Jugendliche aus Steinfurt zeigen eine hohe Bereitschaft, gegen Corona geimpft zu werden
Impfen? Ja, bitte!

Wie denken Jugendliche über die Corona-Impfung? Ist ihre Impfbereitschaft signifikant anders als in anderen Altersgruppen? Haben Sie Verständnis dafür, dass sie terminlich hintangestellt werden? Zu diesen und weiteren Fragen hat die Jugendfrei-Redaktion Gleichaltrige aus der Kreisstadt befragt. Mit teils erstaunlichen Reaktionen.

Donnerstag, 14.01.2021, 18:08 Uhr aktualisiert: 14.01.2021, 21:38 Uhr
Die Hoffnung, dem Corona-Virus möglichst bald den Garaus zu machen, ist der Impfstoff. Obwohl Ende vergangenen Jahres die allgemeine Impf-Bereitschaft gesunken ist und Kritiker lauter wurden, stieg der Wille vor allem bei Jugendlichen zuletzt wieder an.
Die Hoffnung, dem Corona-Virus möglichst bald den Garaus zu machen, ist der Impfstoff. Obwohl Ende vergangenen Jahres die allgemeine Impf-Bereitschaft gesunken ist und Kritiker lauter wurden, stieg der Wille vor allem bei Jugendlichen zuletzt wieder an. Foto: dler

Seit nun fast einem Jahr sind wir in Deutschland vom Corona-Virus betroffen. Im März vergangenen Jahres ereilte uns der erste Lockdown, was danach alles kam und wie lange wir schon mit den Einschränkungen leben, die Corona mitbringt, wissen wir alle. Nun wurde Ende 2020 der so lang ersehnte Impfstoff auf den Markt gebracht, und die ersten Menschen haben auch schon ihre Injektion bekommen. Bis wir Jugendlichen dran sind, dauert es noch eine Zeit.

Viele können es kaum erwarten, auch endlich in die Impfzentren zu fahren und sich den Stich setzen zu lassen. Während die Impfbereitschaft bundesweit nach kurzem Rückschlag gesunken ist, stieg sie im neuen Jahr wieder deutlich an, wie eine Umfrage von infratest ergab. Rund drei Viertel der Befragten sind bereit, sich gegen Corona durch eine Impfung zu schützen. Die wenigste Bereitschaft kam da von der Gruppe der 18 bis 39-jährigen, doch auch diese liegt bei über 60 Prozent.

Richtet man den Blick auf die Jugendlichen in Steinfurt, spiegeln sich die Zahlen nicht wider. Auf sozialen Medien wie Jodel, die vor allem von jungen Erwachsenen genutzt werden, und auch bei Befragungen von Jugendlichen vor Ort kamen vor allem positive Rückmeldungen. „Ich werde mich impfen lassen, sobald das möglich ist. Auch wenn meine Altersgruppe nicht so stark gefährdet ist wie andere Risikogruppen finde ich es sinnvoll. Natürlich habe ich auch ein paar Bedenken bezüglich der Nebenwirkungen. Doch da diese selten auftreten und die Medizin inzwischen so fortschrittlich ist, vertraue ich auf den Impfstoff“, erzählt Max Reidegeld, 17 Jahre.

Das große Thema rund um die Nebenwirkungen ist für viele Befragten ein Grund, die Impfung erstmal nach hinten zu verschieben. Einige sehen in den Nebenwirkungen aber das geringere Übel. „Ich würde mich impfen lassen, da ich der Meinung bin, dass die Nebenwirkungen von Corona viel schwerwiegender sind als die, die bei der Impfung auftreten. Viele, die bereits eine Infektion hinter sich haben, leiden teilweise immer noch unter den Nachwirkungen wie Geschmacksverlust oder Schlimmerem. Diese können nicht auf eine Ebene mit den Nebenwirkungen der Impfung gestellt werden. Ich finde auch den Fokus auf Risikogruppen und die Älteren sowie auf Arbeitskräfte im Gesundheitswesen richtig. Wir Jugendlichen stehen da erstmal hinten an. Wenn es dann aber soweit ist, hoffe ich, möglichst schnell einen Termin zu kriegen. Ob man sich nun impfen lässt oder nicht, ist jedem selber überlassen. Ich denke aber, um der Pandemie Herr zu werden, sollten sich noch mehr für eine Impfung entscheiden“, meint Sophie Scheiper, 17 Jahre.

Auch Emily Drude aus Steinfurt ist sofort dabei, wenn es um die Termine für die Jugendlichen zum Impfen geht. Sie sagt: „Ich würde mich auf jeden Fall impfen lassen. Für mich sind die Langzeitwirkungen von Corona genau so unbekannt wie die der Impfung. Dazu arbeite ich in einer psychiatrischen Einrichtung, was bedeutet, dass ich mit mehreren Menschen, teilweise auch älteren Leuten und Risikopatienten arbeite. Ich würde mich viel sicherer fühlen, wenn ich wüsste, dass ich geschützt bin und die Wahrscheinlichkeit, jemanden anzustecken, geringer ist.“ Auch wenn die Zahlen von offiziellen Umfragen es vielleicht nicht sofort zeigen, auch der jungen Generation ist es ein großes Anliegen, im Kampf gegen Corona mitzuwirken und die Spritze mit dem Impfstoff zu bekommen. So wird dem ganzen Spuk hoffentlich bald ein Ende gesetzt.

Franziska Böckenhoff &

Lisa Merker

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