Fällungen entlang der Borghorster Straße
Immer mehr Buchen verdursten

Steinfurt -

Im Bereich von Bagno und Buchenberg fallen weitere Bäume der Säge zum Opfer. Betroffen sind aktuell etwa 20 Meter breite und bis zu 400 Meter lange Streifen nahe des Hofes Schulze Spenneberg auf beiden Seiten der Burgsteinfurter Straße.

Montag, 01.02.2021, 17:43 Uhr aktualisiert: 02.02.2021, 16:22 Uhr
Seit Montag werden größere, 80 bis 100 Jahre Buchenbestände entlang der Borghorster Straße gefällt. Die Trockenheit hat den Bäumen so stark zugesetzt, dass sie eine Gefahr für den Verkehr sowie für Spaziergänger und Wanderer bedeuten. Förster Olaf Hoffmann zeigt auf das Schadensbild, das die Trockenheit im Stamm hinterlässt. Die Bereiche werden nicht aufgeforstet. Die Natur soll dort selber für eine Verjüngung sorgen.
Seit Montag werden größere, 80 bis 100 Jahre Buchenbestände entlang der Borghorster Straße gefällt. Die Trockenheit hat den Bäumen so stark zugesetzt, dass sie eine Gefahr für den Verkehr sowie für Spaziergänger und Wanderer bedeuten. Förster Olaf Hoffmann zeigt auf das Schadensbild, das die Trockenheit im Stamm hinterlässt. Die Bereiche werden nicht aufgeforstet. Die Natur soll dort selber für eine Verjüngung sorgen. Foto: Drunkenmölle

Im Bereich von Bagno und Buchenberg fallen weitere Bäume der Säge zum Opfer. Betroffen sind aktuell etwa 20 Meter breite und bis zu 400 Meter lange Streifen nahe des Hofes Schulze Spenneberg auf beiden Seiten der Burgsteinfurter Straße. Die Fürst zu Bentheimsche Domänenkammer kommt dort ihrer Verkehrssicherungspflicht nicht nur entlang der Fahrbahn, sondern auch auf den Wirtschafts- und Wanderwegen nach, erklärt Förster Olaf Hoffmann. Die Maßnahme wurde von der Unteren Landschaftsbehörde genehmigt.

„Glauben Sie, das macht mir alles keinen Spaß. Seit mehr als drei Jahren beerdige ich jetzt den Wald“, schiebt Hoffmann reichlich Frust mit Blick auf die Entwicklung in den Wäldern in den vergangenen Jahren. „Erst sind die Fichten gestorben. Dann kam der Borkenkäfer. Jetzt sind die Buchen dran“, zeigt Hoffmann auf. Seine Mitarbeiter sind seit Montagmorgen dabei, einen großen, etwa 80 bis 120 Jahre alten Buchenbestand zu fällen. Die Bäume seien noch schlimmer dran, als die Buchen, die bereits vor einigen Monaten entlang der Borghorster Straße abgesägt werden mussten, macht Hoffmann das Ausmaß der Schäden deutlich. Der Grundwasserspiegel sei, so erklärt er die Ursachen, in den vergangenen drei Jahren in den betroffenen Bereichen immer weiter mit der Folge zurückgegangen, dass sie Buchen nicht mehr ausreichend Wasser und Feuchtigkeit bekommen haben. Erst werfen die Bäume ihre Blätter ab, dann erleiden sie einen Sonnenbrand. Schon etwas Wind genüge, dass trockene Äste abbrechen und somit für eine Gefahr für alles und jeden am Boden werden. Bis zu 50 Prozent der Buchen seien bereits davon betroffen, dass sie austrocknen. Die Spuren lassen sich in den Stämmen deutlich erkennen. Hoffmann: „Das heißt zwar noch nicht, dass wir jeden Baum fällen müssen.“ Aber man könne sich ja ausrechnen, wohin die Entwicklung führt, blickt der Förster auf die Wege in unmittelbarer Nachbarschaft des Gebietes. „Wir könnten sie absperren. Aber die meisten Spaziergänger und Wanderer halten sich nicht daran“, so sind Hoffmanns Erfahrungen. Früher oder später werde es wohl keine andere Möglichkeit geben, als auch dort zur Säge greifen zu müssen. Die Folgen seien nicht nur für die Natur groß. Auch die Forstwirtschaft müsse erhebliche finanzielle Einbußen hinnehmen. Hoffmann: „Die Stämme, die wir hier gewinnen, taugen gerade mal als Brennholz.“

Wenn die Witterung den Planungen nicht noch einen Strich durch die Rechnung macht, sollen die Arbeiten möglichst bis zum Ende dieser Woche abgeschlossen sein. Bis dahin wird entlang der Borghorster Straße eine Wanderbaustelle eingerichtet. Der Verkehr zwischen den Stadtteilen muss mit Behinderungen rechnen, bittet Hofmann um Verständnis und Rücksicht.

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