Coronazahlen in Steinfurt
Zweithöchster Wert im Kreis sorgt für Beunruhigung

Steinfurt -

Der Hinweis des Lesers aus Borghorst, der sich Aufklärung suchend an die Redaktion gewandt hat, kommt nicht ganz unberechtigt: 106 Infizierte weist die Corona-Statistik des Kreises Steinfurt, Stand Mittwoch, für die Kreisstadt aus. Nach Rheine ist das kreisweit der zweithöchste Wert. Zu viel für eine 33.000-Einwohner-Kommune?

Mittwoch, 06.01.2021, 16:38 Uhr aktualisiert: 07.01.2021, 15:06 Uhr
Coronazahlen in Steinfurt: Zweithöchster Wert im Kreis sorgt für Beunruhigung
106 Infizierte weist die Corona-Statistik für Steinfurt aus. Foto: colourbox.com (Symbolbild)

Der Hinweis des Lesers aus Borghorst, der sich Aufklärung suchend an die Redaktion gewandt hat, kommt nicht ganz unberechtigt: 106 Infizierte weist die Corona-Statistik des Kreises Steinfurt, Stand Mittwoch, für die Kreisstadt aus. Nach Rheine ist das kreisweit der zweithöchste Wert. Zu viel für eine 33.000-Einwohner-Kommune? Der Eindruck entsteht in der Tat. Aber was ist der Maßstab in einer Pandemie-Krise, auf der nur auf Sicht gefahren werden kann und die für alle Beteiligten gänzlich neu ist?

Kirsten Weßling, Pressesprecherin des Kreises und als solche in stetigem Kontakt mit dem Gesundheitsamt, stuft diese Zahl als noch nicht außergewöhnlich ein. „Steinfurt ist kein Hotspot“, lautet ihr Kommentar zur aktuellen Lage. Es gebe auch keine vereinzelten Infektionsherde innerhalb der Stadt. Einrichtungen wie Alten- oder Asylbewerberheime, die andernorts in dieser Hinsicht in die Schlagzeilen geraten sind, seien nicht auffällig.

Mehr als doppelt so viele Infizierte wie noch vor Weihnachten

Das Geschehen sei vielmehr diffus auf die (Stadt-)fläche verteilt. Auf die Frage, ob Verschärfungen der Auflagen denkbar seien, wenn sich das Infektionsniveau weiter ausbreite, sagte die Kreissprecherin: „Wir befinden uns bereits im harten Lockdown.“

Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer zeigte sich im Gespräch mit dieser Zeitung beunruhigt, vor allem auch angesichts der Schnelligkeit des Anstiegs seit Weihnachten. Zuvor lag die Infiziertenzahl noch unter 50. Auch die Verwaltungschefin betont: „Es gibt keine Hotspots in der Stadt.“ Ihr Appell an die Bürger angesichts der Entwicklung lautet, sich vorsichtig zu verhalten, Kontakte auf ein Minimum zu beschränken. Bögel-Hoyer: „Es geht in dieser Situation nicht darum zu überlegen, was möglich ist. Es gilt, sich auf das zu beschränken, was unbedingt nötig ist.“

Die Corona-Auflagen seien bindend – auch draußen beispielsweise im Bagno. Menschenansammlungen seien zu vermeiden. Die Steinfurter seien ihrem Eindruck nach in dieser Hinsicht im Allgemeinen sehr diszipliniert. „Wir dürfen angesichts der Lage nun nicht nachlässig werden und uns in Sicherheit wiegen“, so die Bürgermeisterin auch in Bezug auf die Verbreitung der Virus-Mutation.

Die Corona-Beschlüsse für Januar

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  • Da die Zahl der Corona-Infektionen nicht deutlich sinkt, müssen sich die Menschen in Deutschland mindestens bis Ende Januar auf weitere Beschränkungen einstellen. Auf diese Maßnahmen haben sich Bund und Länder am 5. Januar geeinigt:

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  • Der Lockdown wird bis zum 31. Januar verlängert. Die bisher bis zum 10. Januar befristeten Schließungen die Schließung der meisten Geschäfte, Restaurants, Theater, Museen und Freizeiteinrichtungen wird bis zum 31. Januar verlängert.

