Corona-Infektionen
Verdacht einer Virus-Mutation im Steinfurter Marienhospital

Steinfurt -

Möglicherweise haben sich drei Personen im UKM Marienhospital mit einem mutierten Corona-Virus infiziert. Die Variante steht im Verdacht, 70 Prozent ansteckender als das ursprüngliche Virus zu sein. Bis das Geschehen geklärt ist, hat das Steinfurter Krankenhaus den Infektionsschutz noch einmal verschärft. 

Mittwoch, 27.01.2021, 12:45 Uhr aktualisiert: 27.01.2021, 12:50 Uhr
Corona-Infektionen: Verdacht einer Virus-Mutation im Steinfurter Marienhospital
Licht und Schatten über dem Marienhospital. Dort stehen drei Personen im Verdacht, sich mit einer Mutation des Corona-Erregers angesteckt zu haben. Gesicherte Laborergebnisse wird es erst Ende der Woche geben. Foto: Dirk Drunkemölle

Es hat weitere Vorsichtsmaßnahmen getroffen, um seine Patienten und Mitarbeiter vor einer Ansteckung zu schützen. Sie alle waren am Dienstag kurzfristig aufgefordert, sich einem PCR-Test des Kreisgesundheitsamtes zu unterziehen.

Nach dpa-Informationen wurden rund 1000 Abstriche genommen. Darüber hinaus werden Besucher vorübergehend nicht in das Haus eingelassen. Sämtliche Wahleingriffe, die ambulant oder stationär geplant waren, wurden abgesagt. Krankentransporte sind zu anderen Krankenhäusern umgeleitet worden.

Krankenhaus-Mitarbeiter waren noch nicht geimpft

Die Nachricht hatte sich am Montagabend rasend schnell verbreitet. Verständlich, dass die Sorgen vor einer Ausbreitung des Virus‘ groß waren. Am Dienstagvormittag hat das Krankenhaus dann Stellung bezogen. Der Verdacht sei bereits am Montagnachmittag entstanden, schildern die Medienmitarbeiter des Marienhospitals, Stephan Schonhoven und Katharina Krüger , die Ereignisse. „Das Gesundheitsamt des Kreises Steinfurt wurde unmittelbar nach Bekanntwerden des vorläufigen Untersuchungsergebnisses informiert“, so das Pressesprecher-Duo.

Daraufhin seien weitere Schritte eingeleitet worden, eine potenzielle Ausweitung des Infektionsgeschehens zu verhindern. Besonders bitter in diesem Zusammenhang ist, dass das Krankenhaus in vergangenen Wochen von Engpässen bei der Lieferung von Impfstoff betroffen war. Ursprünglich sollten am Mittwoch und Donnerstag alle Mitarbeiter ihre erst Dosis des Biontech-Mittels bekommen.

Video in Kooperation mit dem WDR:

Spezielle Untersuchungen veranlasst

Weil Mutationen des Erregers in den vergangenen Tagen mehrfach in den Niederlanden aufgetreten sind, sei man in den benachbarten Kreisen auf deutscher Seite besonders für die Risiken sensibilisiert und stelle genauere Tests an. Aus diesem Grund seien sofort nachdem die Verdachtsmomente entstanden waren speziellen Untersuchungen veranlasst worden. Dabei handelt es sich, so das Krankenhaus, um sogenannte Gensequenzierungen.

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Vorläufig gilt im Marienhospital ein Besuchsverbot. Foto: Dirk Drunkemölle

Mit ihnen lassen sich Mutationen von Covid 19 nachweisen. In Deutschland ist das Verfahren noch nicht so verbreitet wie beispielsweise in Großbritannien. Der Test ist, so erklärt das Marienhospital, so aufwendig, dass es erst Ende dieser Woche ein Ergebnis gibt. Erst dann könne gesagt werden, ob sich der Verdacht bestätigt oder ob er sich ausräumen lässt.

Keine näheren Angaben zu Infizierten

Die Frage, ob es sich bei den Infizierten um Mitarbeiter oder Patienten handelt, hat das Krankenhaus mit Hinweis auf den Datenschutz nicht beantwortet. Aus dem gleichen Grund wurde auch nicht gesagt, wie es den Betroffenen geht. Grundsätzlich würden Corona-Patienten im Marienhospital in einer Infektionsstation versorgt. Für andere Personen, die im Verdacht stehen, sich infiziert zu haben, gelte generell, dass sie sich bis zum Ausschluss einer Ansteckung in (gegebenenfalls häusliche) Quarantäne begeben.

Impf-Vergabe in NRW: Das müssen Sie jetzt wissen

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  • Am diesem Montag werden in Nordrhein-Westfalen die ersten Impftermine für die zu Hause lebenden über 80-Jährigen vergeben. In den 53 Impfzentren soll dann ab dem 8. Februar geimpft werden. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat die Bevölkerungsgruppe aufgerufen, sich impfen zu lassen.

    Foto: picture alliance/dpa | Felix Kästle
  • Wie bekomme ich einen Termin?

