Duo Contraviento tritt im Café Kater auf
Mit Kunst auf die Situation in Chile aufmerksam gemacht

Steinfurt -

Sie haben in ihren Liedern, Videos, Fotos und Texten einen ganz unmittelbaren Eindruck von der Lebenssituation eines Großteils der chilenischen Bevölkerung vermittelt: Das Duo Contraviento ist im Café Kater aufgetreten, führte lateinamerikanische Musik vor und informierte die Zuhörer zugleich.

Sonntag, 27.09.2020, 22:25 Uhr aktualisiert: 27.09.2020, 22:30 Uhr
Das Duo Contraviento – Isabel Lipthay und Martin Firgau – führte nicht nur lateinamerikanische Musik vor, sondern vermittelte den Zuhörern im Café Kater einen Eindruck von der Situation in Chile.
Das Duo Contraviento – Isabel Lipthay und Martin Firgau – führte nicht nur lateinamerikanische Musik vor, sondern vermittelte den Zuhörern im Café Kater einen Eindruck von der Situation in Chile. Foto: mfa

Unterhaltung hat doch tatsächlich noch etwas mit Haltung zu tun. Diesen Eindruck konnte man bei dem Konzert von „Contraviento“ am Freitagabend im Café Kater im Heinrich-Neuy-Bauhaus-Museum in Borghorst gewinnen – und sicher auch mit nach Hause nehmen. Isabel Lipthay und Martin Firgau führten nicht einfach nur lateinamerikanische Musik vor, sondern informierten und versuchten die rund 70 Zuhörer mit ihrem Programm „Chile desperto“ (Chile erwacht) anzusprechen.

Die Künstler vermittelten in ihren Liedern, Videos, Fotos und Texten einen ganz unmittelbaren Eindruck von der Lebenssituation eines Großteils der chilenischen Bevölkerung. Dieser muss mit Armut, Hunger und staatlicher Vernachlässigung leben und ächzt unter den Auswirkungen einer neoliberalen Wirtschaftspolitik ohne tatsächliche demokratische Strukturen.

Die beiden dem Publikum zugewandten, freundlich-engagierten Künstler, veranstalten dieses „Aufmerksam-Machen auf Ungerechtigkeit und unwürdige Bedingungen“ ohne besserwisserischen Zeigefinger, sondern veranschaulichten über den Katalysator Musik und in wichtigen Liedern die Situation. Und nicht nur wegen angenehmerer Liebeslieder und trotz oder gerade wegen der Informationen von Sophia Firgau, der Nichte des Ehepaars, über die sexuellen Übergriffe von staatlichen, sogenannten Ordnungsorganen und der vorherrschenden Struktur institutionalisierter Macht vor allen Dingen gegen Frauen und deren Aufbegehren dagegen war dies ein wirklich ungewöhnliches und dichtes Konzerterlebnis. Organisiert hatten es im Rahmen der Fairen Woche beziehungsweise der Interkulturellen Woche Ulrike Warnink (Fair-Trade-Town) und Barbara Schonschor (Evangelische Jugendhilfe).

Und dass die beiden Künstler sichtlich aufblühten, dass sie trotz Corona-Regelungen endlich wieder „vor richtigen Menschen, deren Augen man auch sehen und genießen kann“ (Isabel Lipthay) auftreten durften und konnten, wollen wir natürlich nicht verschweigen.

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