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  • Die Kontaktbeschränkungen werden verschärft. Künftig sind Treffen jenseits des eigenen Haushalts nur noch mit einer weiteren Person erlaubt.

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  • Die drastischen Kontaktbeschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie gelten in Nordrhein-Westfalen im öffentlichen Raum und auch in den eigenen vier Wänden . Das machte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Dienstag in Düsseldorf nach den Bund-Länder-Beratungen deutlich. Kontrolliert werde im privaten Bereich aber nicht.

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  • In Landkreisen, in denen binnen sieben Tagen mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gemeldet wurden, sollen sich Menschen ohne triftigen Grund nicht mehr als 15 Kilometer von ihrem Wohnort entfernen dürfen. „Tagestouristische Ausflüge stellen explizit keinen triftigen Grund dar.“

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  • Betriebskantinen dürfen allenfalls noch Speisen und Getränke zum Mitnehmen anbieten.

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  • Schulen bleiben grundsätzlich geschlossen, oder die Präsenzpflicht bleibt ausgesetzt. In Nordrhein-Westfalen gehen, wie Ministerin Yvonne Gebauer am 6. Januar bekanntgab, die Schüler aller Jahrgänge nach den Weihnachtsferien in den Distanzunterricht. Das gelte auch für Abschlussklassen.

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  • Auch Kindertagesstätten sollen grundsätzlich geschlossen bleiben. In NRW wird es ab dem 11. Januar nur noch einen eingeschränkten Betrieb geben, die Kitas bleiben aber grundsätzlich geöffnet. Der Plan von NRW-Familienminister Stamp sieht vor, dass Gruppen voneinander getrennt und der Betreuungsumfang für jedes Kind im Januar um 10 Stunden pro Woche reduziert werden sollen.

    Für Eltern werden zusätzliche Möglichkeiten geschaffen, für die Betreuung der Kinder im genannten Zeitraum bezahlten Urlaub zu nehmen. 

    Zudem wird das Kinderkrankengeld ausgeweitet. Normalerweise erhält jedes Elternteil pro Jahr für bis zu zehn Arbeitstage Kinderkrankengeld, Alleinerziehende für bis zu 20 Tagen. Vorübergehend soll der Zeitraum auf 20 beziehungsweise 40 Tage steigen. Der Anspruch gilt auch, wenn das Kind wegen Corona nicht in die Schule oder Kita gehen kann.

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  • Wer aus einem ausländischen Risikogebiet einreist, muss sich künftig bei der Einreise testen lassen oder in den 48 Stunden davor. Die Pflicht zu einer zehntägigen Quarantäne, die ab dem fünften Tag durch einen negativen Test beendet werden kann, bleibt bestehen.

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  • Bis spätestens Mitte Februar sollen sich alle Bewohner von stationären Pflegeeinrichtungen impfen lassen können. Bis zum 1. Februar sollen etwa vier Millionen Impfdosen ausgeliefert worden sein.

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  • Für Millionen Sporttreibende in den Vereinen geht mit den Beschlüssen von Bundesregierung und Länderchefs vom Dienstag das Warten auf die Wiederaufnahme des Trainings- und Wettkampfbetriebs bis zumindest in den Februar weiter.

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  • Die Profiligen indes dürfen ohne Zuschauer und mit strengen Hygienekonzepten weiterspielen. In enger Taktung will etwa der Fußball sein Programm mit Bundesliga, DFB-Pokal und Europacup im Winter fortsetzen, auch wenn zuletzt immer wieder Coronafälle nachgewiesen wurden.

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  • Darüber, wie es ab dem 1. Februar weitergehen soll, wollen die Kanzlerin und die Regierungschefs der Länder am 25. Januar beraten. Merkel sagte nach den Beratungen, das Ziel bleibe weiter, zu einer 7-Tage-Inzidenz je 100 000 Einwohner von unter 50 zu kommen. Dies gewinne nochmals an Bedeutung durch die entdeckte Mutation des Coronavirus, die sich schneller verbreite. 

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