TÜV-Statistik für Steinfurt / Station mit der größten Terminauslastung in der Region
73 Prozent bestehen den Check

Steinfurt -

Alle Jahre wieder steht er an, der Termin beim TÜV. Für fast Dreiviertel aller Autofahrer, die 2019 ihr Fahrzeug bei den Prüfern in Steinfurt zur fälligen Hauptuntersuchung vorgestellt haben, endete der Termin mit einem positiven Ergebnis: Sie erhielten sofort eine neue Plakette.

Sonntag, 15.11.2020, 18:32 Uhr aktualisiert: 15.11.2020, 18:40 Uhr
Christoph Grötker, Leiter der TÜV-Station an der Carl-Benz-Straße in Steinfurt, checkt mit Laptop und Taschenlampe die Technik unter der Motorhaube eines Fahrzeuges.  
Christoph Grötker, Leiter der TÜV-Station an der Carl-Benz-Straße in Steinfurt, checkt mit Laptop und Taschenlampe die Technik unter der Motorhaube eines Fahrzeuges.   Foto: Drunkenmölle

Positives Ergebnis beim TÜV : Fast Dreiviertel aller Autofahrer (73 Prozent), die im vergangenen Jahr ihr Fahrzeug bei den Prüfern in Steinfurt zur fälligen Hauptuntersuchung vorgestellt haben, konnten die Station an der Carl-Benz-Straße im Gewerbegebiet Seller Esch auf Anhieb mit einer neuen Plakette wieder verlassen. Bei deutlich mehr als der Hälfte (58 Prozent) der Autos gab es, weil keinerlei Mängel festgestellt wurden, sogar überhaupt nichts zu meckern. Das geht aus der Statistik hervor, die die Gruppe in dieser Woche veröffentlicht hat.

Zudem, so berichtet der TÜV, sei nach einem Anstieg im vergangenen Jahr die Zahl der Fahrzeuge, die erhebliche Mängel aufwiesen, von 22,7 auf 22 Prozent wieder leicht gesunken. Dass Steinfurt deutlich über dem Durchschnitt liegt und 26,7 Prozent der Autos den Check nicht im ersten Anlauf bestanden haben, erklärt TÜV-Pressesprecher Rainer Camen damit, dass im Gesamt-TÜV-Schnitt nicht nur die Ergebnisse an den einzelnen Stationen, sondern auch die der Werkstätten und Fuhrparks mitgezählt wurden. Aus diesem Grund hinke der Vergleich.

Christoph Grötker, Leiter der TÜV-Station in Steinfurt, bewertet die Entwicklung so: „Es ist gut, dass die Zahl der Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln wieder sinkt. Schließlich bauen die Hersteller in der Regel gute Autos und legen auch Wert auf Langzeitqualität. Zusätzlich engagieren sich die Autohäuser und Werkstätten für hohe Qualitätsmaßstäbe bei ihren Wartungs- und Reparaturarbeiten. Die Fahrzeughalter wiederum sind angehalten, fällige Inspektionstermine auch wahrzunehmen. Dann gibt es weniger Mängel und mehr Sicherheit für die Mobilität.“

Dass Grötker in diesem Zusammenhang die Autofahrer noch einmal insbesondere dazu aufruft, vor Fahrtantritt unbedingt die Scheinwerfer und Leuchten zu checken, hat damit zu tun, dass er und seine Kollegen ein Lied davon singen können, wie mitunter stiefmütterlich die Beleuchtungsanlagen behandelt werden. Das belegt der Blick auf die Verteilung der Mängelgruppen. Hier liegt „Licht, Elektrik“ wieder weit vorne. Und das, obwohl die Kontrolle der Beleuchtungsanlage und deren Reparatur in der Regel relativ einfach zu bewerkstelligen sei.

Insgesamt ergibt sich in der aktuellen TÜV-Statistik als Reihenfolge für die am häufigsten auftretenden Mängelgruppen „Licht, Elektrik“, „Achsen, Räder, Reifen“, „Umweltbelastung“ und „Bremse“. Und: Je älter die Fahrzeuge sind, desto höher ist die Zahl derjenigen, die im ersten Anlauf keine Plakette bekommen. Die aktuellen Zahlen belegen: Bei der ersten HU im Alter von drei Jahren finden sich bei 5,8 Prozent der Autos erhebliche Mängel. Im Alter von fünf Jahren sind es schon zehn Prozent. Nach sieben Jahre liegt die Quote bei 16,3 Prozent. Als Elfjährige schließlich weisen 29 Prozent der Autos erhebliche Mängel auf und müssen zur Reparatur in die Werkstatt. Der durchschnittliche Pkw, der in Steinfurt geprüft wurde, war 8,8 Jahre alt und hatte mehr als 108 000 Kilometer auf dem Tacho.

Die durchschnittliche Laufleistung, die neben dem Alter auch als Grund für den Verschleiß anzusehen ist, liegt nach Angaben des TÜV jetzt bei den Dreijährigen bei rund 49 000 Kilometern und bei den Elfjährigen bei fast 132 000 Kilometern.

Christoph Grötker und seine Kollegen haben im vergangenen Jahr rund 4500 Fahrzeuge unter die Lupe genommen. Tendenz steigend, wie der TÜV-Leiter anfügt und darauf verweist, dass die Station in Steinfurt mit Abstand die höchste Terminauslastung in der Region hat: 90 Prozent nutzen die Möglichkeit, online einen Termin zu vereinbaren. Grötker: „Gerade in Corona-Zeiten wird dieses Angebot noch mehr als zuvor nachgefragt.“ 

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