Neue Betrugswelle mit bekannter Telefon-Masche in Burgsteinfurt
„Falsche Polizisten“ wollen Geld

Steinfurt -

Die Kreispolizeibehörde meldet, dass es aktuell wieder eine Welle von Anrufen „falscher Polizisten“ gibt. Diesmal seien Bürger in Burgsteinfurt betroffen. Wie es in der Mitteilung der Behörde heißt, haben die Betrüger zwischen Mittwochabend und dem frühen Donnerstagmorgen vergangener Woche mehrere ältere Menschen angerufen, um ihnen Informationen über Bargeld, Schmuck und Vermögenswerte zu entlocken.

Mittwoch, 14.10.2020, 16:38 Uhr
Die Polizei warnt die Bevölkerung davor, auf die Betrugsmasche „falscher Polizisten“ einzufallen.
Die Polizei warnt die Bevölkerung davor, auf die Betrugsmasche „falscher Polizisten“ einzufallen. Foto: Polizei NRW

Die Kreispolizeibehörde meldet, dass es aktuell wieder eine Welle von Anrufen „falscher Polizisten“ gibt. Diesmal seien Bürger in Burgsteinfurt betroffen. Wie es in der Mitteilung der Behörde heißt, haben die Betrüger zwischen Mittwochabend und dem frühen Donnerstagmorgen vergangener Woche mehrere ältere Menschen angerufen, um ihnen Informationen über Bargeld, Schmuck und Vermögenswerte zu entlocken. Auch in Lengerich habe es einen solchen Anruf gegeben. Allerdings sei niemand auf die Masche hereingefallen. Es wurde Anzeige bei der echten Polizei erstattet. Genau dazu ruft das Kriminalkommissariat in Greven, das im Kreisgebiet für solche Betrugsfälle zuständig ist, die Bevölkerung auf.

Die betrügerischen Anrufe treten in unregelmäßigen Wellen auf, mal in der einen, mal in einer anderen Stadt. Die Täter würden in Telefonbüchern gezielt nach Vornamen, die nach älteren Menschen klingen, oder nach Telefonnummern mit wenigen Ziffern, die auf ältere Anschlüsse hindeuten, suchen. Die Masche der „falschen Polizisten“ ist perfide: Sie täuschen fast glaubwürdig vor, dass tatsächlich die Polizei am anderen Ende der Leitung sitzt. Dazu spielen sie etwa Geräusche von Sirenen oder Funksprüchen ein. Oder sie lassen die Notrufnummer „110“ im Display erscheinen. Über bestimmte Computerprogramme sei dies möglich. Dann führen die Betrüger ihre Opfer in die Irre. Etwa, indem sie vortäuschen, es gebe einen Einsatz gegen eine Einbruchsbande, die in der Gegend unterwegs sei.

Die „falschen Polizisten“ überzeugen ihre Opfer am Telefon davon, ihnen ihr Bargeld oder das Vermögen auszuhändigen, damit die angebliche Polizei die Wertsachen vor den Kriminellen in Sicherheit bringt. Ein Bote werde das Geld abholen.

Eine andere Masche verfolgen die Straftäter laut des zuständigen Kriminalkommissariats mit Schockanrufen über einen angeblichen Unfall, den ein Verwandter verursacht haben soll. Die Betrüger gaukeln vor, es müsse Geld bereitgestellt werden, um eine Haftstrafe abzuwenden.

Bei Anrufen „falscher Polizisten“ empfiehlt die Polizei dringend: auflegen und sich an die nächste echte Polizeiwache wenden. Karlheinz Wessel, der Beamte ist mit seinem Team in Rheine zuständig für Kriminalprävention und Opferschutz, rät dringend davon ab, sich auf ein Gespräch mit den angeblichen Polizisten einzulassen: „Die echte Polizei fordert niemals jemanden am Telefon auf, Auskünfte über Vermögensverhältnisse oder die Aufbewahrung von Wertsachen zu geben. Bei einem Anruf der Polizei erscheint niemals die Rufnummer 110 im Display.“ Wichtig sei auch, niemals einer unbekannten Person Geld oder Wertsachen zu übergeben – auch nicht angeblichen Mitarbeitern von Polizei, Staatsanwaltschaften, Gerichten oder Geldinstituten.

Wer einen Anruf von einem falschen Polizisten erhalten hat, sollte bei der nächstgelegenen Polizeidienststelle Anzeige erstatten. So hat es auch eine Geschädigte aus Lengerich getan, die am vergangenen Montag gegen 20.30 Uhr von einer unbekannten Nummer angerufen wurde mit der Aufforderung, Wertsachen und Bargeld aufgrund eines zu erwartenden Raubüberfalls einem Boten zu übergeben. Sie hat dem Anrufer nicht geglaubt und aufgelegt - und damit alles richtig gemacht.

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