    Am besten online unter der Internetadresse www.116117.de . Erst ab 8.00 Uhr soll dies am Starttag möglich sein, nicht vorher. Von da an soll die Online-Terminvergabe aber rund um die Uhr möglich sein. Im Rheinland sollen die Bürger auch unter termin.coronaimpfung.de einen Termin vereinbaren können.

    Foto: Boris Roessler/dpa Pool/dpa
  • Kann ich auch telefonisch einen Termin vereinbaren?

    Ja. Wer im rheinischen Teil von NRW lebt, soll die kostenfreie Rufnummer 0800 116 117 01 wählen, Menschen in Westfalen die ebenfalls kostenfreie Rufnummer 0800 116 117 02. Die Leitungen sind von 8.00 Uhr bis 22.00 Uhr besetzt. Alle Anrufe werden in einem virtuellen Call-Center bearbeitet, dessen mehr als 1200 Mitarbeiter aus Infektionsschutzgründen von zu Hause aus arbeiten.

    Foto: Christin Klose/dpa
  • Soll ich es lieber online oder telefonisch versuchen?

    Online, meint der Minister. Wenn man sich das nicht zutraue, „fragen Sie Ihr Enkelkind oder Ihre Kinder oder Ihre Nachbarn“, appellierte Laumann. Doch Achtung: „Falls Angehörige Ihre Anmeldung übernehmen, bitte unbedingt Doppelbuchungen vermeiden“, warnt das Ministerium.

    Foto: Marijan Murat/dpa
  • Muss ich mit Wartezeiten schon bei der Terminvergabe rechnen?

    Auf jeden Fall. Die für die Impfungen in den Zentren zuständigen Kassenärztlichen Vereinigungen rechnen mit Problemen - sowohl online als auch telefonisch. „Jeder Impfwillige wird drankommen, aber es ist Geduld gefragt“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL), Dirk Spelmeyer.

    Foto: Seth Wenig/AP/dpa
  • Muss ich mich am Telefon beeilen, wenn ich durchkomme?

    Nein. „Grundsätzlich soll jeder Anrufer genügend Zeit bekommen, einen Termin zu vereinbaren.“ Eine exakte Aufnahme der Daten sei für das Gelingen der Impfung unerlässlich, betonen die Verantwortlichen.

    Foto: Marijan Murat/dpa
  • Muss ich selbst anrufen, oder kann das auch ein anderer für mich machen?

    Die Terminvereinbarung können auch Angehörige oder Vertrauenspersonen übernehmen.

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  • Was brauche ich für die telefonische Terminvereinbarung?

    Wer am Telefon einen Impftermin vereinbart, hält am besten Stift und Papier bereit, um die Daten zu notieren. Achtung: Es werden zwei Termine im Abstand von etwa drei Wochen vergeben. Den ersten für die Erstimpfung, den zweiten für die zweite Impfung. Erst die zweite Impfung gewährleistet den Impfschutz.

    Foto: Mary Altaffer/AP/dpa
  • Ich habe noch keinen Info-Brief bekommen. Kann ich trotzdem schon einen Termin vereinbaren?

    Ja. Das Ministerium hat betont, dass auch ohne Brief ein Termin vereinbart werden kann.

    Foto: Arne Dedert/dpa Pool/dpa
  • Kann ich ab dem 8. Februar auch einfach so ohne Termin zu einem Impfzentrum gehen?

    Nein. Eine Impfung in den jeweiligen Zentren ist nur mit Termin möglich, betont das Ministerium.

    Foto: Arne Dedert/dpa
  • Ich bin noch keine 80 Jahre alt. Kann ich trotzdem schon einen Termin vereinbaren?

    Nein. Einen Impftermin vereinbaren können zunächst nur Menschen ab 80 Jahren, die zu Hause leben.

    Foto: Arne Dedert/dpa

Steinfurts Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer war am Dienstag überzeugt, dass sowohl das Kreisgesundheitsamt als auch das Marienhospital die Lage im Griff haben. „Alle Schritte sind völlig richtig, um auf Nummer sicher zu gehen“, vertraute Bögel-Hoyer auf die Kompetenz sowohl des Krisenstabes beim Kreis als auch der Klinikleitung, Ärzte und Pfleger im Marienhospital. Bögel-Hoyer: „Hoffentlich ist es nichts Schlimmeres.“

Warnung vor Spekulationen

Sobald es gesicherte Laborergebnisse gibt, will das Marienhospital die Öffentlichkeit darüber informieren. „Es gibt keinerlei Anlass, in Panik zu geraten“, beruhigte Katharina Krüger. Sie stellte außerdem klar, dass es sich bei dem Vorfall nicht um einen Ausbruch oder massiven Befall handele.

Zugleich warnte sie vor Spekulationen, wie sie sich im Internet verbreitet hatten. Krüger und Schonhoven machten in diesem Zusammenhang auch deutlich, dass das Marienhospital weiterhin allen Patienten zur Verfügung steht, die in der Lage sind, dass sie die Notaufnahme noch zu Fuß erreichen können.

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