Optikermeister Marcus Hues schließt nach 27 Jahren
„Irgendwann ist es gut gewesen“

Borghorst -

Das waren noch die Zeiten, in denen es fast einem Sechser im Lotto gleichkam, in der Borghorster Innenstadt ein freies Ladenlokal zu bekommen. Marcus Hues hatte vor gut 27 Jahren dieses Glück. An der Burgsteinfurter Straße 2, dort, wo heute die SPD ihr Bürgerbüro unterhält, waren die Geschäftsräume gerade frei geworden. Und so konnte der Optikermeister, der fernab seines damaligen beruflichen Wirkungskreises in Böblingen die Selbstständigkeit suchte, nicht lange überlegen.

Am 19. August 1994 eröffnete er sein Optikergeschäft, am 27. Februar 2021 dreht der 64-jährige gebürtige Gelsenkirchener den Schlüssel rum. Für immer.

Montag, 23.11.2020, 17:34 Uhr
Optikermeister Marcus Hues hört nach fast 27 Jahren auf. Er schließt sein Geschäft an der Münsterstraße Ende Februar.
Optikermeister Marcus Hues hört nach fast 27 Jahren auf. Er schließt sein Geschäft an der Münsterstraße Ende Februar. Foto: Axel Roll

 

„Irgendwann ist es gut gewesen“, freut sich der bekannte Borghorster Optiker auf seinen Ruhestand. Obwohl, so viel ist heute schon klar, „ein bisschen arbeiten möchte ich schon noch.“

Von Gelsenkirchen, wo Marcus Hues seine Ausbildung gemacht hat, über Böblingen, dort sorgte er in der Zentrale einer großen Optikerkette für Expansion, ausgerechnet nach Borghorst? „Meine Schwester und meine Mutter lebten hier“, erklärt Marcus Hues.

Das Geschäft hat sich im Laufe der Jahrzehnte – wie überall – total verändert. Früher hatte der Geschäftsmann noch Ferngläser und Wetterstationen mit im Angebot, das Internet war für alle noch ein Fremdwort. Heute sieht sich die Branche einem, wie Marcus Hues findet, extrem scharfem Preiskampf ausgeliefert. Der konnte dem Optiker den Spaß an der Arbeit aber nicht vermiesen: „Du hast jeden Tag mit anderen Menschen zu tun. Das ist schon toll.“

Nicht so toll, ist das, was sich in der Borghorster Innenstadt so tut – was der Optikermeister mit scharfem Blick beobachtet. War früher überall auf dem roten Pflaster Leben, sah sich Hues später gezwungen, weiter Richtung BWS-Zentrum zu ziehen, zur Münsterstraße 48, weil die Kundenströme immer spärlicher flossen. So muss er immer mehr auf Laufkundschaft verzichten. „Wer bummelt denn heute noch durch Borghorst?“

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