Kirchengemeinden bauen digitale Angebote aus
Keine Präsenzgottesdienste

Steinfurt -

Die Zahl der Covid-19-Infizierten ist in Steinfurt mit mehr als 100 konstant sehr hoch. Daraus ziehen die katholische und die evangelischen Kirchengemeinden Konsequenzen und sagen bis auf Weiteres die Präsenzgottesdienste an den Sonntagen und werktags ab

Montag, 11.01.2021, 10:18 Uhr aktualisiert: 11.01.2021, 14:53 Uhr
Ziehen in der Corona-Pandemie an einem Strang (v.l.): Pfarrer Dr. Jochen Reidegeld, Pfarrer Guido Meyer-Wirsching, Prädikant Alexander Becker, Pastoralreferent Torsten Oster und Pfarrerin Inga Schönfeld
Ziehen in der Corona-Pandemie an einem Strang (v.l.): Pfarrer Dr. Jochen Reidegeld, Pfarrer Guido Meyer-Wirsching, Prädikant Alexander Becker, Pastoralreferent Torsten Oster und Pfarrerin Inga Schönfeld

Die Zahl der Covid-19-Infizierten ist in Steinfurt mit mehr als 100 konstant sehr hoch. Daraus ziehen die katholische und die evangelischen Kirchengemeinden Konsequenzen und sagen bis auf Weiteres die Präsenzgottesdienste an den Sonntagen und werktags ab. Ausgenommen sind Beerdigungen und Taufen. Wie lange diese Regelung gilt, hängt von der Entwicklung vor Ort ab. „Wenn die Zahl der Infizierten deutlich sinkt, werden wir wieder öffentliche Gottesdienste feiern“, betont der leitende Pfarrer von St. Nikomedes, Dr. Jochen Reidegeld, und bekommt dabei Unterstützung von seiner evangelischen Kollegin Inga Schönfeld . Sowohl in Borghorst als auch in Burgsteinfurt werden in den evangelischen Kirchen keine öffentlichen Gottesdienste gefeiert, bestätigt Pfarrer Guido Meyer-Wirsching.

„Die hohe Zahl an Infizierten verlangt von uns, Kontakte zu reduzieren“, erklärt Pfarrerin Inga Schönfeld die Entscheidung und verweist auf einen breiten Konsens innerhalb der evangeli-schen Landeskirche.

Jochen Reidegeld, wiederholt noch einmal, dass ihm der Verzicht auf Gottesdienste mit der Gemeinde schwerfalle, er diesen aber in der aktuellen Situation weiterhin für richtig halte: „Von einer Entspannung in der Corona-Lage kann in unserer Stadt keine Rede sein“, fügt der katholische Pfarrer an.

Alternativ zu den Präsenzgottesdiensten werden die digitalen Angebote in St. Nikomedes ausgeweitet. Neben der Übertragung der 10.30-Uhr-Messe am Sonntag soll ab dem 17. Januar auch am Sonntag um 19 Uhr ein Gottesdienst gestreamt werden. Näheres dazu folgt in den kommenden Tagen. Auch wenn die digitalen Angebote die Präsenzgottesdienste nicht ersetzen können und wollen, sie werden von den Gläubigen gut angenommen, wie die Aufrufzahlen für St. Nikomedes zeigen. Mehr als 1000 Mal wurden jeweils die Christmette an Heiligabend und die Festmesse am ersten Weihnachtstag angeklickt. Viele nutzen dieses Angebot auch im Nachhinein. Eine Woche lang stehen die Aufzeichnungen unter twitch.tv/stnikome-des zur Verfügung. Und auch an den „normalen“ Sonntagen registriert die katholische Pfarrei immer zwischen 550 und 700 Aufrufe.

Für die evangelische Kirchengemeinde in Borghorst nehmen Prädikant Alexander Becker und der katholische Pfarrer Johannes Büll aus Horstmar regelmäßig die bekannten „Kreuzweise“-Gottesdienste, eine ökumenische Aktion, auf und stellen sie ins Netz. Pfarrer Inga Schönfeld hat diese durch Gebetsangebote in den Tagen rund um Weihnachten und den Jahreswechsel ergänzt.

Als ökumenische Aktion für Borghorst ist während des verlängerten Lockdowns ein gemeinsames Online-Gebet angedacht. Hierzu wird es in Kürze weitere Informationen geben.

  • Die katholischen Kirchen bleiben zudem tagsüber – wie schon während der gesamten Corona-Pandemie – geöffnet. Spirituelle Impulse liegen dort aus und laden zum Gebet ein.
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7760541?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F186%2F
Nachrichten-Ticker