Technische Schulen nehmen Lehr-Industriestraße für 250 000 Euro in Betrieb
Produzieren wie Elon Musk

Burgsteinfurt -

Auf den ersten Blick hat das graue Monstrum etwas von Fischertechnik, diesem Lernspielzeug aus dem Kinderzimmer. In der Tat ist die 250 000 Euro Anschaffung zum Lernen, aber nicht zum Spielen da. Auch wenn bei dem einen oder anderen technikbegeisterten Lehrer oder Schüler das Herz höher schlägt, wenn sich die Förderbänder oder gar der Miniatur-Industrieroboter per Computerbefehl in Bewegung setzen.

Dienstag, 19.01.2021, 15:58 Uhr aktualisiert: 19.01.2021, 16:14 Uhr
Die neue Produktionsstraße der Technischen Schulen baut im Kleinen nach den modernsten Standards der Industrie, das heißt voll vernetzt.
Die neue Produktionsstraße der Technischen Schulen baut im Kleinen nach den modernsten Standards der Industrie, das heißt voll vernetzt. Foto: Axel Roll

Die Anlage, die da gerade in den Technischen Schulen des Kreises an der Liedekerker Straße in Betrieb genommen wurde, bildet eins zu eins den modernsten Produktionsstandard ab, nach dem zum Beispiel Tausendsassa Elon Musk demnächst in Brandenburg seine Tesla-Elektroautos bauen lässt.

Jürgen Ungruh, als Bildungsgangleiter der Technikerschule maßgeblich an der fast fünf Jahre geplanten Neuanschaffung beteiligt, nennt es Industrie 4.0 im Kleinformat, die künftig fächerübergreifend den TSST-Schülern zur Verfügung steht. Damit können sie die Fließbandproduktion zum Beispiel von einem Handy simulieren. Mit dem entscheidenden Unterschied zu früheren Anlagen, dass die verschiedenen Stationen auf der Anlagenstraße alle miteinander vernetzt sind. „So kann ich im Prinzip von überall her die Anlage steuern“, erläutert Peter Waluscha von der Iserlohner Firma Köster, der gerade die Lehrer für den Einsatz im Unterricht schult.

„Maschinenbau, Elektrotechnik, Informatik, die Fächer sind gar nicht mehr voneinander zu trennen“, erläutert Jürgen Ungruh das Voranschreiten in Siebenmeilenstiefeln in der freien Wirtschaft. Und da gelte es für die Ausbildung des Nachwuchses, Schritt zu halten. Die neue Anlage, an der in Klassenstärke geschult werden könne, sei dafür bestens geeignet.

Für Schulleiter Thomas Dues ist die Anschaffung ein großer Standortvorteil. Und das gleich für eine Reihe von Bildungsgängen, die die TSST anbieten: Höhere Berufsfachschule Ingenieurtechnik, Technikerschule, Technisches Gymnasium Maschinenbau oder in der Berufsschule. „Das ist keine Anlage für Showzwecke, sondern für den vielfältigen Einsatz im Schulalltag“, so Karl-August Valk als Abteilungsleiter des Technischen Gymnasiums.

In der Fabrik im Miniformat sind acht Arbeitsplätze eingerichtet worden, von denen aus mit Computerhilfe die einzelnen Produktionsschritte programmiert werden können. Je nach Können der Schüler ist das Mal das Sortieren von Bauteilen, mal das Einrichten des Industrieroboters.

Die TSST werden vorwiegend auf der Basis von Videoanrufen Beratungen zur Anmeldung für alle Bildungsgänge (im nächsten Schuljahr) durchführen. Dafür ist unter www.tssteinfurt.de ein Anmeldetool für alle Interessierten eingerichtet.

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