Neubau an der Emsdettener Straße
Grüne beantragen Baustopp für Drei-Familien-Haus

Borghorst -

Wenn es nach den Grünen ginge, müsste der Neubau eines Drei-Familien-Hauses an der Emsdettener Straße erst einmal Pause machen. In einem Schreiben an die Verwaltung hat die Fraktion einen Antrag auf Zurückstellung der Baugenehmigung gestellt.

Freitag, 02.10.2020, 17:10 Uhr
Der Abbruchbagger hat inzwischen an der Emsdettener Straße ganze Arbeit geleistet. Trotz eines Antrag der Grünen kann das Vorhaben wohl umgesetzt werden.
Der Abbruchbagger hat inzwischen an der Emsdettener Straße ganze Arbeit geleistet. Trotz eines Antrag der Grünen kann das Vorhaben wohl umgesetzt werden. Foto: Axel Roll

Allerdings: Die Initiative kommt wohl zu spät. Wie Stefan Albers als zuständiger Fachdienstleiter im Rathaus auf Anfrage sagte, seien die Fristen, die einen Baustopp noch möglich machten, mittlerweile verstrichen. „Der Bauherr darf da jetzt loslegen“, so der Fachdienstleiter Stadtplanung und Bauordnung. Er habe einen Rechtsanspruch darauf.

„Wenn wir jetzt aus irgendwelchen Gründen einen Stopp verhängen würden, wären wir schadenersatzpflichtig“, betonte Stefan Albers.

Die Grünen haben sich der Argumentation der Nachbarn an der Emsdettener Straße angeschlossen, dass das Vorhaben „nicht in die vorhandene Bebauung passt“. Darum möchte die Fraktion die Geschosse in den Grenzen des Bebauungsplanes auf maximal zwei begrenzen. Der Antrag geht damit über die erst gerade beschlossene Änderung der Bauvorschriften hinaus. Darin war auf Antrag der Bewohner der benachbarten Winkelstraße die Zahl der Wohnungen pro Grundstück auf zwei reduziert worden.

Die Bebauung an der Emsdettener Straße wird nach Darstellung der Grünen derzeit noch von „optisch eingeschossigen Wohnhäusern mit einem maximal zweiten Vollgeschoss im Dachgeschoss geprägt“. Diese Bauweise möchten die Grünen für diesen Bereich erhalten und durch eine Bebauungsplanänderung diese „ortsbildprägende Geschossigkeit dauerhaft festsetzen lassen“.

Paul und Gaby Westbunk hatten als direkte Nachbarn in der jüngsten Ratssitzung auf das in ihren Augen nicht vertretbare Bauvorhaben aufmerksam gemacht (diese Zeitung berichtete ausführlich). Die Verwaltung hatte ihr Vorgehen im Anschluss nochmals verteidigt: Der Investor erfülle mit seinen Plänen alle Vorgaben des Bebauungsplanes, der aus den 70er Jahren stammt und keine Höhenfestsetzungen für Gebäude enthält. Auch über die Firstrichtung gibt es keine Vorgaben.

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