Warten auf Freigabe der Gelder
Kirchturmkreuz hat Staub angesetzt

Borghorst -

Für ein Kirchturmkreuz relativ ungewöhnlich: Der krönende Abschluss des Kirchturms von St. Nikomedes hat Staub angesetzt. Seit fast eineinhalb Jahren steht es in der Werkstatt von Spenglermeister Holger Menke in Bad Salzuflen und wartet auf seine Restaurierung. Vielleicht kann es in diesem Frühjahr nach Borghorst zurückkommen. Dafür müssen aber noch einige finanzielle Fragen geklärt werden.

Donnerstag, 14.01.2021, 15:48 Uhr aktualisiert: 14.01.2021, 16:36 Uhr
Mit einem riesigen Kran wurde im September 2019 das Turmkreuz von St. Nikomedes demontiert. Seitdem wartet es auf seine Restaurierung.
Mit einem riesigen Kran wurde im September 2019 das Turmkreuz von St. Nikomedes demontiert. Seitdem wartet es auf seine Restaurierung. Foto: Cengiz Sentuerk

Der Experte für solche Arbeiten hatte das Kreuz im September 2019 mit Kollege Christian Richter in 90 Metern Höhe abmontiert und mit Hilfe eines riesigen Lastenkrans sicher auf den Erdboden gebracht, weil es vermutlich durch Sturm Friederike Anfang 2018 in eine leichte Schieflage gebracht worden war. Um einen gefährlichen Absturz zu vermeiden, war die aufwendige Rückholaktion damals notwendig geworden.

Dass der Nikomedesturm immer noch schmucklos ins Münsterland grüßt – an Holger Menke liegt es nicht. „Ich warte auf Anweisungen der Gemeinde“, sagt der Spenglermeister. Und die wiederum aufs Geld, wie Kirchenvorstandsmitglied Karl Westermann auf Anfrage erläuterte. Er hofft, dass die notwendigen Restaurierungsarbeiten in diesem Frühjahr beauftragt werden können und das Turmkreuz dann unverzüglich an seinen angestammten Platz zurückkehren kann.

Wer bezahlt wie viel? Das war und ist die Frage, die offensichtlich immer noch nicht endgültig geklärt ist. Dass bei der Aktion auch die Sturmversicherung eine Rolle spielt, macht die Kostenteilung nicht einfacher. Karl Westermann glaubt, dass die Gemeinde aber auf jeden Fall ihren Teil dazu beitragen muss. Wie teuer die komplette Maßnahme mit Ab- und Aufbau jetzt wird, kann oder möchte bislang niemand öffentlich sagen.

Die Restaurierung des Kreuzes selbst ist nach der Einschätzung der Fachleute so aufwendig nicht. Wie Holger Menke erklärte, ist noch nicht endgültig entschieden, ob bei der Aufarbeitung Kugel und Wetterhahn neues Blattgold spendiert bekommen.

34 Jahre hatte das sieben Meter hohe und 3,50 Meter breite Kreuz Wind und Wetter getrotzt. Das 300 Kilogramm schwere Wahrzeichen aus Eisen ist damals allerdings nicht sonderlich sorgfältig zusammengebaut worden, wie die Sachverständigen im September 2019 bei ihrer ersten Inaugenscheinnahme feststellten. Bei der Gelegenheit kam ebenfalls heraus, dass der sogenannte Kaiserbaum, der dicke Holzstamm, der das Kreuz trägt, wahrscheinlich durch Insektenfraß Schaden genommen hatte. Wind und Wasser waren aber noch nicht eingedrungen, so dass eine Ausbesserung mit verhältnismäßig wenig Aufwand möglich ist.

Die Arbeiten hoch oben an der Kirchturmspitze waren vor eineinhalb Jahren nicht so einfach, wie sich die Fachleute das vorgestellt hatten. So waren die Schrauben, mit denen Kugel, Kreuz und Wetterhahn mit dem Kaiserbaum verbunden waren, stark angerostet. Sie waren nicht aus Nirosta-Stahl gefertigt und mussten deshalb vorsichtig abgesägt werden.

Nach Einschätzung von Holger Menke wird es wohl Frühjahr oder Frühsommer, bis die Kreuzkonstruktion wieder zurück an seinen alten Platz kommt. „Wir benötigen dazu gutes Wetter“, erläutert der Spenglermeister. Regen, aber vor allen Dingen Wind kann er für die Arbeiten überhaupt nicht gebrauchen: „Und dort oben weht ein ganz anderes Lüftchen als unten auf dem Boden.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7766425?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F186%2F
Nachrichten-Ticker