabeth Höffker (FBS), Andrea Jäger (Gemeindecaritas), Christine Thamm (ehrenamtliche Koordinatorin) und Ulrich Ahlke (Verein „Wie wollen wir leben?“)
Initiatoren der „Obstretter“-Aktion (v.l.): Jan-Philip Zimmermann (FBS), Anne Cleff (ehrenamtliche Koordinatorin), Elisabeth Höffker (FBS), Andrea Jäger (Gemeindecaritas), Christine Thamm (ehrenamtliche Koordinatorin) und Ulrich Ahlke (Verein „Wie wollen wir leben?“) Foto: FBS

Das Bewusstsein für den Wert regionalen Streuobstes steigt seit Jahren. Wie schade ist es da, dass Unmengen davon jährlich in Privatgärten einfach verderben, weil niemand – aus welchen Gründen auch immer – sie erntet. Können wir uns diese Ressourcenverschwendung leisten? Die Initiatoren des Borghorster Projekts „Obstretter“ meinen nein – und rennen mit dieser Auffassung jede Menge offener Türen ein. Mittlerweile rund 30 Ehrenamtliche umfasst der Pool, der im Rahmen der im August von den Projektpartnern Familienbildungsstätte ( FBS ), Verein „Wir wollen wir Leben?“, Caritasverband und Genossenschaft Hof Homann aus Laer Streuobst von Bäumen in Privatbesitz erntet und verarbeitet. „Für diese kurze Laufzeit sind wir mit der Resonanz sehr gut zufrieden“, sagt Jan-Philip Zimmermann , der als FBS-Leiter das Gemeinschaftsprojekt mit angeschoben hat.

Ziel der Initiative ist es nicht nur, überschüssiges Obst vor dem Verderben zu retten, sondern den Teilnehmern zu vermitteln, wie es haltbar gemacht werden kann. Viel Wissen ist in diesem Bereich in jüngster Zeit verloren gegangen. Nicht zuletzt geht es aber vor allem auch darum, das soziale Miteinander zu fördern – über Generationen und Kulturen hinweg.

Den Anstoß für die Initiative gab Andrea Jäger vom Fachbereich Gemeindecaritas des Caritasverbands Steinfurt. „Sie kümmert sich vornehmlich um Nachbarschaften und Quartiersstärkung und hatte die Idee zu der Obstaktion“, berichtet Zimmermann. Die Verbindung zur FBS war schnell erfolgt. Die Weiterbildungseinrichtung stellt die Infrastruktur für die Obstverarbeitung zur Verfügung.

Mit im Boot sind der Hof Homann, der die Initiative mit dem Aufbau einer Webseite unterstützt, sowie der Verein „Wie wollen wir leben“. Beide seien wichtige Partner mit großem Multiplikatoreffekt, betont Jan-Philip Zimmermann.

Immer mittwochs treffen sich rund ein Dutzend Obsthelfer zum Einkochen des geernteten Obstes. Weitere Freiwillige, die ernten und verarbeiten, sind ebenso gerne gesehen wie zusätzliche Baumbesitzer, die sich über die Homepage der FBS registrieren lassen können. „Zwar ist sie Haupterntezeit schon fast gelaufen, aber man kann sich ja auch im nächsten Jahr beteiligen“, rührt Zimmermann die Werbetrommel für die Obstretter.

Die Initiatoren gehen davon aus, dass es 2021 eine Fortsetzung geben wird. Die Akquise der Anschlussfinanzierung für das von der Caritas-Gemeinschaftsstiftung geförderte Projekt sei in Arbeit. Denkbar sei auch eine Erweiterung auf umliegende Orte.

Wer ein oder mehrere Gläser Brotaufstrich, Kompott oder Chutney der Obstretter erwerben möchte, kann dies gegen eine Spende bei der FBS in Borghorst tun. Zudem hat die Initiative schon mehrere Kisten mit Obst der Steinfurter Tafel zur Verfügung gestellt. Sollte das Aufkommen entsprechend groß sein, wäre auch ein Verkauf über einen Unverpackt-Laden denkbar, ergänzt Zimmermann. Der Erlös soll karitativen Zwecken zu Gute kommen.

 

 

Interessierte, die als Baumbesitzer oder ehrenamtliche Helfer am Projekt teilnehmen möchten, können sich bei der Familienbildungsstätte unter Telefon 02552/93550 oder per E-Mail an info@fbs-steinfurt.de melden.

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