Diebstahl von Elektroschrott war 59-Jährigem nicht nachzuweisen
Im Zweifel für den Angeklagten

Steinfurt -

In dubio pro reo – im Zweifel für den Angeklagten: Weil aufgrund eines Formfehlers polizeiliche Vernehmungsprotokolle nicht herangezogen werden durften und auch nach der Befragung mehrerer Zeugen weiter Zweifel an einer möglichen Täterschaft bestanden, ist ein 59-jähriger serbischer Staatsangehöriger am Dienstag vom Amtsgericht vom Vorwurf des gewerbsmäßigen Bandendiebstahls freigesprochen worden.

Mittwoch, 11.11.2020, 16:29 Uhr aktualisiert: 12.11.2020, 16:16 Uhr

In dubio pro reo – im Zweifel für den Angeklagten: Weil aufgrund eines Formfehlers polizeiliche Vernehmungsprotokolle nicht herangezogen werden durften und auch nach der Befragung mehrerer Zeugen weiter Zweifel an einer möglichen Täterschaft bestanden, ist ein 59-jähriger serbischer Staatsangehöriger am Dienstag vom Amtsgericht vom Vorwurf des gewerbsmäßigen Bandendiebstahls freigesprochen worden.

Der Einspruch gegen den Strafbefehl, den der Angeklagte erhalten hatte, war somit von Erfolg gekrönt. Der Staatsanwalt hatte dem Mann, der nach eigenen Angaben für den Verhandlungstermin extra aus dem Balkan nach Steinfurt angereist war, vorgehalten, im Jahr 2017 zwei Straftaten begangen zu haben.

Demnach soll er am 8. Januar zusammen mit seinem Sohn und einer weiteren Person mit einem Transporter auf das Gelände eines Elektrofachmarktes an der Goldstraße gefahren sein und dort illegal E-Schrott gestohlen haben, der in einem Container lagerte. Zudem soll er im Februar des selben Jahres auch in Münster versucht haben, an einem Elektro-Markt gelagertes Altmetall zu stehlen.

Bevor es zur Zeugenanhörung kam, machte die Verteidigerin des 59-Jährigen darauf aufmerksam, dass seine bei der Polizei getätigten Aussagen nicht als Beweise verwertet werden dürfen, weil unter anderem bei der Vernehmung kein anerkannter Dolmetscher, sondern nur Familienangehörige zugegen gewesen seien.

Der Zeuge, der im Fall des Steinfurter Anklagepunkts aussagte, konnte keine eindeutige Personenbeschreibung abgeben, auf konkrete Nachfrage der Richterin konnte er auch nicht sagen, ob der Angeklagte einer der Beteiligten war. Der Markt-Mitarbeiter war an jenem Sonntag ohne besonderen Anlass zum Firmengelände gekommen, um nach dem rechten zu sehen. Dabei war er zufällig auf die drei Männer gestoßen, die bereits in den Schrottcontainer eingedrungen waren. Der E-Schrott-Diebstahl sei zu einem großen Problem geworden, sagte der Zeuge. Ein weiterer Zeuge, der die Geschehnisse am Markt in Münster beobachtet hatte, konnte den Angeklagten ebenfalls nicht eindeutig identifizieren. Aufgrund dieser Zweifel sowie der Tatsache, dass weitere Beweise wie Fotos oder Videoaufzeichnungen fehlten, sprach die Richterin den Angeklagten frei. Staatsanwalt und Verteidigerin hatten zuvor ebenfalls dafür plädiert.

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