Das Jugendrotkreuz bietet für Kinder, Teenager und Erwachsene vielseitige Programme und Kurse
Mehr als nur Erste Hilfe

Sie sind auf fast jeder größeren Veranstaltung, müssen aber Gott sei dank nur selten wirklich in Erscheinung treten. Egal ob Schützenfest, Karneval oder Oktoberfest, im Notfall sind die Sanis vom Deutschen Roten Kreuz zur Stelle. Ganz egal, ob Schnittverletzung durch Glas oder plötzliche Ohnmacht, gegen jeden Notfall sind die Sanitäter gewappnet. Doch es sind nicht nur voll ausgebildete Rettungskräfte, die sich beim Roten Kreuz engagieren können, schon im Jugendrotkreuz, kurz JRK, werden erste Grundlagen vermittelt und noch viel mehr Aktionen unternommen. Deswegen ist das JRK eine Organisation, die die Jugend bewegt.

Donnerstag, 01.10.2020, 12:46 Uhr
Das Jugendrotkreuz bietet für Kinder, Teenager und Erwachsene vielseitige Programme und Kurse: Mehr als nur Erste Hilfe
Foto: west

 

Nancy Thielscher war schon mit elf Jahren teil des Roten Kreuzes . Sie trat damals dem Ortsverband bei. Mit 16 Jahren baute sie das JRK in Ochtrup wieder auf und leitete dieses einige Jahre. Inzwischen ist sie auf einer höheren Ebene, dem Kreisverband, tätig. Sie steht voll hinter dem Konzept des JRK und gewann im Januar diesen Jahres sogar den Ehrwin des Monats, einen Preis vom WDR für ehrenamtliches Engagement. „Beim Jugendrotkreuz hat jeder die Gelegenheit, einfach mal mitzumachen. Die jüngsten Mitglieder können schon mit sechs Jahren beitreten. Meistens kommen wir dann an die Grundschulen und fragen die Kleinen, ob sie nicht einfach mal mitmachen möchten. Bis einschließlich 27 können sie dann auch beim JRK bleiben. In den jüngsten Altersgruppen lernen sie erste Schritte der Ersten Hilfe oder wir machen „Schminktutorials“, wie man beispielsweise eine Platzwunde schminkt. Sie helfen dann den „Großen“ bei ihrer Ausbildung, indem sie möglichst authentisch Notfälle darstellen“, erzählt die ehemalige Leiterin des JRK Ochtrups. Doch ist die Organisation nicht nur was für die Kleinen, meint Nancy. „Jeder ist bei uns willkommen, völlig unabhängig von Alter, Herkunft oder Religion. Wir bieten einmal die Woche Gruppenstunden an, nach Alter sortiert. Dort werden dann erste Maßnahmen und Erste Hilfe geübt, aber auch viel gespielt oder geredet. Besondere Highlights sind unsere Fahrten, entweder in einen Freizeitpark, zum Lasertag oder ins Schwimmbad, was dann sogar für einen Tag nur für die JRKler gemietet ist. Besonders geschätzt wird bei uns das Gemeinschaftsgefühl. Manche sind für viele Jahre dabei und entwickeln eine Bindung zu ihrer Gruppe durch eben solche Aktionen. Es macht einfach Spaß“, resümiert sie für sich.

Dass dies nur der erste Schritt sein kann für eine weitere Laufbahn, kann man sehr gut am Beispiel von Jana Berger aus Wettringen sehen. Sie ist 18 Jahre und seit September in der Ausbildung zur Rettungssanitäterin, der zweiten von drei Stufen zur Notfallsanitäterin. Sie erzählt: „Ich bin damals durch meine Cousine in der Grundschule zum JRK gekommen. Als sich unsere Ortsgruppe irgendwann aufgelöst hat, bin ich dann in die Bereitschaft, also zum „richtigen“ Roten Kreuz gekommen. Dort bin ich heute noch.“ Auch Jana hat viele Jahre die ganzen Übungen mitgemacht und natürlich auch die Zeit mit ihrer Gruppe genossen: „Wir wurden viel in Erster Hilfe ausgebildet und sind damit sogar mal beim Kreiswettbewerb erster geworden. Dort wurde geguckt, ob man die richtigen Maßnahmen in einer bestimmten Situation gut und schnell ausführen konnte.“ Ihre Zeit beim DRK war im Endeffekt dann sogar ausschlaggebend für ihre weitere Laufbahn als Sanitäterin. „Durch das Rote Kreuz habe ich sprichwörtlich Blut geleckt. Letztes Jahr habe ich meine Sanitäterausbildung abgeschlossen und möchte mich nun weiter fortbilden. Seitdem ich 18 bin, fahre ich auch regelmäßig mit auf Einsätze und nächstes Jahr will ich dann endlich Notfallsanitäterin sein. Ich habe auf jeden Fall den richtigen Job für mich gefunden“, zieht Jana ihr Fazit aus fast zehn Jahren JRK und DRK.

Auch Nancy kann nur an alle appellieren, mal beim JRK reinzuschnuppern: „Wir sind eine komplett kostenlose Organisation und freuen uns immer tierisch über neue Gesichter. Wir sind viel mehr als „nur“ Erste Hilfe. Es ist die Gemeinschaft und die gemeinsamen Erlebnisse, die das JRK für unsere Jugendlichen so attraktiv macht und dies besonders durch unsere Aktionen oder Kurse. Außerdem macht sich ein ehrenamtliches und gemeinnütziges Engagement immer sehr gut im Zeugnis oder bei der nächsten Bewerbung, auch für Plätze an der Uni. Wer Interesse hat, der kann sich entweder direkt an seinen Ortsverband wenden, ob es eine JRK-Gruppe in der jeweiligen Gemeinde gibt. Ansonsten stehen wir vom Kreisverband jeder Zeit Rede und Antwort.“

Max Roll

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