Nachbarschaftshaus Michael startet mit seiner Quartiersarbeit
Vorzeigeprojekt für Steinfurt

Borghorst -

Andrea Jäger und Verena Wilmer haben in den vergangenen Wochen Blumensamen an die Nachbarn verschickt. Die haben inzwischen die ersten Ergebnisse ihrer gärtnerischen Bemühungen zurück zur Hausnummer 53 gebracht. Die beiden Sozialpädagoginnen sind sehr optimistisch, dass nicht nur das Grün in den Blumentöpfen weiter sprießen wird. Auch das Haus Michael, wie die am Donnerstag eröffnete neue Einrichtung des Caritasverbandes an der Rubensstraße heißt, soll zum Zusammenwachsen beitragen. Nicht nur der Nachbarschaft, sondern des ganzen Quartiers. „Eigentlich benötigt jeder Stadtteil so eine Einrichtung“, ist Hedi Overhoff überzeugt, die an dem Konzept des Quartierhauses kräftig mitgefeilt hat.

Freitag, 02.10.2020, 15:52 Uhr
Die Tür an der Hausnummer 53 ist offen für jeden: Caritas-Geschäftsführer Burkhard Baumann, Annika Koke, Verena Wilmer, Andrea Jäger und Hedi Overhoff (v.l.) freuen sich über die Eröffnung des Nachbarschaftshauses an der Rubensstraße.
Die Tür an der Hausnummer 53 ist offen für jeden: Caritas-Geschäftsführer Burkhard Baumann, Annika Koke, Verena Wilmer, Andrea Jäger und Hedi Overhoff (v.l.) freuen sich über die Eröffnung des Nachbarschaftshauses an der Rubensstraße. Foto: Axel Roll

 

Ideen gibt es schon viele – auch wenn seit der offiziellen Eröffnung gezählt mit heute erst drei Tage vergangen sind. „Was da alles draus wird, das muss sich zeigen“, hat sich Domus-Caritas-Geschäftsführer Burkhard Baumann auf eine spannende Zeit eingestellt. Fest steht, dass die Tür für alle, die hinein möchten, offen stehen wird. Für die Senioren aus dem Betreuten Wohnen genauso wie für Kinder und Jugendliche, Alleinerziehende oder junge Familien.

„Corona macht uns den Start zwar nicht ganz so einfach, trotzdem sind die ersten Veranstaltungen schon in Planung“, erzählt Andrea Jäger . So soll es schon bald einmal in der Woche im Haus Michael ein preiswertes Mittagessen geben: „Eintopf statt Kantine“. Der regelmäßige Besuch des Verkaufswagens soll mit einem Begegnungscafé abgerundet werden. Und was ist darüber hinaus noch alles möglich auf den zwei Etagen? Hedi Overhoff kommt beim Aufzählen ein wenig aus der Puste: Eltern-Kind-Gruppen, Singe- und Spielkreise, Nachbarschaftstreffen, Vorträge, Beratung, private Feiern, Workshops und Schulungsangebote. Und das ist noch lange nicht alles. Aufgabe von Verena Wilmer und Andrea Jäger wird es nämlich sein, Vereine, Verbände, Ehrenamtliche wie Profis mit ins Boot zu holen, die Lust haben, an der Rubensstraße irgendetwas zu veranstalten. „Wichtig ist bei allem nur, dass die Bewohner des Quartiers mitbestimmen können“, so Andrea Jäger.

Wobei der Begriff Quartier weit gefasst ist. Natürlich sind die Bewohner der Wohnanlage auf dem ehemaligen Websaal-III-Gelände damit genauso gemeint wie die künftigen auf dem Gesundheitscampus. Aber auch darüber hinaus.

Das Projekt, das es in anderen Städten wie Hiltrup, Kevelaer oder Rheine in ähnlicher Form schon gibt, ist nach den Worten von Projektberaterin Hedi Overhoff ein Aushängeschild für die Kreisstadt Steinfurt. Apropos Schild: Demnächst werden zwei Plexiglas-Plaketten auf finanzielle Förderer des Nachbarschaftshauses hinweisen: Die Stiftungen Deutsche Fernsehlotterie und Wohlfahrtspflege NRW bezuschussen das Projekt mit insgesamt 650 000 Euro an Sach- und Personalkosten. Für die Caritas selbst bleibt ein Eigenanteil von 250 000 Euro.

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